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Frankfurt am Main - Nach der Ausbootung des Bayern-Trios hat Bundestrainer Joachim Löw seinen Kader für die nächsten Länderspiele nominiert. Die PK zum Nachlesen im Ticker.

Das Erstaunen war groß, als Joachim Löw vergangene Woche mit diesem Paukenschlag um die Ecke kam: Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels werden nicht mehr Teil der Nationalmannschaft sein (zum Bericht). Nun hat der Bundestrainer den Kader für die kommenden beiden Spiele bekanntgegeben.

Zum neuen DFB-Kader für die beiden Länderspiele gegen Serbien und die Niederlande gehören drei Debütanten und zwei Routiniers, die Löw klar stärkt.

SPORT1 zeigt die Pressekonferenz zum Nachlesen im Ticker.

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+++ Der Kader zum Durchklicken +++

Das war es mit der Pressekonferenz von Joachim Löw.

Hier noch einmal die Übersicht der Spieler für die beiden Länderspiele:

+++ Goretzka und Kimmich: Beide als Führungsspieler geeignet" +++

Ein Gespräch mit Uli Hoeneß sei nicht zustande gekommen, als Joachim Löw zuletzt in der Allianz Arena war. Er habe Verständnis dafür, wenn Hoeneß andere Prioritäten habe. Er sagt aber hinsichtlich eines Gesprächs: "Ich bin da relativ offen."

Löw wird angesprochen auf Joshua Kimmich und Leon Goretzka, die sich beide zur Ausbootung ihrer FC-Bayern-Teamkollegen geäußert haben. "Ich habe mit Joshua Kimmich telefoniert, er hat mir erklärt, wie er das gemeint hat." Beiden Spielern traut Löw eine Führungsrolle zu. "Beide Spieler können in diese Rolle schlüpfen. Das muss sich jetzt in den nächsten Jahren zeigen. Wenn ein Spieler 22, 23, 24 ist, ist das immer ein bisschen problematisch."

Dennoch hatte er fast ausschließlich Lob übrig für Kimmich und Goretzka. Sie seien "klare Jungs mit klaren Vorstellungen, mit klarem Ehrgeiz und mit eigener Meinung. Das sind gute Voraussetzungen."

+++ Löw über die Zukunft des deutschen Fußballs +++

Angesprochen auf das Aus aller drei deutschen Mannschaften in der Champions League spricht der Bundestrainer über die Zukunft der Nationalmannschaft und der Bundesliga. "In der Champions League ganz in der Spitze zu sein, ist auch ein bisschen schwierig. Aber die letzten zwei, drei Jahre haben wir uns auch hier beim DFB viele Gedanken gemacht." In punkto Ausbildung würden sich DFB und Liga viele Gedanken machen. "Wir werden keine Spieler haben, die noch viel schneller sind und die im Ausdauerbereich noch besser werden."

"Es gibt immer mehr Zeitdruck und engere Räume. Wir brauchen Spieler, die wir im kognitiven Bereich ausbilden. Wer handelt unter diesem Zeitdruck? Wer hat diese Handlungsschnelligkeit? Kognitive Prozesse muss man schulen."

+++ "Nicht alle Inhalte weitergeben" +++

Die nächste Nachfrage zum Aus von Müller, Hummels und Boateng kommt und inzwischen reagiert der Bundestrainer ein wenig genervt. "Ich möchte nicht alle Inhalte von diesen Gesprächen weitergeben." Er betont erneut: "Ich habe es gemacht aus Überzeugung. Das alleroberste Gebot war Direktheit."

Alles sei mit Oliver Bierhoff und Reihard Grindel abgesprochen. Die Entscheidung habe aber er gefällt.

+++ Kein endgültiges Aus für Hector +++

Zur Nicht-Nominierung von Jonas Hector vom 1. FC Köln: "Im Moment sehe ich Schulz und Halstenberg in der Bundesliga ein bisschen weiter. Für diese Spiele war er jetzt für mich kein Thema", so der Bundestrainer. In Zukunft wird Jonas Hector aber auch wieder im Kader stehen.

