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München - N'Golo Kanté hat maßgeblichen Anteil am Champions-League-Triumph des FC Chelsea. Der Franzose wird nicht nur von seinen Teamkollegen geschätzt.

Nur ein einziges Mal verlor N'Golo Kanté an diesem Abend den Boden unter den Füßen.

Schuld daran waren zwei Teamkollegen. Antonio Rüdiger und Kurz Zouma griffen sich den Mittelfeldspieler und ließen ihn gemeinsam mit den anderen Spielern hochleben. Besser hätte man den Abend wohl kaum beschreiben können: der Kleinste ganz groß!

Zouma trug seinen Landsmann sogar ein Stück weit über den Rasen, nach dem Motto: "Du hast uns zum Titel getragen, nun lass mich dich tragen."

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In der Tat hatte Kanté am 1:0-Triumph seines FC Chelsea im Champions-League-Finale gegen Manchester City einen gehörigen Anteil. Der 1,68 Meter große Mittelfeldspieler wirbelte wie eh und je über das Spielfeld und tat das, was er eben tun sollte – den Gegner zur Verzweiflung bringen. (Die Stimmen zum Spiel)

Kante erneut "Man of the Match"

Während City-Trainer Pep Guardiola fatalerweise auf einen Sechser verzichtete, zeigte Kanté auf, weshalb genau dieser im modernen Fußball unabdingbar zu sein scheint. Er las fast jeden Angriff des Gegners, gewann Bälle, Zweikämpfe, machte die Räume zu und raubte City den letzten Nerv. Gerade in der Schlussphase der Partie, als die Blues unter dem Offensivdruck zu ersticken drohten, war es der Franzose, der mit seinen wichtigen Ballgewinnen für Entlastung sorgte. Er gewann jeden Zweikampf, spielte kein einziges Mal Foul. (Die Pressestimmen zum Spiel)

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Die Belohnung: Der "Man of the Match"-Award für das Finale. Bezeichnend: Auch in beiden Halbfinalpartien gegen Real Madrid wurde Kanté von der UEFA zum Spieler des Spiels gekürt – obwohl jeweils andere Spieler das Spiel entschieden. (BERICHT: Wie Deutschland die Champions League dominiert)

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Die englische Presse schwärmte von der Leistung des Franzosen im Finale. "Die Superlative für den hartnäckigen Mittelfeldspieler gehen aus. Er war überall, stahl den Ball tief in der eigenen Hälfte und trug zum Angriff bei. Er gab nur selten Ballbesitz ab und bewies, warum er als einer der besten Mittelfeldspieler im Weltfußball gilt", schrieb beispielsweise die Sun.

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Tuchels Familie "liebt" Kanté

Denn es ist nicht nur "Kanté, der Staubsauger", der für das Spiel der Tuchel-Elf von enormer Bedeutung ist. Der 30-Jährige ist auch "Kanté, der Antreiber". Hat er einmal den Ball erobert, geht es oft schnurstracks nach vorne. Auch gegen die Citizens entsprangen einige gefährliche Konterangriffe einem Ballgewinn Kantés. Mit seiner Dynamik ist er oft Initiator gefährlicher Umschaltmomente der Londoner.

Tuchel liebt seinen Mittelfeldspieler. "N’Golo Kanté ist unglaublich. Er ist wie zwei Spieler in einem", schwärmte der Deutsche vor einigen Wochen. Er ging sogar noch weiter: "Jeder, der ihn zum ersten Mal spielen sieht, liebt ihn. Meine Familie liebt ihn, wenn sie uns spielen sieht". Der 47-Jährige wollte Kanté eigenen Angaben schon zu seinem Ex-Klubs Paris Saint-Germain locken.

Auch Ex-Nationalspieler Robert Huth ist begeistert vom Mittelfeldspieler. "Kante ist der GOAT", twitterte der ehemalige Spieler der Blues.

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Doch es ist auch die menschliche Seite, die Kanté bei den Fans zum absoluten Liebling werden lässt.

Abseits des Platzes ist er schüchtern und stets freundlich, dazu ist er bescheiden wie kaum ein anderer Profi. Während Teamkollegen teure Autos fahren, kommt Kanté mit einem Mini Cooper zum Training. Nach dem Spiel gegen Real verließ er die Stamford Bridge mit besagtem Gefährt - und wurde dabei von den Blues-Fans besungen.

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Chelsea lehnt Kanté-Angebote ab

Im Herbst 2018 verpasste Kanté den Zug nach Paris zur Nationalmannschaft und besuchte eine Moschee. Dort wurde er von einem Fan zum Essen nach Hause eingeladen. Kanté sagte zu und verbrachte den Abend im Kreis einiger Fans.

Sobald er allerdings auf dem Platz steht, mutiert er zu einer gefährlichen Allzweckwaffe. Das wissen auch die Verantwortlichen der Blues. Laut Transferexperte Fabrizio Romano lehnte Chelsea im vergangenen Sommer zwei Angebote jenseits der 50 Millionen Euro ab.

Mit seinen 30 Jahren hat Kanté nahezu jeden Titel gewonnen. Er ist zweifacher Premier-League-Sieger, wurde 2018 Weltmeister mit Frankreich und darf sich nun auch Champions-League-Sieger nennen. Kanté ist dabei erst der sechste Spieler, der alle dieser Trophäen mindestens einmal gewinnen konnte.

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Dabei war es in seinen jungen Jahren überhaupt nicht abzusehen, dass Kanté einmal so eine Weltkarriere hinlegen wird. Erst mit 23 Jahren feierte er 2014 sein Erstligadebüt in Frankreich für SM Caen. Doch von da an ging es steil bergauf. 2015 wechselte er zu Leicester City und gewann in seiner Debüt-Saison völlig überraschend den Premier-League-Titel.

Danach ging es weiter zu Chelsea. In den fünf Jahren an der Stamford Bridge gewann er einen Meistertitel, einen FA Cup, dazu 2019 die Europa League und nun auch den Henkelpott. Dazwischen wurde er 2018 Weltmeister mit er Équipe Tricolore.

Tuchel ist überglücklich, so einen Spieler in seine Reihen haben zu dürfen. Zouma und Rüdiger auch.

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