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Der 1. FC Saarbrücken hätte diese Woche im Halbfinale des DFB-Pokals sein "Spiel des Jahrzehnts" gehabt. Doch nun steckt der Regionalligist in der Warteschleife.

Eine riesige Jubeltraube auf dem Rasen, Ekstase auf den Rängen und ein ganzes Bundesland im Freudentaumel. So lange ist das alles noch gar nicht her mit dem Märchen des 1. FC Saarbrücken.

Doch nur sechs Wochen nach dem historischen Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf ist der Rausch längst verflogen. Die Coronakrise hat auch den ersten Regionalligisten im Halbfinale des DFB-Pokals knallhart ausgebremst.

Saarbrücken zittert um DFB-Pokal-Halbfinale

"Wir waren in völliger Euphorie. Innerhalb von sieben Tagen ist dann die Unterbrechung gekommen, das hat eine Euphoriebremse mit sich gebracht", sagt Sportdirektor Marcus Mann.

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Eigentlich sollte das Fußball-Märchen des Tabellenführers der Regionalliga Südwest in dieser Woche gegen Bayer Leverkusen seinen nächsten Höhepunkt erreichen. Doch die Coronakrise lässt die Spieler um ihr "Spiel des Lebens" zittern.

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Kwasniok hofft auf Berlin

"Wir wollen auf keinen Fall einen Abbruch", sagt Mann entschlossen: "Wir hoffen und tun alles dafür, dass wir spielen können - egal wie."

Trainer Lukas Kwasniok gibt sich optimistisch: "Unterm Strich bin ich überzeugt davon, dass das Pokalhalbfinale und dann auch das Finale stattfinden werden", sagte der 38-Jährige, um mit einem Augenzwinkern hinzuzufügen: "Wir hoffen auf noch zwei Pokalspiele."

Dieses Unterfangen dürfte noch schwerer als ohnehin werden, muss das Bundesliga-Gründungsmitglied nach dem Verbot von Großveranstaltungen doch auf die Unterstützung seiner Fans verzichten.

"Dass keine Zuschauer dabei sein werden, ist tragisch", sagte Kwasniok: "Aber wenn wir das Finale erreichen, wird in 30, 40, 50 Jahren kein Mensch mehr über die fehlenden Zuschauer sprechen, sondern über die Tatsache, dass wir das Spiel gewonnen haben und nach Berlin fahren durften."

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Saarbrücken kämpft mit Wettbewerbsnachteil

Auf dem Weg ins Finale müssen die Saarländer, die auch Jahn Regensburg, den 1. FC Köln und den Karlsruher SC ausgeschaltet hatten, allerdings mit einem klaren Wettbewerbsnachteil kämpfen.

Während Bayer bereits seit Anfang April zumindest in Kleingruppen wieder auf dem Platz trainieren kann, dürfen die Saarländer erst am heutigen Mittwoch wieder auf den Rasen zurückkehren. "Jeder, der einmal Fußball gespielt hat, weiß, dass ein Mannschaftstraining oder ein Training auf dem Platz nicht mit einem Lauf im Wald zu vergleichen sind. Es macht nachher einen Unterschied, ob ich drei Wochen auf dem Platz war oder wie Leverkusen schon seit dem 1. April", erklärt Mann.

Doch es droht sogar eine noch größere Hypothek für den Underdog. Er muss wohl ohne jedes Pflichtspiel in das "Highlightspiel" (Kwasniok) gegen Leverkusen starten, schließlich ist ein Abbruch der Regionalliga im Gegensatz zu einem vorzeitigen Ende der Bundesliga wahrscheinlich. Auch der bei sechs Punkten Vorsprung sehr nahe Aufstieg in die 3. Liga steht plötzlich auf wackligen Füßen.

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Mann: "Wir werden Probleme bekommen"

Während sportlich sowohl im Pokal als auch in der Liga blanke Unsicherheit herrscht, kann der 1. FC Saarbrücken dank der Pokaleinnahmen von 5,4 Millionen Euro zumindest finanziell noch recht gelassen durch die Coronakrise marschieren.

"Kurzfristig haben die Pokaleinnahmen sicher verhindert, dass wir in existenzielle Probleme geraten", sagt Mann: "Wir sind dadurch von einem anderen Niveau in diese Coronakrise hineingeschlittert. Aber auch uns tut das weh. Über kurz oder lang werden wir auch unsere Probleme bekommen."

Ein Pokalhalbfinale als bundesweite Bühne könnte da sicher Abhilfe schaffen.

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