+++ Löw über Neuer und ter Stegen +++

Klare Ansage von Joachim Löw zum Konkurrenzkampf im Tor - pro Manuel Neuer. "Er ist aktuell unsere Nummer eins, er ist unser Kapitän. Marc ter Stegen wird in diesem Jahr seine Möglichkeiten bekommen. Auch Manuel Neuer wird seine Leistung bei uns zeigen müssen. Aber Manuel Neuer ist aktuell unsere Nummer eins."

+++ Löw über die neuen Verantwortlichen +++

"Die mussten auch im Laufe der Jahre in die Führungsposition kommen", sagt Löw über Schweinsteiger und Lahm, die er als Beispiel für die jungen Spieler nennt, die in die Verantwortung hineinwachsen.

"Ich glaube, dass wir Spieler haben, die in diese Rolle hineinwachsen können. Aber wir können noch nicht erwarten, dass das jetzt schon funktioniert."

+++ "Der richtige Zeitpunkt" für die Umstellung +++

Noch einmal zum Aus des FC-Bayern-Trios: Eine Frage über die Kommunikation der Enttäuschung durch die Spieler: "Grundsätzlich im ersten Moment habe ich verstanden, dass die Spieler wahnsinnig enttäuscht sind. Alle haben mir zu verstehen gegeben, wie gerne sie bei der Nationalmannschaft waren."

Ob er es leid sei, sich ständig rechtfertigen zu müssen seit der WM? "Ich treffe meine Entscheidungen nicht aufgrund von Erwartungen an mich aus der Öffentlichkeit", sagt Löw.

Die Struktur des jetzigen Kaders: "Nach der WM hatte ich gehofft, dass die Mannschaft eine Trotzreaktion zeigt. Dass man Spieler aussortieren muss, hat sich nicht angedeutet", sagt Löw. "Für mich war es jetzt der richtige Zeitpunkt vor der Qualifikation. Jetzt müssen andere in die Verantwortung hineinwachsen."

+++ "Torgefahr ausstrahlen" +++

Über die neue Spielidee sagt er weiter: "Schnelle Aktionen im letzten Drittel, Torgefahr ausstrahlen. Es ist das Hauptthema, das wieder zu erreichen."

+++ Weiterhin mit Ballbesitz, aber mehr Schnelligkeit +++

Löw über die neue Spielidee: "Grundsätzlich wird Ballbesitz und Dominanz ausstrahlen weiterhin bestehen. Wir wollen Ballbesitz ausstrahlen, das ist sicher nicht tot", sagt Löw und nennt den FC Barcelona in der Liga als Beispiel.

Stattdessen fordere er "mehr Dynamik, Zielstrebigkeit, Schnelligkeit" - das müsse verbessert werden und dies habe die Mannschaft bei der WM vermissen lassen. "Das Spiel war sehr geprägt von einer Langsamkeit."

+++ Nachgehakt: Löw über die ausgeboteten Spieler +++

Die erste Frage der Reporter zielt aber gleich auf die Ausbootung des Bayern-Trios ab, speziell auf die Endgültigkeit: "Ich habe ihnen gesagt, dass ich ohne sie die Qualifikation und die EM plane und so ehrlich wollte ich auch sein", sagte Löw - und betont wieder, dass er es persönlich übermitteln wollte.

Die Spieler seien nach dem Gespräch "wahnsinnig enttäuscht" gewesen, aber Hummels und Müller hätten speziell noch einmal mitgeteilt, dass sie auch weiterhin zur Verfügung stehen würden. "Die Spieler sind nicht verbannt!", betonte er.

+++ Klostermann, Stark, Eggestein dabei +++

Der Kader wird nun angezeigt. Die drei Überraschungen sind Maximilian Eggestein, Lukas Klostermann und Niklas Stark.

"Zuletzt fand ich ihn in einer sehr starken Form", sagt Löw über Niklas Stark.

