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FCB-Präsident Uli Hoeneß plant offenbar, keine Nationalspieler des FC Bayern mehr für den DFB abzustellen, falls Manuel Neuer seinen Stammplatz im Tor verliert.

Nächste Runde im Torwart-Streit der deutschen Nationalmannschaft:

Wie die Sport Bild berichtet, soll Bayern-Präsident Uli Hoeneß Bundestrainer Joachim Löw unter Druck gesetzt und mit einem Boykott gedroht haben. Sollte Löw Manuel Neuer zugunsten von Marc-André ter Stegen dauerhaft auf die Bank setzen, würde Hoeneß Konsequenzen ergreifen.

"Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen", wird Hoeneß von der Zeitung zitiert. Das Zitat soll nach dem Champions-League-Spiel gegen Roter Stern Belgrad in der vergangenen Woche gefallen sein.

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Die Situation in der Nationalelf erinnere Hoeneß zwar nicht an die Ablösung von Oliver Kahn durch Jens Lehmann vor der WM 2006, aber "wir werden das nie akzeptieren, dass hier ein Wechsel stattfindet", sagte er. Ein Gespräch mit Löw lehnt der Bayern-Boss allerdings ab: "Der wird jetzt schon hören, was wir alles gesagt haben, dem werden schon die Ohren klingeln."

Hoeneß relativiert Aussagen

Allerdings relativierte Hoeneß seine Drohung am Mittwoch. Das Büro des Bayern-Präsidenten teilte dem Spiegel mit, Hoeneß würde die Aussagen "mit etwas Abstand heute nicht mehr so machen". Überhaupt sei das Thema "für ihn längst erledigt".

Bierhoff reagiert auf Drohung

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte sich auf Anfrage nicht erneut zum Thema äußern. Oliver Bierhoff hatte bereits in der vergangenen Woche auf eine mögliche Boykott-Drohung reagiert. Er fürchte diese nicht, betonte der DFB-Direktor in der Bild-Zeitung, "zumal ein Verein laut FIFA-Statuten zur Abstellung verpflichtet ist". Es habe in der Vergangenheit hin und wieder Unstimmigkeiten gegeben, "aber wir wissen doch, dass wir uns gegenseitig brauchen". Letztlich sei einzig der Trainer "alleine verantwortlich für die Nominierung".

Hoeneß mit Rundumschlag gegen DFB und ter Stegen

Ter Stegen hatte sich zuletzt enttäuscht gezeigt, dass er bei der letzten Länderspielreise keinen Einsatz bekommen habe. "Wir sind eine Mannschaft und sollten uns als solche auch präsentieren. Ich weiß nicht, ob uns das hilft", hatte Bayern-Keeper Neuer daraufhin erwidert. Auch diese Aussage hatte einen Konter von Barcelonas Nummer eins zur Folge. "Wenn man die letzten Jahre sieht, wie ich mich verhalten habe, dann sind solche Aussagen unpassend."

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Anschließend explodierte Hoeneß und holte zum Rundumschlag aus. "Die westdeutsche Presse unterstützt ihn extrem, als hätte er (ter Stegen, Anm. d.Red.) schon 17 Weltmeisterschaften gewonnen", hatte der 67-Jährige auf SPORT1-Nachfrage erklärt.

"Er hat überhaupt keinen Anspruch. Es gibt keine Diskussion, dass nur Neuer die eins ist. Wir lassen uns nicht gefallen, dass unsere Spieler geschädigt werden. Ter Stegen ist ein sehr guter Torwart. Aber Manuel ist viel besser, viel erfahrener. Der kann solange spielen, wie er gesund ist. Er wird immer der Beste sein."

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Ter Stegen soll im Oktober Länderspiel bekommen

Löw hatte die Hoeneß-Attacke locker gesehen: "Von so was lasse ich mich nicht beeinflussen. Das lässt mich völlig entspannt in die Zukunft blicken."

Auch Neuer hakte die Angelegenheit schnell ab. "Für mich ist das Thema eh durch gewesen, das habe ich ja gesagt", sagte er nach dem 4:0 gegen den 1. FC Köln, als er auf die Aussagen von Hoeneß angesprochen wurde.

Ungeachtet der Boykott-Androhung plant Löw laut Sport Bild, ter Stegen im Oktober entweder im Testspiel gegen Argentinien (9. Oktober) oder in der EM-Qualifikation in Estland (13. Oktober) spielen zu lassen.

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