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Deutschland peilt gegen Montenegro einen Heimsieg an
Deutschland peilt gegen Montenegro einen Heimsieg an © Getty Images
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Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat das WM-Aus abgehakt und einen Neuanfang ausgerufen. Gegen Montenegro beginnt die EM-Qualifikation.

Herzhaft lachend haute Martina Voss-Tecklenburg der verdutzten Alexandra Popp nach einem frechen Spruch auf die Schulter. Nach einer WM-Aussprache mit "rauchenden Köpfen" demonstrierten die Fußball-Bundestrainerin und ihre Spielführerin zwei Monate nach dem Viertelfinal-Aus:

Der Frust ist verarbeitet, die Lehren sind gezogen - die nächste Herausforderung kann kommen.

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"Die WM ist jetzt abgehakt. Wir wollen uns weiterentwickeln, also müssen wir nach vorne schauen", sagte Popp auf der Pressekonferenz vor dem Start in die Qualifikation für die EM 2021 in England. Der Weg dorthin beginnt am Samstag mit dem Heimspiel in Kassel gegen Montenegro (EM-Qualifikation: Deutschland - Montenegro ab 12.30 Uhr im LIVETICKER) und der Partie drei Tage später in Lwiw gegen die Ukraine.

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Das Wiedersehen fing an mit der Ankunft am Montagabend, um tags darauf in zwei Sitzungen insgesamt etwa vier Stunden lang die WM aufzuarbeiten. "Da haben schon die Köpfe geraucht", gab Popp zu. Selbstkritisch wurden Fragestellungen zunächst in Kleingruppen bearbeitet und viel diskutiert. "Offen und konstruktiv" seien die Gespräche danach gewesen, befand Voss-Tecklenburg: "Das war ein wichtiger Prozess für uns."

Öffentliches Training lockt Fans

Das Fazit der Chefin, die erst seit Ende letzten Jahres im Amt ist: Auf sportlicher und kommunikativer Ebene geloben alle Besserung. "Das Wichtigste ist, dass wir auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind, dass es besser ist, Dinge anzusprechen, statt sie in sich hineinzufressen", sagte Popp, die vor dem Spiel im Auestadion für 100 Länderspiele geehrt wird.

Nach den heilsamen Gesprächen war auch ein öffentliches Training mit rund 500 Zuschauern am Mittwoch Balsam für die Seele. "Der Zuspruch hat uns bestätigt, dass wir bei der WM große Sympathiewerte erreicht haben", sagte Voss-Tecklenburg, die gegen den Underdog aus Montenegro ein "attraktives und temporeiches" Spiel ihrer Auswahl erwartet, um am Dienstag mit einem "guten Gefühl" in das Duell mit dem wohl anspruchsvollsten Gruppengegner gehen zu können. (EM-Quali: Ukraine - Deutschland am Di. ab 16 Uhr im LIVETICKER)

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Durch die verpasste Qualifikation für Tokio 2020 kann sich der Olympiasieger nun 22 Monate lang auf das nächste Großereignis im Mutterland des Fußballs vorbereiten. Neben der Pflichtübung EM-Qualifikation, in der Griechenland und Irland die weiteren Gegner sind, sollen Duelle mit Topgegnern wie am 9. November in Wembley gegen England und der Algarve-Cup im kommenden Frühjahr den Rekordeuropameister im Umbruch weiterbringen.

Frohms ersetzt Schult im Tor

"Ich bin guter Dinge", betonte "MVT", "denn ich glaube an das Team, die jungen und die erfahrenen Spielerinnen." Personell setzt die 51-Jährige zunächst fast ausschließlich auf ihren WM-Kader. Almuth Schult, die im Tor von der Freiburgerin Merle Frohms ersetzt wird, sowie Marina Hegering und Melanie Leupolz fehlen verletzt. Lena Goeßling trat nach dem Turnier und 106 Einsätzen im DFB-Trikot aus dem Nationalteam zurück. 

Die 33-Jährige vom VfL Wolfsburg beklagte jüngst in einem kicker-Interview den Mangel an Persönlichkeiten im deutschen Frauenfußball. Viele Spielerinnen würden "einfach mit dem Strom schwimmen und sagen nichts. Oder sie dürfen nichts sagen". Wenn man "MVT" glauben darf, soll sich das in Zukunft bessern. "Ein Problem geht nicht weg, wenn man nicht darüber spricht", sagte die 125-malige Nationalspielerin.

So können Sie Deutschland - Montenegro in der EM-Quali verfolgen:

TV: ARD
Stream: Sportschau.de
Ticker: SPORT1

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