Löw-Rücktritt? Das sagen die DFB-Stars
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Nach der Pleite gegen Südkorea und dem blamablen WM-Aus fordern viele den Rücktritt von Joachim Löw. Von den Spielern erhält der Bundestrainer Rückendeckung.

Kaum jemand hatte vor Beginn der Weltmeisterschaft mit einem derartigen Auftritt der deutschen Nationalmannschaft gerechnet.

Nach der Pleite gegen Südkorea und dem damit verbundenen historischen WM-Aus nach der Vorrunde stellte sich die Frage, ob Joachim Löw unter diesen Umständen weitermachen oder doch eher zurücktreten sollte.

Bei den Spielern ist der Rückhalt für den Bundestrainer weiterhin groß. "Wir sind von dem Weg von Joachim Löw überzeugt", sagte Thomas Müller im Anschluss an die Partie.

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Brandt äußert Selbstkritik

Auch Joshua Kimmich wollte von einem neuen Nationaltrainer nichts wissen. "Persönlich hoffe ich auf jeden Fall, dass er weitermacht", so der Verteidiger.

Julian Draxler pflichtete seinen Teamkollegen bei. "Ich glaube, dass der Bundestrainer nach wie vor der passende Trainer für uns ist."

Leverkusens Julian Brandt zeigte sich nach der 0:2-Niederlage selbstkritisch.

"Der Trainer ist nicht allein schuld. Wir haben alle zusammen den Confed Cup gewonnen und die Quali super gespielt. Aber wir haben auch alle nicht gut bei diesem Turnier gespielt und sind zusammen ausgeschieden. Dafür sind wir Spieler auch verantwortlich", konstatierte der 22-Jährige.

Hummels: "Waren nicht so stark, wie gedacht"

Als einziger Spieler ließ Bayern-Star Mats Hummels Kritik am Trainerstab durchklingen. "Es war das allererste Mal, dass unter seiner Trainerschaft etwas nicht so gut funktioniert hat. Davor waren wir jedes Mal im Halbfinale, haben jedes Mal die Quali geschafft. Darüber wären viele Nationen glücklich", ist sich Hummels sicher.

"Man muss es gesamtheitlich sehen: Vieles war jahrelang auf höchstem Niveau. 2018 haben wir das aber nicht auf den Platz bekommen, mit Ausnahmen von Teilen gegen Spanien. Wir waren nicht so stark, wie wir gedacht und wie wir es uns erhofft haben."

Auch Teammanager Oliver Bierhoff nahm zum Desaster Stellung und schloss dabei einen Rücktritt von Löw nicht kategorisch aus: "Wir sollten ihm Zeit lassen. Aber ich gehe davon aus, dass er im September die Sachen richtig angeht."

Bierhoff will alles hinterfragen

Der Schmerz und die Enttäuschung bei Bierhoff sitzen tief. "Wir müssen alles aufarbeiten. Es wird alles hinterfragt. Ich kann keinem einen Vorwurf machen, aber irgendwie war es zu wenig", so der 50-Jährige.

Löw selbst antwortete auf die Frage nach einem Rücktritt: "Das ist schwierig zu sagen. Ich brauche ein paar Stunden. Bin auch geschockt, dass wir es nicht geschafft haben, Korea zu schlagen. Man muss in Ruhe darüber reden, wie es weitergeht. Ich muss mich sammeln und bin maßlos über das Ausscheiden enttäuscht." 

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