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München - Gegen den FC Bayern muss der FC Chelsea auf ein Wunder hoffen. In der kommenden Saison aber folgt ein Großangriff mit Timo Werner - und Kai Havertz?

Roman Abramowitsch wird sich wohl nicht bei Frank Lampard melden, egal wie das Spiel gegen den FC Bayern München ausgeht.

Wahrscheinlich nicht mal dann, wenn dem FC Chelsea das Wunder gelingt, das 0:3 aus dem Hinspiel wettzumachen und ins Finalturnier der Champions League einzuziehen (Champions League: FC Bayern - FC Chelsea, Sa. ab 21 Uhr im LIVETICKER).

Der russische Milliardär und langjährige Besitzer der Blues tritt selten bis nie mit ihnen in Kontakt, darüber hat Lampard vor kurzem ganz offen gesprochen.

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Es sei auch nicht so wichtig, findet das Klubidol: Er habe dafür ein blendendes Verhältnis mit der mächtigen Exekutivdirektorin Marina Granovskaia und mit seinem früheren Teamkollegen Petr Cech, der nun eine als "Technischer Berater" umschriebene Management-Rolle im Klub hat.

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Mit diesen bastelt Lampard gerade daran, dass sein Klub in der kommenden Saison eine etwas bessere Ausgangsposition hat, um in der Premier League und der Königsklasse wieder vorn mitzumischen. Ein Projekt, das in Fußball-Europa aufmerksam verfolgt wird - und schon recht vielversprechend begonnen hat.

Größere Ziele nach Deal mit Timo Werner

Der sechsmalige englische Meister steht - wahrscheinlich - vor dem Ende einer Spielzeit, die eher als Übergangssaison einzuordnen war.

Chelsea konnte sich im Sommer wegen einer Transfersperre nicht verstärken, ein Angriff auf Meister FC Liverpool und den entthronten Titelverteidiger Manchester City war da nicht zu erwarten. Der Klub von Antonio Rüdiger wurde Tabellen-Vierter, mit 33 Punkten Abstand auf Liverpool. Im FA-Cup-Finale schnappte der FC Arsenal Lampard den möglichen ersten Titel weg.

Nach allgemeiner Ansicht hat Lampard sich dennoch gut geschlagen, junge Spieler in Szene gesetzt. Unter anderem überzeugte er bekanntlich den zum FC Bayern tendierenden Youngster Callum Hudson-Odoi vom Verbleib in London und band ihn ein. Auch Bayern-Coach Hansi Flick ist der Meinung, dass Lampard das Beste aus seinen Möglichkeiten gemacht hat, sprach bei der Pressekonferenz vor dem Spiel ein "Riesen-Kompliment" aus.

Nun darf Chelsea wieder auf dem Transfermarkt aktiv werden und hat erste Ausrufezeichen gesetzt: Für insgesamt 93 Millionen Euro kommen Timo Werner von RB Leipzig und Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam. An einem noch größeren Deal mit einem Bundesligaspieler wird bekanntlich gearbeitet.

Kai Havertz als Königstransfer Nummer 2?

Gelingt der anvisierte, aber noch stockende Wechsel des heiß begehrten Kai Havertz von Bayer Leverkusen, wäre er quasi der zweite Königstransfer nach Werner - von dem Chelsea sich verspricht, dass er nachträglich die Lücke schließt, die der einstige Torgarant Eden Hazard auf derselben Position hinterlassen hatte.

Die Verpflichtung von Havertz – der auch als Flügelpartner von Werner auf der rechten Seite einsetzbar ist - würde die aktuell um den jungen Mittelstürmer Tammy Abraham aufgebaute Offensive noch weiter veredeln. Und die Entschlossenheit, mit der die Londoner derzeit in ihre sportliche Zukunft investieren, weiter unterstreichen.

Druck auf Frank Lampard wächst

Letztlich braucht Lampard ja keinen persönlichen Anruf oder eine SMS von Abramowitsch, um zu wissen: 33 Punkte Abstand zu Platz 1 sind dem Oligarchen ein paar zu viel.

Und der 42 Jahre alte Coach ist auch lang genug im Klub, um zu wissen, dass Abramowitschs distanziertes Verhältnis zu seinen Übungsleitern mit einer nicht allzu großen Geduld einhergeht.

In englischen Medien wird schon kolportiert, dass die Ansprüche des Chelsea-Eigners an Lampard in der kommenden Saison deutlich steigen werden. Und je spektakulärer der Transfersommer noch wird, desto größer wird auch der Druck, ihn in schnelle Ergebnisse umzumünzen

In München bietet sich für Lampards Chelsea erstmal die letzte Gelegenheit, ohne Druck aufzuspielen. Was nicht unbedingt eine ungefährliche Konstellation für die Bayern ist.

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