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Eintracht Braunschweig empfängt den BVB im DFB-Pokal. Der Zweitligist ist der klare Außenseiter, doch ein Spiel aus der Vergangenheit macht den Löwen Hoffnung.

Am Dienstag reist Borussia Dortmund im DFB-Pokal zur Eintracht aus Braunschweig.

Das Weiterkommen ist für den BVB gegen den 15. der zweiten Liga eigentlich eine Pflichtaufgabe. Aber die Schwarz-Gelben stecken in der Krise und die Löwen haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie Dortmund im Pokal gefährlich werden können. (DFB-Pokal: Eintracht Braunschweig - Borussia Dortmund am Di. ab 20 Uhr im LIVETICKER)

Es war der 22. August 2005. Borussia Dortmund reiste mit Trainer Bert van Marwijk und Starspielern wie Jan Koller oder Dédé in der ersten Runde des DFB-Pokals zum Zweitligaaufsteiger aus Braunschweig.

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Plötzlich war das Licht aus

Zunächst schien alles seinen geregelten Lauf zu nehmen. Der BVB ging nach 28 Minuten durch Koller in Führung. Doch plötzlich war alles dunkel. Die Flutlichtanlage im Stadion an der Hamburger Straße war ausgefallen. Keiner wusste, wie es weitergeht. 

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"Alle waren in heller Aufregung, weil wir nicht wussten, was passiert. Geht es gleich weiter? Geht es in zehn Minuten weiter?" erinnert sich der damalige Eintracht-Coach Michael Krüger im Interview mit SPORT1. "Ich kann mich sehr gut an diese Unterbrechung erinnern, weil ich mich dann erstmal auf die Bank verdrückt und klammheimlich eine Zigarette geraucht habe."

Das Problem konnte schnell behoben werden. Doch das Spiel war danach ein anderes. "Das war für uns eine super Geschichte, weil wir auch gemerkt haben, durch die Unterbrechung wurden die Dortmunder so ein bisschen hibbelig. Sie wurden unzufrieden. Es wurde mehr geredet auf dem Platz bei den Dortmundern."

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Krüger: "Es war ein legendäres Spiel"

Braunschweig glich noch vor der Pause durch Jürgen Rische aus. "Dann hat es den Verlauf genommen, wie man es sich erträumt. Es war kurz vor Schluss. Ich glaube 85. Minute oder so. Jan Tauer erobert den Ball zurück, passt ihn in die Mitte und Daniel Graf schiebt dann zum Siegtor ein."

Beim niedersächsischen Traditionsklub brachen alle Dämme. Der Jubel war grenzenlos. "Es war einfach ein legendäres Spiel, unvergesslich für alle Beteiligten."

Besonders kurios: Für den Trainer war es nicht das erste Mal, dass er Borussia Dortmund aus dem Pokal rauswarf. Bereits vier Jahre zuvor war ihm dieser Coup gelungen. Nämlich mit der ZWEITEN Mannschaft des VfL Wolfsburg, einem Regionalligisten.

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"Vielleicht hat das sogar ein bisschen geholfen, um bei der Einstellung auf das Spiel mit der Eintracht ein bisschen glaubwürdiger zu sein als Trainer, weil ich darauf verweisen konnte: 'Ich hab’s mit Wolfsburg auch schon mal geschafft und wir waren damals Regionalligist.'"

Schafft Braunschweig das Weihnachtswunder?

Doch für das morgige Spiel seines Herzensklubs ist Michael Krüger nicht ganz so optimistisch. Aus einem einfachen Grund: "Klar, die Eintracht ist jetzt auch aufgestiegen. Aber wir haben eine ganz andere Situation und ein ganz wichtiger Faktor fehlt diesmal. Das sind die Zuschauer."

Die Eintracht muss morgen also auf ein kleines Wunder hoffen, um auch ohne die Unterstützung ihrer Fans, den Giganten zu schlagen. Nur wann würde ein Wunder besser passen als zu Weihnachten?

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