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Karl-Heinz Rummenigge hat in der Diskussion um die Zukunft von Hansi Flick sein Machtwort erneuert. Der Bayern-Boss will seinen Trainer nicht zum DFB ziehen lassen.

Für den DFB dürfte sich die Suche nach einem passenden Nachfolger von Joachim Löw immer schwieriger gestalten.

Nachdem der Bundestrainer am vergangenen Dienstag seinen Rücktritt nach der EM im Sommer verkündete, hagelte es schon am gleichen Tag zwei prominente Absagen.

Liverpool-Coach Jürgen Klopp war ebenso wenig für den Job des Bundestrainers zu begeistern wie Julian Nagelsmann. Wie Klopp sieht der Coach von RB Leipzig seine Zukunft erst einmal im Vereinsfußball - und nicht beim weltweit größten Verband. 

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Als Favorit für das Löw-Erbe wurde schnell Bayerns Erfolgstrainer Hansi Flick ausgemacht - zumal der 56-Jährige auf entsprechende Fragen vage blieb und seinem aktuellen Arbeitgeber über den Sommer hinaus nicht unmissverständlich die Treue schwor.

Flick zum DFB? Rummenigge schiebt Riegel davor

Vieles sprach für Flick, nicht zuletzt seine langjährige DFB-Vergangenheit. Als Co-Trainer hatte er seinen Anteil am deutschen WM-Triumph 2014 und war anschließend noch zweieinhalb Jahre DFB-Sportdirektor. 

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Dass Flick den Rekordmeister verlassen könnte, war plötzlich kein Hirngespinst mehr - zumal er mit dem Sextuple im vergangenen Jahr bereits das Maximum erreicht hatte. Sein angespanntes Verhältnis zu Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic konnte man zudem als Indiz für einen vorzeitigen Bayern-Abschied sehen.

Wie gesagt, es sprach vieles dafür - aber nicht alles.

Am Montag legte Karl-Heinz Rummenigge erneut sein Veto ein und erklärte Flick de facto für unabkömmlich. "Wir wären ja verrückt, wenn wir jetzt unseren Trainer vorzeitig gehen lassen würden", sagte der Bayern-Vorstandschef der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Rummenigge: "Werden nicht die Probleme des DFB lösen" 

Bereits vor einigen Wochen hatte Rummenigge im SPORT1-Interview erklärt, dass der 56-Jährige an der Säbener Straße bleiben werde.

Auf die Frage, ob Flick auch in der kommenden Saison Bayer-Trainer ist, sagte der FCB-Boss: "Hundertprozentig. Außerdem: Er hatte als Spieler seine schönste und erfolgreichste Zeit beim FC Bayern. Das wird auch für seine Zeit als Trainer gelten."

Rummenigge weiter: "Ich habe immer gesagt, dass der Trainer der wichtigste Angestellte ist und wir eine Vertrags-Vereinbarung haben, die bekannt ist. Von daher ist das überhaupt kein Thema. Wir werden nicht die Probleme des DFB lösen. Und wenn ich ehrlich bin: Wäre ich Trainer und sollte vom Arbeitgeber FC Bayern zum Arbeitgeber DFB wechseln, würde mir das lediglich ein Schmunzeln entlocken."

Rummenigge, der am Ende des Jahres als Vorstandsvorsitzender ausscheidet, berichtete nun bei der dpa von einem Austausch mit DFB-Präsident Fritz Keller zu Wochenbeginn.

"Ich finde den Entschluss des DFB seriös und korrekt, keinen Trainer zu kontaktieren, der vertraglich über den 30. Juni 2021 hinaus gebunden ist", sagte Rummenigge.

Flick wird als Nachfolger von Löw gehandelt

Den neuen Bundestrainer plant der DFB nach SPORT1-Informationen schon vor der EM bekanntzugeben - und der Posten von Löw reizt Flick.

"Flick wäre für alle Beteiligten im DFB super. Man kennt sich, man schätzt sich. Es wäre alles zu schön, um wahr zu sein", meinte auch SPORT1-Experte Marcel Reif am Sonntag im CHECK24 Doppelpass, fügte aber bereits an: "Allerdings Konjunktiv hoch fünf. Im Moment never ever, das Timing stimmt nicht."

Harald Stenger, der langjährige Pressesprecher des DFB, hatte zuvor erklört, er glaube daran, dass der Bayern-Trainer schon bald für das DFB-Team frei sein könnte.

Durch Rummenigges erneutes Machtwort könnte sich das allerdings nun doch erledigt haben.

SPORT1-Experte Reif sah in der Gesamtkonstellation eine Menge Zündstoff für ganz Fußball-Deutschland und erklärte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Flick wahnsinnig genug ist, zu sagen, so jetzt schmeiße ich hier einfach hin und marschiere weg. Den Konflikt, der dann zwischen DFB und FC Bayern entsteht, den möchte ich sehen."

Und der DFB? Der muss nun einen Kandidaten von seiner Liste streichen, der wie gebacken für den Bundestrainer-Job schien.

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