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Ismaning - Das Aus gegen Real Madrid war unnötig, zeigt aber auch Schwächen des FC Bayern. Der überalterte Kader benötigt frisches Blut. Dafür braucht es Mut und Geld.

Eine Erkenntnis hat das bittere K.o. im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid in jedem Fall gebracht: Auch der FC Bayern kann die Naturgesetze nicht außer Kraft setzen, selbst Jupp Heynckes nicht die Zeit anhalten.

Nichts anderes hatten Uli Hoeneß und Co. ja versucht, als sie den Rentner vom Niederrhein im Herbst zum Sensations-Comeback überredeten.

Wäre ja auch eine tolle Geschichte gewesen: Mit nahezu dem gleichen Personal auf der Trainerbank und auf dem Platz den Triple-Triumph von 2013 zu wiederholen.

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Doch ausgerechnet in der entscheidenden Saisonphase brach das Gebilde zusammen, weil gleich sechs Stammspieler im Halbfinal-Rückspiel verletzt fehlten. Eigentlich kein Wunder, denn die Helden von Wembley sind eben fünf Jahre älter und somit auch viel anfälliger geworden.

Das ist für die Bayern besonders bitter, weil selbst mit der B-Elf ein äußerst anfälliges Real Madrid an den Rande des K.o. gedrängt wurde. Der deutsche Rekordmeister war besser, scheiterte aber offensiv wie defensiv am eigenen Unvermögen.

Somit wurde die Riesenchance auf den sechsten Gewinn des Henkelpotts leichtfertig verspielt, denn in Zukunft wird es deutlich schwerer werden. Zum einen, weil die internationalen Topteams aus Manchester, Paris und London weiter mit Millionentransfers aufrüsten werden.

Zum anderen, weil die Münchner dringend einen Neuanfang brauchen. Die überalterte Mannschaft muss umgebaut werden zu einem Team mit Perspektive. Dazu aber sind bessere Transfers als in den letzten Jahren zwingend nötig.

Seit dem Erfolgsjahr 2013 hat fast kein Einkauf mehr auf Anhieb eingeschlagen. Sicherlich besitzen Youngster wie Joshua Kimmich, Niklas Süle oder Kingsley Coman großes Potenzial, zu den Anführern gehören sie aber noch lange nicht.

Wenn es den Bayern reicht, die Bundesliga nach Belieben zu dominieren, reichen Verstärkungen wie Serge Gnabry völlig aus. Das hat spätestens der lockere Sieg der C-Elf gegen Eintracht Frankfurt gezeigt.

Will der Klub allerdings dauerhaft um den Champions-League-Titel mitspielen, muss er mutiger agieren und ernsthaft über einen Transfer deutlich über der bisherigen Rekordmarke von 42 Milionen Euro nachdenken. Geld schießt eben Tore – und das war die größte Bayern-Schwäche gegen Real.

Dabei muss man aber gar nicht zwangsläufig ganz tief in die Tasche greifen, sondern vielleicht einfach etwas mutiger agieren. Als Vorbild dient zum Beispiel der FC Liverpool um seinen deutschen Erfolgscoach Jürgen Klopp. 

Der gab für sein überragende Offensive mit Salah (42 Millionen), Firmino (41) und Mane (40) nicht viel mehr aus als die Bayern für ihre Topeinkäufe.

Nur einer aus dem Trio hätte gegen Real sehr wahrscheinlich gereicht, um jetzt im Finale zu stehen. Deshalb braucht Bayern solche Gewinnertypen, wenn man in Europa weiter vorne dabei sein will.

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