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Robert Lewandowski zeigt sich nach dem Finale der Champions League ungewohnt emotional. Der Pole erklärt seine Tränen - und würde sich selbst zum Weltfußballer wählen.

Den Pokal mit den großen Ohren vor den Füßen, die Medaille um den Hals, in den weit ausgebreiteten Armen die Flagge Polens.

Für Robert Lewandowski ging mit dem Gewinn der Champions League mit dem FC Bayern ein Traum in Erfüllung.

"Ich habe mir immer vorgestellt, dass ich so ein Foto machen würde, wenn ich diesen Titel gewinne", sagte der Torjäger der Münchner in einem Interview mit dem polnischen Portal Sportowe Fakty.

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Bevor Lewandowski für die Fotografen posiert hatte, hatten ihn allerdings seine Gefühle übermannt. Tränen kullerten über die Wangen des 32-Jährigen.

"Früher habe ich meine Gefühle oft versteckt, ich konnte oder wollte sie nicht zeigen. Aber der Lewandowski von vor zehn Jahren und der von heute sind nicht dieselben", erklärte der Pole.

"Nach dem Schlusspfiff hatte ich keine Kontrolle darüber, was passiert. Ich habe mich gefreut wie ein Kind. Es war die spontane Reaktion eines glücklichen Menschen."

Kurz darauf rief Lewandowski noch auf dem Rasen seine Frau Anna an - ein ganz besonderer Augenblick. "Sie kann Ihnen sagen, wie sehr wir für diesen Moment gekämpft haben", so Lewandowski, der nach Abpfiff unzählige Glückwünsche erhielt.

"Ich habe viele Videos meiner liebsten Menschen bekommen, die das Finale vor dem Fernseher erlebt haben und vor Freude weinten. Daran werde ich mich am meisten erinnern."

Weltfußballer? Lewandowski plädiert für sich selbst

Dass er selbst im Finale nicht traf, hängt dem Kapitän der polnischen Nationalmannschaft nicht nach. "Es kommt oft vor, dass in Endspielen jemand anderes ein Tor erzielt. Ich war nicht böse oder traurig", stellte Lewandowski klar. "Das Wohl des Teams war mir wichtig. Es ging nur darum, zu gewinnen."

Zuvor hatte er mit 15 Toren und sechs Vorlagen aber entscheidenden Anteil daran, dass der FC Bayern überhaupt das Finale erreichte. Ohnehin hat Lewandowski mit 65 Torbeteiligungen in 47 Pflichtspielen eine herausragende Saison gespielt.

Kein Wunder, dass er für viele als Top-Favorit für den Titel des Weltfußballers des Jahres gilt, den die FIFA nach einiger Ungewissheit nun doch vergeben wird.

Thomas Müller herzt Robert Lewandowski nach dem Abpfiff in Lissabon
Thomas Müller herzt Robert Lewandowski nach dem Abpfiff in Lissabon © Imago
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Auf die Frage, wem er den Titel des Weltfußballers geben würde, antwortete der Bayern-Stürmer dementsprechend selbstbewusst: "Mir selbst!"

"Wir haben mit dem FC Bayern alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Ich bin in jedem Wettbewerb Torschützenkönig geworden", lieferte Lewandowski die Erklärung gleich mit.

"Ich verstehe, dass bei anderen Teams der Druck auf einzelne Spieler vielleicht noch höher ist, aber ist es nicht so, dass jeder Spieler den Goldenen Ball gewinnen würde, der das erreicht hat, was ich geschafft habe?"

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Lewandowski: Bayern noch lange nicht satt

Unabhängig vom Ausgang der Wahl hofft der Nationalspieler auf weitere große Erfolge mit seinem Team.

"Ich spiele im besten Club Europas und hoffe, dass sich daran nichts ändert", stellte der Vater zweier Töchter fest. "Keiner von uns bei Bayern wird mit dem Erreichten zufrieden sein."

Auch an ein Karriereende denkt Lewandowski trotz seines für Fußballer fortgeschrittenen Alters noch nicht.

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"Ihr werdet mich nicht so leicht los"

"Ich habe oft gesagt, dass dies nicht mein letzter Vertrag sein wird", sagte der 32-Jährige. "Aktuell ist 2023 (das Jahr, in dem Lewandowskis Vertrag ausläuft, d. Red.) ein weit entferntes Datum. Ich möchte noch länger auf höchstem Niveau spielen und habe keine Angst wegen meiner Fitness oder der Gesundheit."

Am Ende werde der Kopf entscheiden, wie lange seine Karriere noch andauern wird.

Lewandowskis Schlusswort: "Ihr werdet mich nicht so leicht los!"

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