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München - Robin Koch vom SC Freiburg wird von Joachim Löw ins DFB-Team berufen. Wer ist dieser No-Name? Bei SPORT1 freuen sich sein Vater und sein Vereinstrainer.

Als der Anruf von Joachim Löw kam, war klar, wen Robin Koch kurz danach anruft. Den Papa.  

Am Montag hatte der Bundestrainer noch einmal auf die Absagen-Flut vor den anstehenden Länderspielen reagiert und Sebastian Rudy von der TSG Hoffenheim und Freiburgs Koch nachnominiert. Das gab der DFB am Montag bekannt.

"Robin hat mich gleich angerufen und da habe ich das sofort an seiner Stimme gehört, wie groß seine Freude war", sagt Harry Koch, der mit dem 1. FC Kaiserslautern 1996 Pokalsieger wurde und 1998 die deutsche Meisterschaft gewann, im Gespräch mit SPORT1.

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Harry Koch freut sich für seinen Sohn Robin

"Er sagte nur 'Ich bin dabei, der Jogi hat mich gerade angerufen, ich fahre mit dem Zug nach Dortmund.' Das war schon Freude pur. Robin hat das noch gar nicht richtig realisiert. Er ist auch richtig stolz."  

Während Rudy letztmals im November 2018 zum Kader der Nationalmannschaft gehörte, wurde Koch erstmals von Löw nominiert und könnte somit am Mittwoch gegen Argentinien (Länderspiel: Deutschland - Argentinien, ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) oder am Sonntag gegen Estland (EM-Quali: Estland - Deutschland, ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) sein Debüt feiern.

Am 12. Oktober 2018 debütierte Koch in der deutschen U21 gegen Norwegen und spielte somit erstmals mit dem Adler auf der Brust. Im Sommer 2019 wurde er Vizeeuropameister mit dem DFB-Nachwuchs.

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Der Vater ist natürlich happy über die Entscheidung des Bundestrainers. "Mich erfüllt das natürlich mit viel Stolz, dass Robin die Nominierung für die A-Nationalmannschaft erhalten hat. Er hat sich in den vergangenen Jahren toll weiterentwickelt und ist so viele Schritte nach vorne gegangen. Es freut mich sehr, dass er belohnt worden ist für die Leistung, die er in letzter Zeit in Freiburg gezeigt hat."

SC-Trainer Streich: "Robin soll Erfahrungen sammeln"

Auch Freiburgs Trainer Christian Streich freut sich bei SPORT1 für seinen Neu-Nationalspieler: "Auf der einen Seite kann ich mit den Spielern mitfühlen, die Jogi verletzungsbedingt absagen mussten, auf der anderen Seite freuen wir uns natürlich alle sehr mit Robin. Für ihn kam die Nachnominierung genauso überraschend wie für uns. Die Einladung hat er sich aber erarbeitet. Die Zeit beim DFB soll Robin jetzt genießen, Erfahrungen sammeln und dann gesund zurückkommen."

Wer ist Robin Koch eigentlich, der plötzlich A-Nationalspieler ist? In der Jugend spielte der Pfälzer Junge, in Kaiserslautern geboren, beim FCK. Weitere Stationen als Jugendspieler waren der SV Dörbach (2003 bis 2009) und Eintracht Trier (2009 bis 2014).

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"Robin war schon immer ein sehr selbstbewusster Typ, er wusste schon früh ganz genau, wie sein Plan und sein Weg sein soll", sagt Koch senior. "Er hatte immer genaue Vorstellungen, wie er seinen Weg gehen will. Sowohl in der Arbeitswelt als auch in der Ausbildung und dann ganz klar auch beim Fußball. Er hat seinen Karriereweg ganz klar vor Augen."  

Im Sommer 2014 wechselte das Abwehrtalent an den Betzenberg, etablierte sich in der zweiten Mannschaft bei den Roten Teufeln sofort als Stammspieler. Im September 2016 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag beim FCK. Kurz danach absolvierte er sein erstes Spiel für die erste Mannschaft in der 2. Liga. Sein Trainer damals: Norbert Meier. 

Wechsel nach Freiburg

Seine konstant guten Leistungen blieben der Konkurrenz nicht lange verborgen. Es folgten mehrere Anrufe aus Freiburg, denn die Verantwortlichen schauten immer mehr nach Kaiserslautern und wussten, dass da ein Spieler ist, der so ganz nach dem Geschmack von Trainer Christian Streich ist.

Nach einigen Wochen konnten die FCK-Bosse dem Werben nicht mehr widerstehen, im August 2017 musste Meier schweren Herzens den Abgang Kochs verkünden. Für 3,5 Millionen Euro wechselte Koch in den Breisgau. 

Der Schritt nach Freiburg sollte sich auszahlen. Vater Harry erklärt, warum: "Als Robin aus Kaiserslautern weg ging, hatte er schon einen klaren Plan, was er machen und wie er weiterkommen möchte. Der Schritt vom FCK nach Freiburg tat ihm gut, weil er sich da ganz klar weiterentwickeln konnte."

Und weiter: "Beim Sport-Club schlug er auf Anhieb ein, das hat toll funktioniert und er wurde gleich Stammspieler. Dann kam ein Schritt nach dem anderen, erst die U21 und jetzt der Anruf von Jogi Löw."

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Harry Koch: Berufung kommt nicht zu früh 

Dass dieser Schritt zu früh kommt, glaubt Kochs Vater nicht. "Im Gegenteil. Es ist genau der richtige Zeitpunkt."

Er glaube sogar, dass sein Sohn berechtigte Chancen auf Einsätze im DFB-Team habe. "Ich denke schon, dass er Chancen hat zu spielen. Natürlich sind einige da vor ihm, aber ich bin optimistisch, dass er Einsätze kriegt."

Erst am Montag hatte Löw nach der Doppelabsage von Jonas Hector und Toni Kroos auch den Schalker Suat Serdar nachnominiert. Auch Matthias Ginter musste seine Teilnahmen an den anstehenden Länderspielen absagen. Der Verteidiger von Borussia Mönchengladbach verletzte sich am Sonntag gegen den FC Augsburg an der Schulter und wird mehrere Wochen ausfallen.

Da Ginter ausfällt, könnte sich Koch zumindest Hoffnungen auf einen Kurzeinsatz machen. Freiburgs Allrounder spielt diese Saison im Verein immer in der Dreierkette im Zentrum, auch in der Viererkette hat er schon gespielt. Ebenso auf der Sechser-Position. Er ist also ein vielseitig einsetzbarer Kandidat.

"Er ist gut in Form, hat bei der U21 gute Leistungen gezeigt und kann auf mehreren Positionen eingesetzt werden", sagt Löw. "Das war mir wichtig."

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