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Eintracht Frankfurt steht in der Gruppenphase der Europa League. In einem hitzigen Rückspiel samt zweier Platzverweise fahren die Hessen einen klaren Sieg ein.

Ante Rebic holte sich eine innige Umarmung von Trainer Adi Hütter ab, nach einem chaotischen und aufwühlenden Duell auf dem Weg in die Gruppenphase der Europa League hatten sich beide wieder lieb: Eintracht Frankfurt gewann trotz eines umstrittenen Platzverweises für Rebic das Playoff-Rückspiel gegen Racing Straßburg mit 3:0 (1:0) - und ist damit endgültig startklar für weitere Abenteuer auf internationaler Bühne.

"Wir haben gezeigt, dass wir hier zu Hause eigentlich unschlagbar sind", sagte Frankfurts Nationalkeeper Kevin Trapp bei Nitro: "Wir haben heute ein unfassbares Spiel gemacht. Ich kann nur stolz auf meine Mannschaft sein, wie wir das heute gemacht haben. Gefühlt haben wir heute gegen 14 gespielt mit dem Schiedsrichter. Aber wir haben uns dagegen gestellt und an uns geglaubt. Mit dem, was hier im Stadion los ist, ist eben alles möglich. Das haben wir heute wieder bewiesen." (Das sind alle 48 Mannschaften der Europa League)

Bobic: "Es ist unfassbar"

Sport-Vorstand Fredi Bobic zeigte sich nach dem Sieg ebenfalls aufgewühlt. "Man denkt immer, was bei uns in den letzten Jahren passiert ist, was da an Stimmung und Atmosphäre herrscht, irgendwann geht ja nicht mehr. Aber heute so ein Spiel und diese Atmosphäre. Es ist unfassbar, wie die Spieler jetzt feiern mit den Fans. Aber auch, was auf dem Platz passiert ist, was für ein Drama. Das wollen wir alle sehen und es packt mich immer wieder. Wir freuen uns, auch im nächsten Jahr wieder den deutschen Fußball in der Europa League vertreten zu können."

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Filip Kostic (60.) erzielte den vorentscheidenden Treffer zum 2:0 mit einem traumhaften Freistoß, nachdem in der ersten Halbzeit ausgerechnet Rebic im Mittelpunkt gestanden hatte. Der zuletzt arg kritisierte Kroate war zunächst maßgeblich an der Frankfurter Führung (26.) beteiligt, seine scharfe Hereingabe lenkte Stefan Mitrovic ins eigene Tor. 

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Später flog der extrem motivierte Rebic aber auch vom Platz (44.), weil er den gegnerischen Torhüter Matz Sels nach einem Tackling traf. Danny da Costa (67.) machte mit dem 3:0 alles klar. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Straßburgs Trainer hat zugeschlagen"

Sels hatte sich nach der Aktion theatralisch auf dem Rasen gekrümmt - und dadurch nach Auffassung der Frankfurter erst die zu harte Entscheidung des Schiedsrichters Orel Grinfeld provoziert. Auf dem Weg in die Kabine kam es deshalb zu handfesten Auseinandersetzungen.

"Straßburgs Trainer hat zugeschlagen", sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner bei Nitro: "Ante hat den Torwart gar nicht richtig getroffen. Die Stimmung, die hier auf dem Flur geherrscht hat, da müssen sich die Offiziellen überlegen, was sie hier machen." Doch es ging genauso chaotisch weiter.

Nach einem harten Zweikampf (55.) griff Straßburgs Dimitri Liénard dem Frankfurter Mittelfeldspieler Dominik Kohr ins Gesicht. Sein Platzverweis war anders als der von Rebic unstrittig. "Dominik hat das natürlich auch ein bisschen provoziert. Er ist ein bisschen härter eingestiegen, da bekommt er ja auch die gelbe Karte für", sagte Bobic: "Was dem Straßburger Spieler passiert ist, ist eigentlich das, was dann nicht mehr passieren darf, dass du dich da provozieren lässt."

Bei all der Hektik ging etwas unter, dass die Frankfurter eine beeindruckende Leistung zeigten und sich nun auf die Auslosung am Freitag freuen dürfen.

"Wir mussten uns in der Halbzeit erstmal abkühlen und runterkommen. Wir waren alle aufgeheizt, weil es ja auch in den Katakomben noch ein bisschen rund gegangen ist", sagte Trainer Adi Hütter. "Aber die Emotionen gehören einfach zum Fußball dazu. Wir haben uns dann gesammelt und versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen." 

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Angetrieben von 47.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena rannten, ackerten und grätschten die Gastgeber von Beginn an und ließen ihrem Gegner kaum Platz zur Entfaltung. "Wir haben alle Bock auf die Gruppenphase", hatte Coach Adi Hütter am Tag vor dem vielleicht wichtigsten Spiel der Saison gesagt.

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Ante Rebic in der Startelf

Dabei musste die Eintracht ohne Kapitän David Abraham (muskuläre Probleme) auskommen, dafür wurde Rebic rechtzeitig fit. Und das zahlte sich nicht nur wegen der Führung aus: Der Vize-Weltmeister war nach den lustlosen Auftritten der jüngeren Vergangenheit sichtbar um Wiedergutmachung bemüht, mit energischen Tacklings und entschlossener Körpersprache ging der 25-Jährige voran.

Die erste Chance der Eintracht, die mit Anpfiff die Kontrolle gegen tiefstehende Gäste übernahm, besaß allerdings Kreativspieler Daichi Kamada (7.). Bei ihrem Offensivdrang musste Frankfurt gleichzeitig die drohende Gefahr der Gegenangriffe einkalkulieren. Denn ein Treffer des französischen Ligapokal-Siegers hätte die ohnehin schon knifflige Aufgabe unnötig erschwert.

Vor der hektischen Schlussphase der ersten Halbzeit kannte Frankfurt dennoch nur eine Richtung, Goncalo Paciencia (38.) hätte mit einem tückischen Aufsetzer beinahe das verdiente zweite Tor erzielt. Das tat dann äußerst sehenswert Kostic.

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