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Trainer Markus Gisdol und der 1. FC Köln liegen auf dem Relegationsplatz
Trainer Markus Gisdol und der 1. FC Köln liegen auf dem Relegationsplatz © Imago
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Wolfsburg - Der 1. FC Köln verliert unglücklich gegen den VfL Wolfsburg, bekommt Trainer Markus Gisdol ein weiteres Endspiel? Die Wölfe finden sich selbst "bodenlos schlecht".

Mit versteinerter Miene klatschte Markus Gisdol seine Spieler ab. Der Coach des 1. FC Köln war bedient.

Das über weite Strecken ansprechende Spiel der abstiegsbedrohten Rheinländer beim Champions-League-Aspiranten VfL Wolfsburg wurde nicht belohnt. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Am Ende mussten die Geißböcke nach der 0:1 (0:0)-Niederlage mit leeren Händen die Heimreise antreten. Die Abstiegssorgen des FC werden immer größer - auch die Gefahr für den Trainer?

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"Eine richtig dreckige Niederlage für uns, wenn man sieht, wie das Tor fällt, ist das eine bittere Niederlage. Wir haben in der ersten Halbzeit Wolfsburg deutlich vor Probleme gestellt. Jetzt fahren wir trotzdem mit nix nach Hause", sagte FC-Abwehrspieler Rafael Czichos bei Sky.

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Gisdol und Köln in Not: "Haben alles in unserer Hand"

Während Wolfsburg Platz drei festigte und nun elf Punkte Vorsprung auf Platz fünf hat, erlitten die Kölner trotz einer weitgehend ansprechenden Leistung im Kampf um den Klassenerhalt einen Rückschlag. Mit 23 Punkten belegt das Team von Gisdol weiterhin den Relegationsrang.

Der Druck auf Gisdol steigt vor dem kommenden Kellerduell gegen Mainz 05 wieder. Er mache sich keine Gedanken über seine Zukunft, sagte der Coach auf die Frage, welche Auswirkungen diese Niederlage auf seine Jobsicherheit habe. (Service: Tabelle der Bundesliga)

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"Wenn wir die Leistungen der vergangenen beiden Spiele halten können, und das ist die Aufgabe unserer Mannschaft, dann ist es für uns schnell möglich zu punkten", sammelte Gidsol Argumente: "Wir haben alles in unserer Hand. Jetzt ist man im ersten Moment traurig, dass wir heute nicht den Punkt oder die drei Punkte geholt haben."

Ob die gute Leistung trotz Niederlage genug war, um ihm ein weiteres Endspiel zu ermöglichen, werden die nächsten Tage zeigen. (Der Spielverlauf zum Nachlesen im LIVETICKER)

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"Fahren wieder mit nichts nach Hause"

"Wenn man sieht, wie das Tor fällt, ist das extrem bitter", haderte auch Kölns Verteidiger Rafael Czichos. "Wenn du da oben stehst, fallen dir die Dinger vor die Füße. Dann berührt noch einer 17-mal und dann geht er rein. Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir fußballerisch in dieser Saison besser waren. Jetzt stehen wir hier, gucken auf die Tabelle, analysieren unser Spiel und fahren wieder mit nichts nach Hause."

Josip Brekalo (69.) hatte das Tor des Tages für die Wölfe erzieltJ. In der Entstehung hatten sich allerdings Wout Weghorst und Maximilian Philipp an der Strafraumgrenze gegenseitig behindert, Weghorst beförderte den Ball im Fallen zu Brekalo der von links ins rechte untere Eck verwandelte. 

Wolfsburg feiert dreckigen Sieg: "Bodenlos schlecht"

So baute der VfL dank der Heimpleite von Borussia Dortmund den Vorsprung auf den BVB auf elf Punkte aus.

"Das war ein richtig dreckiger Sieg. Wir haben in der Halbzeitpause sehr deutliche Worte gefunden, so konnten wir nicht weiter Fußball spielen. Wenn man oben steht, schießt man dann so ein Drecksding rein", sagte der Wolfsburger Maximilian Arnold bei Sky: "Die erste Halbzeit war bodenlos schlecht von uns. Da hat es Köln sehr gut gemacht und hätte eigentlich in Fühfung gehen müssen. In der Halbzeit haben wir uns ein bisschen geschüttelt, haben deutliche Worte gefunden und haben dann auch besser Fußball gespielt."

Köln in der Hälfte überlegen - Hector trifft die Latte

Die Gäste fanden zunächst besser ins Spiel. Nach einer Flanke von Noah Katterbach tauchte plötzlich Jonas Hector allein vor Koen Casteels auf, knallte den Ball per Direktabnahme aber aus fünf Metern an die Latte (14.). 20 Minuten später verfehlte ein wuchtiger Distanzschuss sein Ziel nur knapp.

Der Kölner Kapitän war im ersten Durchgang der beste Mann auf dem Feld, agierte in einer überraschend offensiven Rolle und war an fünf der neun Kölner Torschüsse in der ersten Hälfte beteiligt. Allerdings mangelte es den Abschlüssen an Präzision. VfL-Keeper Casteels, der nun seit über sieben Stunden zuhause kein Gegentor kassiert hat, wurde nicht vor ernsthafte Probleme gestellt.

Brekalo lässt Wolfsburg aufatmen - Andersson feiert Comeback

Von Wolfsburg kam im Spiel nach vorne zu wenig, ein Schuss von Xaver Schlager aus 15 Metern war die einzig gefährliche Szene im Kölner Strafraum, ging aber knapp links am Tor vorbei (33.). Die Wölfe entwickelten ansonsten kaum Durchschlagskraft. Bezeichnend: Brekalo wurde beim Versuch, einen Distanzschuss anzusetzen noch entscheidend von Schiedsrichter Robert Hartmann behindert (35.) - der Unparteiische entschuldigte sich umgehend.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Niedersachsen deutlich aktiver. Yannick Gerhardt zielte mit einem Schlenzer zunächst etwas zu ungenau (49.) und scheiterte dann mit einem Kopfball an FC-Keeper Timo Horn (57.).

Skhiri verpasst Ausgleich in der Nachspielzeit

Die etwas glückliche, aber nicht unverdiente Führung für den VfL durch Brekalo (69.) verlieh den Gastgebern mehr Sicherheit. Bei Köln musste Kapitän Hector angeschlagen vom Platz (75.), für ihn kam Sebastian Andersson, der – ebenso wie Florian Kainz – nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte.

Ein großes Aufbäumen der Kölner blieb aber aus. Stattdessen verpasste in der Nachspielzeit Weghorst einen weiteren Wolfsburger Treffer (90.+3). Ellyes Skhiri hatte kurz vor Schluss doch noch den Ausgleich auf dem Kopf, setzte den Ball aber drüber (90.+5).

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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