WM-Hammer! FIFA droht Spanien mit Ausschluss
teilenE-MailKommentare

Laut Medienberichten droht Spanien ein Ausschluss von der WM in Russland. Die FIFA bemängele einen Eingriff der Regierung und schickt eine Delegation nach Madrid.

Der spanischen Nationalmannschaft droht offenbar ein Ausschluss von der WM 2018 in Russland. (Datencenter: WM-Spielplan)

Wie El Pais berichtet, habe die FIFA dem spanischen Fußballverband RFEF in einem Schreiben mit einem Ausschluss aus dem Weltverband gedroht, weil sich die spanische Regierung in Belange des Fußballverbandes eingemischt haben soll.

Wie die FIFA der spanischen Zeitung bestätigte, werde in "naher Zukunft" eine Delegation des Weltverbandes und der UEFA nach Madrid reisen, um die Vorgänge rund um den spanischen Verband zu untersuchen.

Ein FIFA-Ausschluss hätte automatisch zur Folge, dass die spanischen Nationalteams an keinen internationalen Wettbewerben teilnehmen dürften - und damit auch nicht an der Weltmeisterschaft in Russland.

"Niemand wird uns aus der WM werfen"

Spaniens Verband widerprach dieser Darstellung. "Niemand wird uns aus der WM werfen. Das ist unmöglich und wird nicht passieren", erklärte RFEF-Präsident Juan Luis Larrea: "Was wollen sie tun? Spanien aus dem Turnier werfen, damit Italien nachrückt?"

Spaniens Mannschaft habe sich ihren Platz bei der WM verdient, "darin sind wir uns mit der FIFA einig". Der Weltverband wolle "wissen, was passiert", ergänzte der Verbandsboss.

Anfang des kommenden Jahres werde es ein Treffen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino, Spaniens Familienminister Inigo Mendez de Vigo und Jose Ramon Leite, Staatssekretär für Sport, geben. Das Treffen sei jedoch "rein informativ", betonte Larrea.

Wie der spanische Verband mitteilte, habe es bereits im Rahmen der WM-Auslosung in Moskau ein Treffen von Präsident Larrea mit FIFA- und UEFA-Vertretern gegeben.

Verbotene staatliche Einflussnahme?

Anlass für den angeblich drohenen WM-Ausschluss soll sein, dass der Oberste Nationale Spanische Sportrat (CSD) angesichts der Korruptionsvorwürfe gegen den ehemaligen spanischen Verbandspräsidenten Angel Maria Villar im vergangenen Mai auf Neuwahlen gedrängt hatte.

Das sind Deutschlands WM-Gegner

Aus Sicht der FIFA habe es sich dabei um eine staatliche Einflussnahme gehandelt, die laut FIFA-Statuten verboten ist. "Jeder Mitgliedsverband muss seine Belange eigenständig und ohne unzulässige Einflussnahme Dritter bestimmen", heißt es dazu in Artikel 19 der Bestimmungen.

Verwarnungen gegen Peru und Australien

Spanien soll bei der WM in Russland in Gruppe B gegen Europameister Portugal, Marokko und den Iran antreten. Zum Auftakt steht am 15. Juni um 20 Uhr das Duell mit den Portugiesen um Cristiano Ronaldo an.

Zuletzt hatte die FIFA bereits Peru und Australien wegen Verstößen gegen ihre Regularien verwarnt, bei beiden Nationen hatte sich ein dadurch drohender WM-Ausschluss jedoch nicht konkretisiert.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image