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Amsterdam - Serge Gnabry und Leroy Sane harmonieren gegen die Niederlande ausgesprochen gut. Trainer und Teamkollegen zeigen sich begeistert.

Das beste Duo seit Poldi und Schweini?

Leroy Sane und Serge Gnabry überragten beim 3:2 gegen die Niederlande und machen Hoffnung auf eine rosige DFB-Zukunft.

Schnell, trickreich, abschlussstark - im ständigen Wechsel mit Leon Goretzka bot sie Löw in Amsterdam in der Offensive auf. Das Ziel: Im Wechselspiel fallen lassen, dadurch Löcher reißen und in eben jene reinstoßen. Ein Plan, der zumindest in Halbzeit eins hervorragend aufging.

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"Wir wollten mit drei Spielern relativ früh attackieren. Es war vorne ein variables Spiel von den drei Offensiven", sagte Joachim Löw.

Der Bundestrainer weiter: "Serge und Leroy haben ein super Spiel gemacht. Serge hat sich im Zweikampf ständig gegen Virgil van Dijk behauptet, die Bälle gehalten, war gefährlich. Leroy auch. Leon musste ein bisschen mehr Defensivarbeit verrichten."

Gnabry gelingt Traumtor

Erst traf Sane mit einem satten Linksschuss zum 1:0. Sein drittes Länderspieltor in den vergangenen vier Einsätzen. Gnabry erhöhte auf 2:0 - ein Treffer Marke "Tor des Monats". Erst vernaschte er Superstar van Dijk, dann knallte er den Ball mit rechts in den rechten Torwinkel.

Gnabry bei RTL: "Van Dijk ist ein klasse Abwehrspieler, wohl der beste zurzeit. Ich habe versucht, außen an ihm vorbeizugehen, da hat er mich abgefangen. Das nächste Mal bin ich innen vorbeigegangen. Dass er dann so in den Winkel geht – traumhaft."

Für Gnabry war es bereits das fünfte DFB-Tor im sechsten Einsatz. Gegen Serbien fehlte er nach einer Grippe noch wegen Trainingsrückstands.

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Kimmich: "Gnabry war Weltklasse"

"Bei den beiden ist es klasse, dass man sie sowohl im Fuß anspielen als auch schicken kann und beide zielstrebig den Weg Richtung Tor finden", schwärmte Joshua Kimmich vom Power-Duo.

Für Bayern-Mitspieler Gnabry gab es ein Extra-Lob: "Was Serge in der ersten Halbzeit gespielt hat, war unglaublich – unabhängig von seinem Tor. Wie viele Bälle er gehalten hat, wie er uns immer wieder aus Drucksituationen rausgebracht hat, das war Weltklasse."

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Weltklasse war in vielen Momenten auch Sane. Gut für Löw: Der extrovertierte Wuschelkopf zeigt jetzt auch im DFB-Dress sein Können – und nicht nur bei Manchester City. Holland-Legende Rafael van der Vaart anerkennend: "Unglaublich. Was für ein Spieler."

Beeindruckend ist vor allem, mit welcher Ruhe Sane mittlerweile am Ball agiert, teilweise mehrere Spieler aussteigen lässt, Zug zum Tor aufnimmt und dabei auch Fouls in Kauf nimmt, aber nicht lamentiert.

Leroy Sane und Serge Gnabry sind das neue Traumduo der Nationalmannschaft
Leroy Sane und Serge Gnabry sind das neue Traumduo der Nationalmannschaft © Getty Images

Sane lobt das Team

Mit ihrer Spielweise setzen die beiden nun exakt das um, was Löw sehen will: Tempo-Fußball mit Mut. "Ich verstehe mich sehr gut mit Serge", schwärmte Sane vom Zusammenspiel. "Er ist ein sehr guter Fußballer, ein guter Junge. Wir haben auch schon in der U21 zusammengespielt. Es macht sehr viel Spaß, nicht nur mit ihm zusammenzuspielen, sondern mit dem ganzen Team."

"Es ist erfreulich, wie sich einbringen. Auch außerhalb des Platzes sind sie sehr aktiv und geben der Mannschaft viel Energie und spielen nicht nur für sich", lobte Teammanager Oliver Bierhoff.

Über seine eigene Leistung, die auch schon beim 1:1 gegen Serbien gut war (nur ohne Glück im Abschluss), wollte Sane bezeichnenderweise keine großen Worte verlieren. Sein Fazit: "Das war ein sehr wichtiger Sieg. Gerade auch für das Selbstvertrauen nach allem, was so ablief. Es war ein schwieriges Spiel für uns. Wir haben eine junge Mannschaft und müssen natürlich noch einiges lernen. Im Großen und Ganzen war es aber ein sehr gutes Spiel. Wir haben eine super Qualität in der Mannschaft."

Und zwei Einzelspieler, die zusammen den Unterschied ausmachen und ein ganzes Land begeistern können – wie einst Poldi und Schweini.

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