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Toni Kroos (M.) führte das DFB-Team mit seinem Treffer zum erlösenden Sieg gegen Schweden
Toni Kroos (M.) führte das DFB-Team mit seinem Treffer zum erlösenden Sieg gegen Schweden © Getty Images
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Sotschi und München - Das DFB-Team wendet mit einem dramatischen Sieg gegen Schweden das Vorrundenaus ab. Matchwinner Toni Kroos erhofft sich davon einen Schub für die WM.

Es war die Gefühlsexplosion, die der bislang zähen WM aus deutscher Sicht eine neue Wendung geben kann.

Mit seinem entscheidenden Treffer in der Nachspielzeit gegen Schweden hat Toni Kroos dem DFB-Team vielleicht den so dringend benötigten Knotenlöser beschert. "Es war ein Krimi voller Emotionen", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach dem dramatischen 2:1 (0:1)-Sieg, mit dem der Weltmeister ein historisches Vorrundenaus bei der WM gerade noch abgewendet hat. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Wir sind erstmal froh, weil es sehr wichtig war. Jeder kann die Konstellation lesen. Heute nicht zu gewinnen, wäre sehr schwierig gewesen", sagte Kroos. Am Mittwoch gegen Südkorea (16 Uhr im LIVETICKER) hat das DFB-Team das Weiterkommen in der eigenen Hand.  (Der WM-Spielplan)

Kroos erhofft sich "Push für das Turnier"

Der dramatische Sieg von Sotschi soll die nötigen Kräfte freisetzen. "Natürlich kann bei jedem so ein später Sieg noch etwas hervorholen und einen Push geben für das Turnier und das erhoffen wir uns jetzt", sagte Kroos. (Die Stimmen zum Spiel)

Die Erleichterung über den Erfolg war bereits auf dem Rasen deutlich sichtbar: Nach seinem Kunstschuss in der fünften Minute der Nachspielzeit versank der Matchwinner in der Jubeltraube. Auf der Bank klatschte Bundestrainer Löw mit Oliver Bierhoff ab.

Schweden beschweren sich über Jubel

Mitglieder des DFB-Betreuerstabs zogen sich mit zu ausgelassenem Jubel in Richtung der schwedischen Bank allerdings den Unmut der Skandinavier auf sich. "Die Gefühle und Emotionen sind ein bisschen übergeschwappt", sagte DFB-Manager Bierhoff in der ARD.

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Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, richtete das deutsche Team umgehend den Blick nach vorne.

"Es ist eine Vorlage, um gute Gefühle mitzunehmen", sagte Kroos. Bis zu seinem erlösenden Tor erlebte der Mittelfeldstratege selbst eine Berg- und Talfahrt. Die schwedische Führung durch Ola Toivonen leitete Kroos mit einem katastrophalen Fehlpass ein (32.). Marco Reus brachte nach der Pause mit einem etwas glücklichen Knie-Tor (48.) die Deutschen zurück ins Spiel.

Kroos bietet Kritikern die Stirn

"Natürlich geht das erste Tor auf meine Kappe, wenn du im Spiel 400 Pässe spielst, dann kommen auch mal zwei nicht an", sagte Kroos selbstkritisch und bot auch den Kritikern die Stirn: "Wir wurden viel kritisiert, teilweise auch zu Recht, gerade viele Leute hätte es in Deutschland gefreut, wenn wir heute rausgegangen wären. Aber so einfach machen wir das denen nicht."

Ein Selbstläufer wird die Partie gegen Südkorea keineswegs, zumal Abwehrchef Jerome Boateng nach seiner Gelb-Roten Karte in der Schlussphase (82.) fehlen wird. Auch der gegen Schweden fehlende Mats Hummels ist noch nicht wieder hundertprozentig fit. Zudem steht der Einsatz von Sebastian Rudy, der überraschend in die Startelf rückte, nach einem Nasenbeinbruch auf der Kippe.

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Neben den personellen Sorgen hat der Weltmeister aber auch im spielerischen Bereich noch Luft nach oben. Gegen die kompakte Defensive der Schweden fehlten lange Zeit die zündenden Ideen - dann sorgte Kroos für die Erlösung.

"Ich habe mich für ihn wahnsinnig gefreut, weil er einen Fehlpass gespielt hat, der zum Gegentor geführt hat, was ihm wahnsinnig selten passiert", zeigte sich auch Löw erleichtert - und hoffte ebenfalls auf eine Signalwirkung: "So einen Sieg nach Rückstand hat die Mannschaft vielleicht auch mal gebraucht. Das gibt Moral und ich hoffe, dass das einen Schub für das Turnier gibt."

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