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Madrid - Borussia Mönchengladbach steht in der Champions League vor dem entscheidenden Duell mit Real Madrid. SPORT1 zeigt, was Gladbach für die Sensation braucht.

Auf zur Sensation!

Um 14 Uhr ist der Borussia-Tross mit einer Chartermaschine vom Düsseldorfer Flughafen nach Madrid aufgebrochen. In der spanischen Hauptstadt wollen die Gladbacher am Mittwochabend die Königsklassen-Sensation bei Real perfekt machen. (Champions League: Real Madrid - Borussia Mönchengladbach ab 21 Uhr im LIVETICKER)

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Trainer Marco Rose machte vor dem Abflug eine klare Ansage: "Wir wollen weiterkommen und unsere Chance wahrnehmen!" (Die Tabellen der Champions League)

Gladbach reicht ein Remis gegen Real

In Madrid werden die Schwarz-Weiß-Grünen nicht im altehrwürdigen Santiago Bernabéu, sondern im Amateur-Stadion Alfredo Di Stéfano auflaufen. Dort trägt Real während der Umbauarbeiten im großen Fußballtempel vorübergehend seine Heimspiele aus. "Wir hätten liebend gerne in einem vollen Bernabéu gespielt", sagt Rose.

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Ob Bernabéu oder Di Stéfano - die Ausgangslage ist klar: Ein Unentschieden reicht der Borussia, um erstmals in der Klub-Geschichte in die K.o.-Phase der Champions League einzuziehen. Es wäre das wertvollste Remis der Klub-Historie, schließlich winken den Fohlen bei einem Weiterkommen zusätzliche Einnahmen in Höhe von 9,5 Millionen Euro. Ein Remis würde 900.000 Euro, ein Sieg 2,7 Millionen Euro in die Klubkasse spülen. (Der Spielplan der Champions League)

Trennen sich Inter Mailand und Donezk remis, käme Gladbach sogar bei einer Niederlage weiter. 

Auf Rechenspiele haben sie bei der Borussia allerdings keine Lust. Abwehrchef Matthias Ginter sagt: "Wir wollen auf jeden Fall in Madrid gewinnen und unbedingt als Erster in die nächste Runde."

Was braucht es für die Fohlen, um die Sensation bei den kriselnden Königlichen zu schaffen und diese "verrückte" (Ginter) Hammergruppe B zu überstehen? "Eine gute, hervorragende Leistung", betont Rose. "Wir müssen unglaublich leidenschaftlich und fleißig verteidigen und unsere Chancen vorne nutzen. Das traue ich meiner Mannschaft zu."

Thuram, Stindl und Pléa in Torlaune

Der Blick auf die eigene Offensivreihe kann, ja muss den Gladbachern Mut machen. Im Angriff ist die Borussia ein echtes Spitzenteam. 16 Treffer erzielten die Fohlen bislang - kein Team traf vor dem sechsten und letzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase öfter. Im Fokus dabei: Die Top-Torjäger Alassane Plea (5 Tore, 3 Assists) und Marcus Thuram (2 Tore, 4 Assists). Auf die beiden Ausnahmestürmer, die in Gladbach noch bis 2023 unter Vertrag stehen, sich aber längst auf die Notizzettel zahlreicher Top-Klubs geschossen haben, wird es ankommen.

"Wir sind froh, dass wir solche Top-Spieler in unseren Reihen haben", sagt Sportchef Max Eberl über das Interesse anderer Klubs an seinen Angreifern. "Wir sind ein großer Klub, der in der Champions League spielt. Wir haben genug zu bieten, um solche Spieler zu halten."

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Damit das so bleibt, wäre ein Weiterkommen wichtig. So könnte Gladbach seinen begehrten Topspielern - wie auch Denis Zakaria (Vertrag bis 2022) oder Florian Neuhaus (2024) - eine Perspektive bieten.

Top sind die Fohlen auch vom Punkt. Sechs Elfmeter (zwei in der Königsklasse) hat die Elf vom Niederrhein in dieser Saison schon bekommen - Kapitän Lars Stindl (3), Jonas Hofmann (2) und Ramy Bensebaini (1) versenkten alle eiskalt.

Wer ersetzt Bensebaini, Jantschke und Elvedi?

Aktuell drückt bei den Gladbachern allerdings hinten der Schuh - und der Blick auf die Personalsituation treibt den Verantwortlichen Sorgenfalten auf die Stirn. Bensebaini wird nach seiner Covid-19-Infektion in Madrid noch nicht dabei sein, Tony Jantschke fällt mit Knieproblemen aus und Nico Elvedi wackelt. Möglich, dass wie schon beim 2:2 am Wochenende gegen Freiburg Christoph Kramer als Not-Innenverteidiger aushelfen wird.

Sieben Gegentreffer mussten die Gladbacher in der Königsklasse hinnehmen, 16 in der Liga. "Wenn man sich unsere Gegentore ansieht, weiß man ganz genau, woran es hakt", moniert Ginter bei DAZN. "Es passiert zum Teil zu einfach. Wir bringen uns um den Lohn, gerade bei Standardsituationen."

Kassierten die Gladbacher in der Champions League nur ein Standard-Tor, sind es in der Liga schon fünf. Bei ruhenden Bällen sind die Fohlen verwundbar. Beide Gegentreffer gegen Freiburg fielen im Übrigen so.

Und ausgerechnet jetzt meldet sich Reals Superstar und Kopfballungeheuer Sergio Ramos fit. "Er ist dabei und extra auf dieses Spiel hin fitgemacht worden", sagt Rose.

Noch kein Spitzenteam sind die Gladbacher außerdem mit Blick auf die verspielten Punkte nach eigener Führung. Zu oft ging dem Rose-Team in dieser Saison in der Schlussphase die Puste aus. Sechs von 16 Pflichtspielen (darunter die beiden 2:2 gegen Inter und Real) endeten remis. Bitter: In allen Spielen führten die Fohlen. "Es ist sehr ernüchternd, wenn man so viel investiert", sagt Ginter. "Es ist eine Sache der Konzentration und Aufmerksamkeit der ganzen Mannschaft, um den Spielstand über die Zeit zu bringen und sich noch mal reinzuwerfen."

In Madrid können die Fohlen am Mittwoch mit einer konzentrierten Top-Leistung Historisches schaffen. "Wir haben ein Endspiel vor der Brust", sagt Rose. Und Ginter ergänzt: "Es wäre eine Enttäuschung, wenn wir es nicht schaffen würden."

Für die Borussia heißt es: Auf zur Sensation!

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