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München - Dreieinhalb Jahre zieht Jürgen Klopp nun schon die Fäden in Liverpool. Einen Titel konnte er bislang noch nicht gewinnen - obwohl er es versprochen hat.

Wenn Jürgen Klopp sein Versprechen halten will, muss ein Wunder her.

Bei seinem Amtsantritt beim FC Liverpool im Oktober 2015 verkündete der Trainer: "Wenn wir in vier Jahren hier sitzen, werden wir einen Titel gewonnen haben. Oder ich werde vielleicht Trainer in der Schweiz."

Um vier Jahre später, also im Oktober dieses Jahres, nicht immer noch titellos dazustehen, muss Klopp eine der verbleibenden beiden Chancen bis zum Saisonende nutzen. Doch weder in der Premier League noch in der Champions League sieht es danach aus.

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Liverpool muss auf Patzer von ManCity hoffen

Ein Punkt beträgt der Rückstand der Reds in der Liga auf Tabellenführer Manchester City. Dass das Team von Trainer Pep Guardiola an den verbleibenden beiden Spieltagen gegen Leicester City oder bei Brighton & Hove Albion stolpert, ist äußerst unwahrscheinlich. (Tabelle der Premier League)

Und seit Mittwochabend ist auch der Traum vom Champions-League-Triumph so gut wie geplatzt: Um den 0:3-Rückstand aus dem Hinspiel beim FC Barcelona am kommenden Dienstag (Champions League: FC Liverpool - FC Barcelona am Dienstag um 21 Uhr im LIVETICKER) an der Anfield Road wettzumachen, braucht Klopps Mannschaft ein größeres Fußballwunder.

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Muss sich Klopp nun also wirklich mit der Schweiz befassen? Vermutlich nicht, denn unter dem Strich spielt Liverpool erneut eine großartige Saison.

Der Klub von der Anfield Road hat den eigenen Punkterekord in der Premier League bereits pulverisiert. Das Problem: ManCity ist einfach noch einen Tick besser.

Klopp hat Spaß bei Niederlage gegen Barca

Und in der europäischen Königsklasse kann man schon mal gegen ein supereffizientes Barca mit einem überragenden Lionel Messi im Halbfinale scheitern.

"Ich habe richtig Spaß gehabt, außer dem Ergebnis fand ich alles gut. Das müssen wir dann halt so akzeptieren", lächelte Klopp die klare Niederlage im Camp Nuo weg.

Doch am Ende wird jeder Trainer an Titeln gemessen. Und einige der verpassten Chancen muss sich auch Klopp ankreiden lassen.

Frühes Aus in FA Cup und League Cup

In den beiden nationalen Pokalwettbewerben schmiss der 51-Jährige regelmäßig die Rotationsmaschine an, weshalb sich die Reds diese Saison bereits früh aus FA Cup (1:2 in der 3. Runde in Wolverhampton) und League Cup (1:2 in der 3. Runde gegen Chelsea) verabschieden mussten.

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Angesichts von Transferausgaben in Höhe von rund 435 Millionen in den letzten drei Jahren hat Klopp im Vergleich zu Guardiola zu wenig herausgeholt. Die Citizens stehen vor ihrer zweiten Meisterschaft unter dem Katalanen und haben seit seiner Verpflichtung zweimal den Ligapokal gewonnen.

Diesen Makel bekam Klopp nun auch noch von einem der besten Trainer dieser Zeit aufs Brot geschmiert. "Jürgen ist in dem Verein und gewinnt seit dreieinhalb Jahren absolut nichts. Und der Klub hat noch das Vertrauen, die Zuversicht und die Mittel, an ihm festzuhalten", lästerte José Mourinho bei beIN Sports.

Auch auf der Insel mehren sich die kritischen Stimmen, ernsthaft in Frage gestellt wird Klopp aber vorerst wohl nicht - auch wenn diese Saison für den FC Liverpool erneut ohne Titel enden sollte. Der frühere Mainzer und Dortmunder Coach hat das Team seit seinem Amtsantritt klar verbessert.

Hält der Trend an, wird er auch sein Titelversprechen einlösen können - wenn auch etwas verspätet.

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