Der komplette Kader in der Übersicht:

+++ Löw: "Allerallergrößte Wertschätzung" +++

Über Boateng, Hummels und Müller spricht Joachim Löw gleich zu Beginn und betont, es sei ihm wichtig gewesen, ein "persönliches, ehrliches zu Gespräch führen". Deshalb sei er nach München geflogen, habe mit Rummenigge gesprochen. "Und: "Sie sollten es von mir persönlich erfahren", fügt er hinzu. "Über die Art und Weise wurde viel gesprochen", sagte Löw.

Zur Art und Weise sagt er: "Das haben wir aus voller Überzeugung gemacht. Die Wertschätzung ist selbstverständlich. Die Spieler haben Einmaliges geleistet." Alle Spieler, sagte er, genießen "allerallergrößte Wertschätzung. Das ist mir wahnsinnig schwergefallen."

"Nicht nur als Fußballer, auch als Mensch sind sie mir extrem wichtig", sagt Löw und fügt hinzu, er müsse "Entscheidungen für die Zukunft treffen."

+++ Löw will "erklären" +++

Nicht nur die Kadernominierung steht für ihn an, sagt er.

"Es war für uns unumgänglich, Veränderungen vorzunehmen", sagt Löw. "Es war ein Prozess. Wir haben uns nach der Nations League Gedanken gemacht. Wie soll die Mannschaft aussehen, auch im Hinblick auf die EM 2020?"

+++ Los geht's! +++

Endlich, mit einiger Verspätung, ist Joachim Löw eingetroffen. Es kann gleich losgehen.

+++ Gleich geht's los +++

In Kürze wird Joachim Löw seinen Kader für die kommenden beiden Länderspiele vorstellen.

+++ "Alle beschädigt": Sammer kritisiert Löw +++

TV-Experte Matthias Sammer hat die Art und Weise kritisiert, wie Bundestrainer Joachim Löw den drei Weltmeistern Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller das Aus in der Nationalmannschaft beigebracht hat. Der Vorgang sei "bedingt optimal vorbereitet" gewesen, meinte Sammer im Vodcast bei Eurosport.

Man wollte die Entscheidung optimal kommunizieren, "und was ist passiert? Sie stehen alle im Prinzip beschädigt da", sagte Sammer. Im Falle von Müller sah es Sammer als unnötig an, das endgültige Aus zu erklären.

"Die Laufbahn ist doch noch lang", sagte er. "Das hat nochmal die ganze Diskussion verschärft", erklärte der ehemalige Bayern-Sportdirektor, der sich als "Freund konsequenter Entscheidungen" bezeichnete, "aber von richtig klugen."

+++ Löw nominiert wohl zwei Neue +++

Wie die Bild bereits erfahren haben will, wird Joachim Löw zwei neue Spieler für die A-Nationalmannschaft nominieren: Niklas Stark von Hertha BSC und Werders Überflieger Maximilian Eggestein.

Stark durchlief alle U-Nationalmannschaften, Eggestein ist noch für die U21 aktiv.

+++ Zugverspätung bei Löw: PK beginnt später +++

Statt um 12.30 Uhr beginnt die Pressekonferenz erst gegen 13 Uhr. Der Grund: Der Zug, mit dem Joachim Löw nach Frankfurt reist, hat Verspätung.

+++ Kontakt mit Löw +++

Auch Niko Kovac äußerte sich auf der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 zur Joachim Löw und der Nationalmannschaft. Auf SPORT1-Nachfrage sagt Kovac: "Ich weiß nicht, was in der DFB-PK besprochen wird. Da lassen wir uns überraschen. Ich habe am Mittwoch mit Löw gesprochen und er hat mir seine Gedanken erläutert. Ich weiß, welche Überlegung man als Nationaltrainer hat.

Die Entscheidung muss man akzeptieren, das war eine sportliche Entscheidung. Die drei haben es in den Spielen gut gemacht, das hat sie eher motiviert. Wir werden mit den drei Jungs hoffentlich große Erfolge feiern."

+++ Herzlich Willkommen +++

Vor den beiden Länderspielen gegen Serbien und den Niederlanden gibt Joachim Löw bekannt, auf welche Spieler er setzt.

Nach dem Aus von Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels wird die künftige Planung mit besonderer Spannung beobachtet.

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