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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt verpasst gegen Chelsea im Halbfinal-Hinspiel eine bessere Ausgangslage. Kevin Trapp verhindert gar Schlimmeres. Doch Frankfurts Hoffnung lebt.

Arm in Arm schunkelten die Spieler von Eintracht Frankfurt vor der Fankurve - und die Botschaft war klar: Der letzte Heimauftritt dieser beeindruckenden Europa-League-Saison soll möglichst nicht das Ende von Frankfurts großem Traum einläuten.

Denn trotz des 1:1 (1:1) im Halbfinal-Hinspiel gegen den Titelfavoriten FC Chelsea haben die Frankfurter aufgrund einer aufopferungsvollen Leistung die Hoffnung auf das erste europäische Finale seit 39 Jahren noch nicht aufgegeben.

Rode: "Noch alles drin"

"Nächste Woche ist noch alles drin", sagte Sebastian Rode bei RTL. "Es ist sehr ärgerlich, dass wir vor der Pause das Gegentor kassiert haben. Aber nächste Woche an der Stamford Bridge wollen wir es schaffen." (Die Stimmen zum Spiel)

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Danny Da Costa ergänzte bei DAZN: "Wir konnten nicht über 90 Minuten alles im Vollsprint absolvieren. Aber wir hatten hintenraus noch Chancen. Vielleicht hat uns etwas die Frische gefehlt, aber wir haben es ganz gut gemacht."

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Das zweite Duell findet am kommenden Donnerstag (9. Mai) an der legendären Stamford Bridge statt. Dort muss Frankfurt, der letzte verbliebene Fußball-Bundesligist auf der internationalen Bühne, eine heldenhafte Leistung abrufen, um das Ticket zum Finale nach Baku/Aserbaidschan (29. Mai) zu lösen. (Service: Spielplan der Europa League)

"Wir haben auswärts eine Aufgabe zu lösen, dass wir ein Tor schießen müssen. Aber was haben wir zu verlieren? Die Trümpfe hat sicherlich Chelsea in der Hand, aber das heißt noch nicht, dass sie nach Baku gehen", sagte Trainer Adi Hütter.

Pedro schockt Frankfurt vor der Pause

Die Hoffnung auf das Endspiel lebt auch deshalb weiter, weil am Donnerstag der von einigen europäischen Top-Klubs umworbene Luka Jovic (23.) Frankfurt mit seinem neunten Treffer im laufenden Wettbewerb in Führung köpfte. Pedro (45.) glich vor der Halbzeit für die Londoner aber noch aus. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Chelsea hat uns phasenweise schon vor Riesenprobleme gestellt", sagte Sportvorstand Fredi Bobic und lobte sein Team: "Mentalität, Leidenschaft - wir haben heute alles gesehen, was Fußball ausmacht."

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Beide Teams traten vor 48.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena offensiv nicht in Bestbesetzung an. Während der Eintracht ihre wichtigen Angreifer Sebastien Haller (Bauchmuskelverletzung) sowie Ante Rebic (Sperre) gänzlich fehlten, wurde bei den Gästen der belgische Star Eden Hazard erst nach gut einer Stunde eingewechselt.

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Jovic köpft präzise ein

Das Duell der beiden angriffslustigsten Mannschaften der Europa League bot in der Anfangsphase kaum Torraumszenen - dafür aber eine mitreißende Eintracht, die dem hochkarätig besetzten Ensemble aus London einen heißen Tanz bereitete. Nach rund 20 Minuten zwang Frankfurt den Gästen dadurch erstmals ein Powerplay auf, bei dem Kapitän David Abraham (21.) schon eine gute Gelegenheit ausließ und Jovic etwas später sehenswert per Kopf ins lange Eck traf.

Die Frankfurter, die nach einer perfekten Gruppenphase mit sechs Siegen in der K.o.-Runde die Favoriten Schachtjor Donezk, Inter Mailand und Benfica Lissabon eliminiert hatten, rissen mit ihrem begeisternden Auftritt einmal mehr auch die Fans mit. Die Stimmung auf den Rängen war elektrisierend und schien sogar die Blues ein wenig zu beeindrucken.

Chelsea immer stärker - Trapp im Fokus

Mit zunehmender Spieldauer erholte sich der sechsmalige englische Meister, der ohne seinen verletzten deutschen Abwehrspieler Antonio Rüdiger auskommen musste, allerdings vom Gegentreffer. Schon vor dem verdienten Ausgleich durch Pedro hätte beinahe Ruben Loftus-Cheek (42.) getroffen.

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Auch nach dem Seitenwechsel waren die Gäste, die den Wettbewerb 2013 gewonnen hatten, das deutlich aktivere Team. Zunächst schloss erneut Loftus-Cheek (56.) gefährlich ab, kurz danach scheiterte der Brasilianer David Luiz mit seinem Freistoß an der Latte (60.). In der Folge rückte Eintracht-Torhüter Kevin Trapp verstärkt in den Fokus, war mit starken Paraden aber zur Stelle.

Die Frankfurter traten der spielerischen Qualität der nun dominierenden Gäste, die einen gut dreimal so hohen Marktwert (885 Millionen Euro) besitzen, mit Kampf und Disziplin entgegen. Für Entlastung konnten Jovic und Co. zunächst nur noch selten sorgen, erst in den Schlussminuten kam die Eintracht wieder gefährlicher vor das Tor der Engländer.

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