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Bei Real Madrid ist für Borussia Mönchengladbach nichts zu holen. Die Fohlen erreichen dank eines Remis im Parallelspiel aber trotzdem das Achtelfinale.

Das große Zittern ging nach dem Schlusspfiff erst so richtig los.

In zwei Grüppchen versammelte sich die Gladbacher Mannschaft auf Höhe des Spielertunnels im Estadio Alfredo Di Stéfano und vor der Ersatzbank. Die Gladbacher hatten nach der 0:2 (0:2)-Niederlage im letzten Gruppenspiel bei Real Madrid ihr Schicksal nicht mehr in den eigenen Händen.

Mit gebannten Blicken starrten Spieler, Trainer und Betreuer daher in ihre Smartphones, iPads und Tablets. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

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Die Gladbacher verfolgen gebannt das Geschehen in Mailand auf dem iPad
Die Gladbacher verfolgen gebannt das Geschehen in Mailand auf dem iPad © Imago

Dort lief das Parallelspiel zwischen Inter Mailand und Schachtor Donezk - und es wollte nicht enden. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League

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Kramer: "Pfeif doch ab"

"Pfeif doch endlich ab", schrie Christoph Kramer. "Sieben Minuten Nachspielzeit, das ist verrückt", seufzte Assistenzcoach Oliver Neuville. Inter warf beim Stande von 0:0 alles nach vorne, Donezk sicherte lieber das Remis das zumindest für Platz drei und die Quali für die Europa League reichte. Aber nur ein Tor - egal für wen - hätte Gladbachs Aus bedeutet.

Kramer lief zu Denis Zakaria, der es vor Anspannung ebenfalls kaum aushielt. Beide umarmten sich. Sie zitterten und bibberten gemeinsam. (Die SPORT1-Einzelkritik)

Dann ertönte im 1.200 Kilometer entfernten Mailand der Abpfiff! Gleichzeitig das Startsignal für grenzenlosen Jubel in Madrid. Die Gladbacher stürmten in Richtung Mittelkreis und schrien ihre Freude in den Madrider Nachthimmel. "Wahnsinn, Wahnsinn", beschrieb Lars Stindl bei DAZN die letzten Minuten auf dem Rasen.

Gladbach feiert historischen Achtelfinal-Einzug

Um 22.54 Uhr war der erste Achtelfinal-Einzug der Champions League für die Borussia perfekt! Die Fohlen hüpften und tanzten ausgelassen im leeren Estadio Alfredo di Stéfano und bejubelten die wohl schönste Pleite der Vereinsgeschichte. (Die Tabellen der Champions League)

Coach Marco Rose schilderte hinterher den Zitter-Moment so: "Die Jungs haben ihr Handy angemacht, Livescores geschaut. Es gab unterschiedliche Spielzeiten auf verschiedenen Handys. Dann war das Spiel irgendwann zu Ende. Ich glaube jeder in Madrid hat dann irgendwann gehört, dass wir etwas zu feiern haben."

Stindl ergänzte: "Wir machen heute unser schlechtestes Spiel in der Vorrunde und kommen trotzdem weiter. Ich denke, dass haben wir uns durch die letzten Spiele verdient."

Kopfballungeheuer Karim Benzema (9., 32.) schien mit seinem Doppelpack die Gladbacher Träume von der sportlich attraktiven und finanziell lukrativen K.o.-Runde schon zerstört zu haben, doch dann kam die erlösende Botschaft. Bei der Auslosung am Montag drohen zwar Topgegner wie der FC Liverpool und Paris St. Germain, doch weitere 9,5 Millionen Euro an Prämie sind den Rheinländern sicher. Mit Gladbach, Titelverteidiger Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig haben zudem erstmals seit sechs Jahren vier Fußball-Bundesligisten das Achtelfinale der Champions League erreicht. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

"Wir haben viel Lehrgeld bezahlt", sagte Gladbachs Trainer Marco Rose. "Gegen ein starkes Real Madrid haben wir wenig auf den Platz bekommen. Wir hatten keinen Zugriff. Wir haben aber verdient das Achtelfinale erreicht. Wir haben in einer starken Gruppe acht Punkte geholt. Ich bin stolz auf die Mannschaft. Das haben uns im Vorfeld nicht viele zugetraut."

Eine gute Nachricht erreichte Rose vor dem Anpfiff. Innenverteidiger Nico Elvedi stand nach überstandener Muskelverletzung wieder zur Verfügung. "Wir müssen mutig sein", hatte Nationalspieler Matthias Ginter vor dem Auftritt im kleinen Estadio Alfredo Di Stefano gefordert.

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Doch davon war in der Anfangsphase nichts zu sehen. Lucas Vazquez hatte auf der rechten Seite viel zu viel Platz, seine präzise Flanke köpfte Benzema zur frühen Führung ein. Der französische Torjäger hatte sich Ginter und Stefan Lainer geschickt davongeschlichen.

Die Gäste legten ihren Respekt nach dem Rückstand kurzzeitig ab. Marcus Thuram prüfte erstmals Real-Torhüter Thibaut Courtois (10.), dann bot sich Alassane Plea nach schönem Zuspiel von Nationalspieler Florian Neuhaus die große Chance zum Ausgleich. Der Franzose setzte den Ball frei vor Courtois aber neben das Tor und schlug danach fassungslos die Hände vors Gesicht (25.).

Real verpasst höheren Sieg

In der Folge übernahm Real aber wieder das Kommando. Toni Kroos, Luka Modric und Co. ließen den Ball zirkulieren, die Gladbacher liefen häufig nur hinterher. Zudem fehlte die Zuordnung in der Defensive. Elvedi verhielt sich gegen Rodrygo viel zu passiv, dessen Flanke köpfte erneut Benzema aus kurzer Distanz ein. Ginter hatte den Mittelstürmer erneut aus den Augen verloren. Torhüter Yann Sommer verhinderte gegen Modric (39.) einen noch höheren Pausenrückstand.

Rose reagierte und veränderte mit Wiederanpfiff sein Personal und System. Denis Zakaria und Valentino Lazaro ersetzen den unsicheren Oscar Wendt und den wirkungslosen Breel Embolo. Doch Real war weiter spielbestimmend. Benzema scheiterte per Kopf an Sommer (49.).

Während die Gladbacher im Hinspiel (2:2 nach 2:0) immer wieder Nadelstiche gesetzt hatten, kamen sie auf dem Platz der zweiten Mannschaft von Real nur selten zu ihrem gefürchteten Umschaltspiel. Das legendäre Bernabeu-Stadion ist wegen Umbauarbeiten aktuell gesperrt.

Gladbach war zwar im zweiten Durchgang bemüht, es fehlte aber an Ideen und Durchschlagskraft, um die von Sergio Ramos organisierte Abwehr der Gastgeber ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Plea schoss aus der Drehung zudem vorbei (65.). Aber Real blieb weiterhin gefährlicher. Sommer rettete glänzend gegen Ramos, Benzema traf beim Nachschuss die Latte (73.). Vazquez traf den Pfosten (79.).

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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