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Felix Zwayer stand im Champions-League-Achtelfinale zwischen Atlético und Juve im Fokus
Felix Zwayer stand im Champions-League-Achtelfinale zwischen Atlético und Juve im Fokus © Imago
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Die UEFA beleuchtet in der Dokumentation "Man in the middle" die Arbeit der Champions-League-Schiedsrichter. Felix Zwayer spricht darin über ein hitziges Duell.

Es war das Spiel, das vor allem wegen Diego Simeones "Eiertanz" in die Geschichte einging.

Nach dem 2:0-Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel gegen Juventus Turin fasste sich der Coach von Atlético Madrid mit beiden Händen in den Schritt - es war der emotionale Höhepunkt nach einer hitzigen Partie im Februar 2019, bei der der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer vermehrt im Fokus stand.

"Das war natürlich ein Spiel unter hohem Druck. Die Atmosphäre war wirklich aufgeheizt im Stadion und auf dem Feld. Es gab viele Torchancen, es war ein ganz enges Spiel", sagte Zwayer in der vierteiligen UEFA-Dokumentation "Man in the middle", die seit dem 16. November wöchentlich auf den UEFA-Kanälen erscheint.

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Zwayer nimmt Atlético-Tor von Morata zurück

Erstmals große Aufregung herrschte in der 27. Minute, als Zwayer nach einem Foul an Diego Costa auf Elfmeter für Atlético entschied, die Entscheidung nach Sichtung der Videobilder aber korrigierte, da das Vergehen außerhalb des Strafraums stattfand.

In der 70. Minute bejubelten die Atlético-Anhänger die vermeintliche Führung durch Álvaro Morata. "Dann traf Morata", schilderte Zwayer die Szene, die er im ersten Moment nicht ganz genau wahrnahm: "Um ehrlich zu sein, hatte ich ein Gefühl, dass es einen Schubser gab, den ich nicht sehen konnte, weil ich zuvor den Zweikampf und die Flanke verfolgt hatte. Es geht alles sehr schnell. Das einzige, was passiert sein konnte, war ein Schubser, weil Morata so viel Platz hatte."

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Morata hatte sich in der Tat vor seinem Kopfball mit einem leichten Schubser gegen Giorgio Chiellini entscheidend Platz verschafft. Der Italiener war dabei zu Boden gegangen und hatte anschließend wild gestikulierend protestiert.

Zwayer über VAR: "... dann gibt es etwas, was meine Meinung ändert"

"Ich hielt Rücksprache mit meinem VAR", fuhr Zwayer fort. "Er sagte, wenn wir das Tor aberkennen wollen, brauchen wir einen klaren Beweis, einen deutlich sichtbaren Schubser. Dann riefen sie mich an den Monitor. Und da wusste ich schon, ich werde das Tor aberkennen müssen, weil es offenbar beweisende Bilder für den Schubser gab. Das ging dann ziemlich schnell vor dem Monitor. Ich weiß, wenn sie mich zum Monitor rufen, dass es dann etwas gibt, was meine Meinung ändert."

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Zwayer nahm den Treffer schließlich zurück, was die Atmosphäre im Wanda Metropolitano noch weiter aufheizte. Durch zwei späte Tore von José Giménez (78.) und Diego Godín (83.) entschieden die Colchoneros die Partie dennoch für sich. Im Rückspiel schied Atléti allerdings nach einer 0:3-Niederlage in Turin aus.

UEFA produziert Doku über Schiedsrichter

Neben Zwayer kommen noch 15 weitere Unparteiische in der von der UEFA produzierten Dokumentation zu Wort und gewähren Einblicke in ihr Berufs- und Privatleben.

"Ich bin Schiedsrichter, weil ich dem Fußball helfen und ihn unterstützen will", sagte Zwayer. "Ich bin Teil davon, aber nicht der größte Teil. Ich bin nur der Schiedsrichter, das ist zwar ziemlich wichtig. Aber kein Zuschauer kommt für den Schiedsrichter ins Stadion."

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