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Die deutsche Nationalmannschaft muss in der Nations League in die Liga B absteigen. Die Schützenhilfe von Weltmeister Frankreich bleibt in den Niederlanden aus.

Alles Hoffen auf weltmeisterliche Schützenhilfe war vergebens: Die deutsche Nationalmannschaft ist von der Couch aus in die europäische Zweitklassigkeit abgestürzt.

Durch das verdiente 2:0 (1:0) des Erzrivalen Niederlande gegen Weltmeister Frankreich am Freitagabend in Rotterdam kann die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw den Abstieg in die B-Liga der Nations League nicht mehr verhindern.

Daran würde auch ein Sieg zum Gruppenabschluss am Montag (Nations League: Deutschland - Niederlande, 20.45 Uhr im LIVETICKER) in Gelsenkirchen gegen Oranje nichts ändern. Die Elftal hat hingegen im Klassiker gegen Deutschland dank der Treffer von Georginio Wijnaldum (44.) und Memphis Depay (90.+6/Foulelfmeter) sogar noch die Chance auf den Gruppensieg und einen Platz im Halbfinale des Turniers Anfang Juni. (Tabelle der Nations League)

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"Was diese Spieler heute Abend gezeigt haben, war außergewöhnlich gut", schwärmte Bondscoach Ronald Koeman beim TV-Sender NOS. "Wir haben jetzt sechs Punkte und am Montag die Chance auf den Gruppensieg. Das hat niemand erwartet, noch nicht einmal ich."

Löw: "Ergebnis natürlich bitter"

Zugleich schickte Oranje damit den Erzrivalen Deutschland in die Zweitklassigkeit. "Für uns ist dieses Ergebnis natürlich bitter, weil wir damit keine Chance mehr haben, in der Liga A der Nations League zu bleiben. Das müssen wir akzeptieren", sagte Bundestrainer Löw.

Gleichzeitig richtete er den Blick nach vorne. Man werde sich für die EM 2020 qualifizieren und wolle wieder eine starke Mannschaft ins Turnier schicken, ergänzte Löw. "Auf diesem Weg werden wir weiter Räume für unsere jungen Spieler schaffen und sie nach und nach an die Nationalmannschaft heranführen. Aus diesem Jahr, das insgesamt enttäuschend für uns war, wollen wir uns am Montag in Gelsenkirchen mit einem guten Spiel von unseren Fans verabschieden."

Nationalmannschaft droht schwere Quali-Gruppe

Dennoch sollte die DFB-Elf das letzte Länderspiel des Horror-Jahres 2018 nicht auf die leichte Schulter nehmen: Ein Erfolg könnte bei der Gruppenauslosung der EM-Qualifikation am 2. Dezember in Dublin noch einen Platz in Topf 1 und damit vermeintlich leichtere Gegner auf dem Weg zur Endrunde 2020 sichern. (Spielplan der Nations League)

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Frankreichs Trainer Didier Deschamps hatte gegen die Niederlande verletzungsbedingt auf vier Weltmeister, darunter Paul Pogba von Manchester United, verzichten müssen. Der erstmals in die Equipe Tricolore berufene Torjäger Alassane Plea von Borussia Mönchengladbach nahm trotzdem zunächst auf der Bank Platz.

Von dort sah er einen schwachen Beginn des Weltmeisters. Die Niederlande startete druckvoll und hätte sich in der 2. Minute schon beinahe belohnt. Doch nach schöner Vorarbeit von Depay war der Schuss des völlig freistehenden Wijnaldum auf Höhe des Elfmeterpunkts zu mittig platziert. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Pavard verzieht knapp

Frankreich agierte in der Defensive sehr passiv und abwartend, im Angriff zeigten sich "Les Bleus" arg ideenlos. Ein zu schwacher Kopfball von Antoine Griezmann blieb lange die einzige Bewährungsprobe für Oranje-Torwart Jasper Cillessen. Richtig gefährlich wurde es erst nach knapp einer halben Stunde, doch ein Fernschuss von Stuttgarts Benjamin Pavard rauschte hauchdünn übers Tor (28.).

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In der Folge agierten die Gäste zwar etwas mutiger und entschlossener, doch die Oranje-Defensive stand sicher.

Wijnaldum staubt eiskalt ab

Ganz anders die Franzosen: Nach einer harmlosen Flanke verlängerte Steven Nzonzi den Ball unglücklich zum ehemaligen Hoffenheimer Ryan Babel. Dessen Schuss aus kurzer Distanz konnte Hugo Lloris noch parieren, beim Nachschuss von Wijnaldum war der Torhüter dann machtlos.

Auch nach dem Seitenwechsel bot sich das gleiche Bild. Die Niederlande machte das Spiel, in der 62. Minute scheiterte der starke Denzel Dumfries gleich zweimal an Lloris. Frankreich wirkte hingegen in der Offensive weiter blass und uninspiriert, nur der starke Tottenham-Keeper Lloris hielt den Weltmeister lange im Spiel.

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