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München - SPORT1-Experte Stefan Effenberg gibt Julian Nagelsmann einen guten Rat. Das Trainer-Thema bereitet ihm Sorgen. Fredi Bobic hält er für den Richtigen bei der Hertha.

Hallo Fußball-Freunde, 

Hansi Flick will den FC Bayern am Saisonende verlassen. Ich finde es sehr schade. Ich hätte mir gewünscht, dass Flick bei den Bayern eine Ära prägt. 

Ein entscheidender Grund ist sicherlich, dass er nicht die Möglichkeit hat oder hatte, auf dem Transfermarkt mitzuentscheiden. Aber die letzten Wochen waren auch nicht harmonisch. Flick hat es immer gesagt, er legt großen Wert auf Harmonie und die Wertschätzung. Das zeigt, wie tief der Graben zwischen Flick und Hasan Salihamidzic war. 

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Hansi Flick sieht die Gefahr, wo die Bayern in zwei oder drei Jahren hinsteuern. Wenn er in einer PK sagt, qualitativ ist der Kader in diesem Jahr nicht so gut wie im letzten Jahr, dann stimmt das ja zu 100 Prozent. Und er sieht die Gefahr, dass das in den nächsten Jahren nicht besser wird und deswegen ist die Entscheidung, auch sportlich gesehen, konsequent.  

Dieser Schritt ist der richtige gewesen, vor allem da er es vorher intern kommuniziert hat. Und wenn er es dann in die Öffentlichkeit gibt, dann ist nichts Verkehrtes daran. Da darf auch kein Bayern-Verantwortlicher überrascht sein(Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Effenberg: Bei Bayern hapert es an der Kommunikation

Fakt ist aber auch, dass es an der Kommunikation hapert, finde ich. Bei Bayern München war es in der Vergangenheit immer so, dass, wenn man nach außen geht oder etwas präsentiert, dann tut man das mit einer Stimme, und das ist bei Bayern nicht mehr der Fall. (Die Tabelle der Bundesliga)

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Die Bayern stehen jetzt schon unter Druck. Wir reden nicht von Monaten, die sie noch Zeit haben, sondern wir reden von ein paar Tagen oder zwei, drei Wochen, wo sie eine Entscheidung treffen müssen, einen neuen Trainer zu bekommen. 

Ich glaube, für Julian Nagelsmann wäre es für seine Entwicklung besser, wenn er seinen Vertrag in Leipzig bis 2023 erfüllt. Bayern München ist noch mal eine ganz andere Kategorie. 

Ralf Rangnick sehe ich auch nicht bei Bayern. Beim AC Mailand hat es nicht geklappt, beim DFB nicht, bei Schalke nicht, das muss ja alles Gründe haben. Bayern München kann ich mir bei ihm eher nicht vorstellen.  

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Effenberg: "Wir reden fast nur noch über Trainer"

Mittlerweise reden wir fast nur noch über die Trainer. Früher haben wir über die Spieler gesprochen. Rose, Hütter, Funkel, Flick. Wir reden über Ablösesummen für Trainer. Das macht mir echt Sorgen, dass die Trainer so eine große Diskussion aufbrechen. 

Und zwar, weil Verträge nicht eingehalten werden. Man bittet eventuell um Freigabe wie Flick, oder man hat Klauseln drin. Ob das für eine mittelfristige beziehungsweise langfristige gute Zusammenarbeit gut ist, wage ich zu bezweifeln.  

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Ein Blick nach Berlin: Die Hertha hat im Abstiegskampf noch machbare Gegner. Die Berliner sind in die Quarantäne mit einem positiven Lauf gegangen. Wenn du mit einer Niederlagenserie in die Quarantäne gegangen wärst, dann ist es für die Psyche noch viel schwieriger, daran zu arbeiten. Wenn die Spieler das umsetzen, was Geschäftsführer Carsten Schmidt sagt (er setzt auf Zusammenhalt und eine Jetzt-erst-recht-Stimmung, Anm.d.Red.), dann wird die Hertha nicht absteigen.  

Dass Fredi Bobic als Manager zur Hertha wechselt, kann ich absolut nachvollziehen. Das Unternehmen Hertha BSC ist megaspannend und interessant. Und bei Fredi darf man nicht vergessen, er kommt ein Stück weit nach Hause. Von daher ist das eine Personalie, die für mich 100 Prozent passt. 

Bis bald, Euer
Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 bildet der 52-Jährige mit Marcel Reif und Mario Basler das feste Experten-Team des CHECK24 Doppelpass.

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