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© Sebastian Buntz/Uli Lampen
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Kasan - So wenige Fans haben das DFB-Team bislang wohl noch nie zu einem Turnier begleitet. Das Reiseerlebnis Confed Cup hat aber was, finden zwei derer, die da sind.

Sie sind Vertreter einer im Russland dieser Tage raren Spezies. Sebastian Buntz und Uli Lampen haben als Fans der DFB-Auswahl die Reise zum FIFA Confederations Cup (LIVE im TV auf SPORT1) angetreten.

"Ansonsten sind bei Auswärtsspielen immer diverse Kneipen in deutscher Hand", erzählt Buntz nach dem zweiten deutschen Gruppenspiel gegen Chile, "aber hier haben wir noch gar keine deutschen Fans getroffen".

Vier Stadien in fünf Tagen

Am Mittwoch sind die beiden Göppinger nach Moskau geflogen und haben sich dort das Spiel der Gastgeber gegen Portugal angeschaut. Am nächsten Tag ging's nach Kasan zum deutschen Auftritt gegen Chile. 

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Noch in der Nacht darauf reisten sie nach St. Petersburg, wo sie am Samstag das Gruppenfinale der Portugiesen gegen Neuseeland mitnehmen. Sonntag geht der Flieger nach Sotschi, um dort Deutschland gegen Kamerun anzuschauen. Montag steht die Heimreise an.

"Wir wollen das Maximale mitnehmen und für nächstes Jahr vorfühlen", erklärt Buntz das Abklappern aller vier Spielstätten innerhalb von nur fünf Tagen: "Dann wissen wir schon einmal, wo was ist und sind die Wege schon abgelaufen."

WM 2010 in Südafrika als Ausnahme

Dabei ist es keineswegs so, dass sich der 33 Jahre alte Drucker und sein 37 Jahre alter Kollege vor Ort ausschließlich auf den Besuch der Fußballspiele konzentrieren würden.

"Moskau war ein straffes Programm, aber wir wollten zumindest den Roten Platz und den Kreml gesehen haben", erzählt Buntz. "In Kasan sind wir die Innenstadt abgelaufen, die ja sehr schön war. Auch in St. Petersburg wollen wir uns noch einiges anschauen. In Sotschi kann man nach dem, was wir gehört haben, gut darauf verzichten."

Seit 2005 ist Buntz bei den Auswärtsspielen der DFB-Auswahl dabei. "Als Köln-Fan von Kindesbeinen an ist es schwierig, für Pflichtspiele ins Ausland zu kommen, da hat sich die Nationalmannschaft als Alternative fast aufgedrängt." Die WM 2010 in Südafrika ist seither das einzige Turnier, zu dem er nicht gereist ist.

Wembley 2007 als Highlight

Sein persönliches Highlight: Das deutsche 2:1 zur Einweihung des neuen Wembley-Stadions in London gegen England im August 2007.

Da war die Atmosphäre eine ganz andere als derzeit in Russland. "Die Stimmung bei den Spielen hier ist nicht so überragend, weil einfach nicht so viele Fans da sind", meint Buntz, "auch wenn die Chilenen in Kasan nicht so schlecht waren. Aber dass hier ein Fußballturnier stattfindet, ist auf den Straßen gar nicht so wahrnehmbar."

Für die beiden DFB-Anhänger ist das nicht weiter schlimm.

Positiv überrascht vom Confed Cup

"Ich bin bisher nicht enttäuscht. Wir hatten ja erwartet, dass es beim Confed Cup eher gemütlich zugeht", sagt Buntz. "Wir sind sogar positiv überrascht, wie gut hier alles funktioniert. Die Organisation ist reibungslos. Man hat an den Flughäfen keine Probleme, von A nach B zu kommen."

Nur die vielen Kontrollen und das Anstehen dafür findet der Schwabe "etwas übertrieben und nervig. Aber vielleicht sind diese Kontrollen in der heutigen Zeit so auch sinnvoll."

Buntz' Zwischenfazit: "Das ist prinzipiell sehr entspannt hier, ohne jeden Stress. Nach der WM-Auslosung werden wir uns wahrscheinlich zusammensetzen und wieder einen Reiseplan austüfteln."

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