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Dortmund - Borussia Dortmund hat sich bei der 1:2-Pleite bei Manchester City achtbar geschlagen. Damit der Einzug ins CL-Halbfinale gelingt, muss der BVB aber ballsicherer werden.

Es war eine der Schlüsselszenen des Hinspiels: Emre Can unterläuft ein Fehlpass, infolgedessen City über Riyad Mahrez und Kevin De Bruyne die Führung erzielt.

Natürlich wäre es ein Leichtes mit dem Finger einzig auf Can zu zeigen, der ohnehin keinen sicheren Eindruck hinterließ. Aber der 27-Jährige war gewissermaßen ein Opfer der Umstände. Genau wie sein eigentlich noch passsicherer Hintermann Mats Hummels suchte Can bei der 1:2-Pleite bei Manchester City häufig schon fast verzweifelt nach einer Anspielstation. (Champions League: Borussia Dortmund - Manchester City, Mittwoch 21 Uhr im LIVETICKER)

BVB-Trainer Edin Terzic hatte die Devise ausgegeben, dass seine Mannschaft im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League geradlinig und am besten mit wenigen Kontakten den Ball nach vorn bringen sollte, um Mittelstürmer Erling Haaland in Szene zu setzen. Deshalb marschierten Jude Bellingham wie auch die Außenstürmer immer schnurstracks in die Spitze. (Service: Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

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BVB-Plan bringt Hummels und Can in Not

Der Plan war an sich klug gewählt, allerdings brachte er Hummels und Can in die Bredouille. Denn wenn die beiden nicht sofort eine Anspielstation fanden, bewegten sich die ersten Linien von City auf sie zu und setzen sie enorm unter Druck.

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"Wir wussten, dass sie häufig versuchen werden, mit vier Leuten ins Pressing zu kommen, um uns dann immer wieder neben unseren eigenen Sechzehner zu drängen", sagte Terzic nach dem Spiel. Die Dortmunder gingen mit ihrer Spielweise also ein erhebliches Risiko ein.

Obwohl die Außenverteidiger unter Druck am Ball "recht cool" blieben, wenn der BVB zur Seitenlinie gedrängt wurde, gab es doch einige ungenaue Pässe im Spielaufbau.

Dortmund sollte Guerreiro ins Mittelfeld ziehen

Glücklicherweise war City bis auf das angesprochene Tor durch De Bruyne nicht in der Lage, Kapital daraus zu schlagen. Doch das kann sich natürlich am Mittwochabend ändern.

Schon die Partie gegen den VfB Stuttgart am Wochenende hat noch einmal vor Augen geführt, wie anfällig Dortmund zuweilen bei eigenem Ballbesitz ist. Und selbst wenn die Mannschaft gegen City auf Konterfußball ausgerichtet ist, wird sie sich immer wieder in der eigenen Hälfte in Ballbesitz befinden.

Terzic muss deshalb überlegen, wie er das Risiko verringern kann. Eine Möglichkeit bestünde darin, Raphael Guerreiro häufiger ins Mittelfeld zu ziehen und so Can sowie Hummels eine weitere Anspielstation im Zentrum zu bieten.

City hat Guerreiro im Hinspiel nicht so häufig gefordert, weil der englische Tabellenführer selbst lieber durch die Spielfeldmitte kommt. Somit bestünde für den BVB die Option, den passstarken Außenverteidiger situativ nach innen zu schieben.

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Dahoud statt Can - Haaland besser einbinden

Alternativ könnte Terzic auch die Aufstellung aus dem Stuttgart-Spiel wählen und mit dem spielstärkeren Mahmoud Dahoud anstelle von Can im Mittelfeldzentrum auflaufen. Dahoud bringt nicht die physische Präsenz von Can mit, könnte aber aufgrund seiner Agilität viele Situationen auf seine Weise lösen und dem Pressingdruck von City besser standhalten.

In jedem Fall muss der BVB versuchen, noch mehr Passsicherheit ins eigene Spiel zu bringen, damit der Gegner aus Manchester nicht zu leicht an den Ball gelangt. Und damit auch Erling Haaland besser eingebunden wird. Denn zuletzt erhielt der Norweger immerzu lange Anspiele, die er nur schwerlich verwerten konnte.

Das wurde gegen Stuttgart am vergangenen Samstag sehr augenscheinlich, als Haaland dem Ball ständig nur hinterherlief oder ihm die steilen Zuspiele bei der Ballannahme versprangen.

Ohne einen starken Auftritt des Stürmerstars, auf den das gesamte Offensivspiel der Dortmunder ausgerichtet ist, wird es mit der Sensation gegen City extrem schwer.

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