Dopa: So stehen Bayerns Chancen gegen Real
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München - Wenn der FC Bayern im Champions-League-Halbfinale auf Real Madrid trifft, wird Arturo Vidal fehlen. Wer kann den Krieger ersetzen? SPORT1 zeigt die Alternativen.

Arturo Vidal kennt keinen Gegner, mit dem er es nicht aufnehmen würde. Je größer, desto besser.

Und es gibt derzeit nichts Größeres als die Königlichen von Real Madrid in der Welt des Arturo Vidal. Wo die meisten in Ehrfurcht erstarren, brodelt das Kriegerblut in seinen Adern erst richtig los.

Seinen ersehnten Kampf bekommt der Spieler des FC Bayern München am Mittwoch in der Champions League gegen Real (20.45 Uhr im LIVETICKER) aber nicht. Was die Gegner selten schaffen, hat Vidals Körper selbst besorgt: Er hat ihn besiegt.

Mit einer Knieverletzung fällt der Chilene aus und kann sich nicht Genugtuung für das Vorjahr verschaffen, als er im Champions-League-Viertelfinale im Hinspiel einen Elfmeter verschoss und im Rückspiel mit Gelb-Rot kurz vor der Verlängerung vom Platz flog.

Dopa: So stehen Bayerns Chancen gegen Real

Jupp Heynckes hat gegen Real mehrere Optionen

Für Bayern-Trainer Jupp Heynckes stellt sich die Frage: Wie ersetzt man einen Kämpfer wie den 30-Jährigen in einem so wichtigen Spiel?

Vidal ist zwar nicht immer auf den Laufwegen unterwegs, die in den Lehrbüchern verzeichnet sind, doch seine körperliche Präsenz, sein Gespür für Zweikämpfe und sein Wille sind in einem K.o.-Spiel Gold wert.

Gerade gegen Madrid hat Heynckes mehrere Möglichkeiten, den Chilenen zu ersetzen: Thiago, James Rodriguez, Sebastian Rudy oder sogar Niklas Süle (!).

Javi Martinez ist als Leuchtturm im defensiven Mittelfeld gesetzt, ihm die richtigen Partner an die Seite zu stellen, könnte gegen die Königlichen entscheidend werden.

Denn Zinedine Zidanes Mannschaft kann ein Spiel - gerade in der Champions League - auch ohne Ball so gut kontrollieren wie kaum eine andere Mannschaft auf der Welt.

Defensiv verschieben die Spieler um Cristiano Ronaldo geschickt und schlagen bei Ballgewinn zu wie ein Schwergewichts-Weltmeister, der auf eine Lücke in der Deckung gewartet hat.

Gerade im Umschaltverhalten in die Defensive waren die Münchner zuletzt anfällig, das hat auch das Pokalspiel gegen Leverkusen gezeigt. Wer also unterstützt Martinez im Kampf gegen die Überfälle der Madrilenen?

Thiago und James mit guten Aussichten

Vieles spricht für das Duo Thiago/James. Beide dürften eine besondere Einstellung zum Duell gegen Real finden. Ein Teil von Thiagos Herz schlägt immer noch für Barcelona, den Erzrivalen der Madrilenen.

James' Extra-Motivation hat persönlichere Hintergründe. Unter Zidane hatte er einen so schweren Stand, dass er nach München wechselte.

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Die beiden wären die künstlerische Option. Das Duo steht für Spielstärke und kreative Momente, doch sowohl James mit seiner Laufstärke als auch Thiago mit seinem Zweikampfverhalten (viertbeste Quote bei Bayern in der Liga) leisten ihren Beitrag zur Abwehr.

Defensivere Variante mit Rudy

Weniger Chancen dürfte Sebastian Rudy haben. Der ehemalige Hoffenheimer ist noch einen Beweis schuldig, dass er für die großen Spiele gemacht ist.

Zwar mehrten sich seine Bundesliga-Einsätze zuletzt wieder, doch das dürfte auch dem Umstand geschuldet sein, dass Bayern schon Meister ist.

In der Champions League wurde er das bisher letzte Mal im Gruppenspiel gegen Paris Saint-Germain eingesetzt. Der 28-Jährige wäre eine deutlich defensivere Variante.

Süle überzeugt gegen Hannover

Oder kommt am Ende doch die große Überraschung? Beim 3:0-Sieg in Hannover pflügte Niklas Süle, eigentlich Innenverteidiger, durchs defensive Mittelfeld. Die Gegenspieler prallten reihenweise an seinem 96-Kilo-Körper ab.

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Keine Option dürfte zudem Corentin Tolisso sein, nominell der erste Vidal-Vertreter. Der Franzose kuriert noch eine Schienbeinprellung aus und wird am Mittwoch wohl auf der Tribüne sitzen.

Sollte Heynckes also die erwartete Variante mit Thiago und James wählen, würde das klar auf Kosten der Defensive gehen.

Daher könnten Rudy und/oder Süle für das Rückspiel je nach Ausgangslage durchaus eine Option sein.

Ganz ohne Hintergedanken hätte der Trainerfuchs sonst gegen Hannover sicher nicht Süle auf der 6 und Rudy (1 Tor, 1 Torvorlage) auf der 8 getestet.

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