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Niklas Süle steht nach seinem Kreuzbandriss vor einer herausfordernden Saison. Seinen Stammplatz-Anspruch beim FCB will er mit guten Leistungen im DFB-Team untermauern.

"Ja!", antwortete Niklas Süle kurz und knackig nach dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League auf die Frage, ob der FC Bayern den Henkelpott holen kann. Das Ende ist bekannt.

"Wir haben eine Mannschaft, die um den Titel mitspielen kann. Das sind ein paar mehr Wörter, aber es geht in die gleiche Richtung", antwortete der Abwehr-Hüne am Dienstag auf die Frage, ob er denn auch voraussagen könne, dass Deutschland im kommenden Jahr Europameister werde.

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Der Innenverteidiger hat sich mit seiner erfolgreichen Kaltstart-Einwechslung für den verletzten Jérôme Boateng im Champions-League-Finale nach seinem Kreuzbandriss endgültig zurückgemeldet und greift nun auch wieder bei Joachim Löw an – und direkt nach dem EM-Titel.

"Wir haben mit Bayern was Großes geschafft. Das muss ein Antrieb sein, weiterhin hungrig auf Titel zu sein", sagte Süle.

"Einfach froh, dass mein Knie hält"

Elf Monate sind seit seinem zweiten Kreuzbandriss im linken Knie vergangen. Süle hat sich in der Reha reingekniet und mit "sehr harter Arbeit" auf den Platz zurückgekämpft.

Derart intensiv, dass man sogar einen noch stärkeren Süle erwarten könnte als vor seiner Verletzung: "Es war kein einfaches Jahr für mich, aber ich habe unglaublich hart an meinen Defiziten gearbeitet und viel in meinem Fitnessbereich getan. Ich bin einfach froh, dass mein Knie hält."

Vor seiner Verletzung war er beim FC Bayern der Abwehrboss. Auserkoren vom damaligen Bayern-Trainer Niko Kovac. Seinen Führungs-Posten in der Innenverteidigung übernahm David Alaba. Sportlich ersetzte ihn Boateng auf der halbrechten Position ohne Fehl und Tadel und sogar so stark, dass dessen Verbleib in München mindestens bis zu dessen Vertragsende 2021 wieder vorstellbar ist, nachdem er lange Zeit als wechselwilliger Verkaufskandidat galt.

Süle und Boateng sind befreundet, im Verein werden sie aber, sofern der Weltmeister von 2014 bleibt, als unmittelbare Konkurrenten in die Saison starten. Boateng gilt als Triple-Garant, Süle als Abwehr-Mann der Zukunft, dessen Qualitäten, allen voran seine Schnelligkeit und Robustheit, von Hansi Flick über alle Maßen geschätzt werden.

Seine Rolle im DFB-Team dürfte zeitnah klarer sein. Unter Löw war der 24-jährige immer gesetzt, wenn er fit war und soll es auch zukünftig wieder sein.

Süle in beiden DFB-Partien im Einsatz?

Vom Titel des Abwehr-Bosses will er aber nichts wissen. Süle will stattdessen seine "Akzente" in die Mannschaft bringen und Verantwortung übernehmen. Er will eine noch präsentere Körpersprache an den Tag legen und verbal lauter werden.

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Die kommenden Tage im Kreise des DFB werden für den 24-fachen Nationalspieler auch zur Belastungsprobe für die darauffolgenden intensiven Wochen beim FC Bayern. Ähnlich wie im Falle von Leroy Sané, der nach seinem Kreuzbandriss ebenfalls sein Comeback bei Löw gibt.

Schonen will sich Süle in den beiden bevorstehenden Nations-League-Partien gegen Spanien (Donnerstag, 20.45 Uhr) und Schweiz (Sonntag, 20.45 Uhr) aber keinesfalls.

Auf SPORT1-Nachfragte betonte er: "Mein Fitnesszustand ist auf einem sehr guten Level. Ich traue mir auf jeden Fall zu, beide Spiele zu machen."

Gut für die Nationalmannschaft: Mit seinen Prognosen lag Süle zuletzt immer richtig.

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