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Uwe Gensheimer (v.) traf gegen Tschechien ein Mal
Uwe Gensheimer (v.) traf gegen Tschechien ein Mal © Imago
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Wien - Zum Abschluss der Hauptrunde fährt die deutsche Handball-Nationalmannschaft den gewünschten Sieg gegen Tschechien ein, agiert aber über weite Strecken nicht überzeugend.

Nein, ein Feuerwerk war es keinesfalls, das das deutsche Team beim abschließenden Hauptrunden-Spiel der Handball-EM gegen Tschechien zeigte.

Und doch verabschiedete sich die DHB-Auswahl durch das 26:22 (13:10) mit dem gewünschten Gefühl aus Österreich.

"Wir wollten uns mit einem guten Gefühl verabschieden", sagte Hendrik Pekeler im Gespräch mit SPORT1: "Wir haben hier im Vergleich zur Vorrunde eine richtig gute Leistungssteigerung gezeigt und wollten es nicht riskieren, das alles wieder über den Haufen zu werfen."

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Auch Johannes Bitter, der erneut zum "Man of the Match" gekürt wurde, war froh darüber, dass "das gute Wien-Gefühl" aufrecht erhalten werden konnte.

Und Bundestrainer Christian Prokop erklärte: "Wien war sehr schön für uns" - obwohl das angestrebte Ziel Halbfinale verpasst wurde.

Im Spiel um Platz fünf gegen Portugal am Samstag geht es nun um einen vernünftigen Abschied von der EM und ein Einspielen für das Olympia-Qualifikationsturnier im April in Berlin.

Bitters Wunsch an Prokop

"Natürlich wollten wir das Spiel heute deutlicher gestalten, aber inzwischen macht auch der Körper schon ein bisschen schlapp und die Konzentration ist nicht mehr auf dem Level, auf dem sie sein sollte", erklärte Julius Kühn, nachdem er sich mit seinen Teamkollegen zum Sieg geschleppt hatte.

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Prokop bemängelte im ZDF "zu viele unterschiedliche Phasen", "zu viele technische Fehler" und ein wenig überzeugendes Überzahlspiel.

"Wir wissen alle, dass das Spiel heute nicht auf allerhöchstem Niveau war", gab auch Bitter zu, ehe er einen Wunsch an Prokop äußerte: "Wir können alle mal ein paar Tage ohne Handball gebrauchen. Wir haben, tippe ich mal, Verhandlungsmöglichkeiten mit dem Trainer, morgen und übermorgen nicht Handball zu trainieren."

Am Abend durfte sich der Torhüter zumindest auf Wiener Schnitzel freuen, das Koch Nils Wallbrecht geordert hatte.

Deutscher Angriff stockt

Einmal mehr war das große Sorgenkind der Angriff, wo das Prokop-Team über weite Strecken viel zu verkrampft agierte und nur der erneut starke Philipp Weber (fünf Tore) überzeugte.

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Kein Wunder, dass Prokop, der wie angekündigt viel wechselte und die Spielanteile verteilte, in einer Auszeit forderte: "Spielt das nicht so alibimäßig, nach dem Motto 'soll ich, soll ich nicht' - spielt das richtig mit Dampf."

Immerhin ging der erste Durchgang mit 13:10 an das deutsche Team. Nach der Pause blieb Deutschland allerdings sechs Minuten ohne eigenen Treffer, wodurch der Gegner sogar mit 14:13 in Führung gehen konnte.

In der Folge konnte sich das DHB-Team lange Zeit nicht absetzen - auch, weil es zu statisch agierte und damit das nötige Tempo fehlte. Prokop forderte, die Angriffe "in die Breite ausspielen und abzuräumen".

(Handball-EM 2020: Spielplan, Ergebnisse und Tabellen)

In der Schlussphase konnte sich Deutschland, auch dank doppelter Überzahl endlich absetzen, und den Sieg ins Ziel bringen.

Bitter als Rückhalt

Ein sicherer Rückhalt im deutschen Tor war immerhin erneut Bitter, der 36 Prozent der Bälle hielt. "Ich wollte unbedingt nochmal ein gutes Spiel machen heute, ich war sehr motiviert und habe versucht, dass in die Mannschaft zu tragen", sagte der Keeper nach dem Spiel. 

Der Weltmeister von 2007 stand sicher gegen Tschechiens Shooter Ondrej Zdrahala und Regisseur Tomas Babak vom Bundesligisten Bergischer HC. Bitter bügelte auch Unkonzentriertheiten im deutschen Angriff aus, parierte kurz vor der Halbzeitpause einen Gegenstoß des frei vor ihm auftauchenden Babak.

Ein Aktivposten war Weber, der im EM-Verlauf immer mehr in die Spielmacher-Rolle hineinwuchs und die gebotenen Möglichkeiten nutzte. "Er macht heute wieder ein richtig gutes Spiel", sagte Teammanager Oliver Roggisch am ZDF-Mikrofon.

Neben Weber zeigte einzig Tobias Reichmann (4 Tore) Normalform. Auch wenn Bitter hinten gut hielt: Bei einer Trefferquote von nur 59 Prozent wird es im Spiel um Platz 5 gegen Portugal schwer.

“Für das gesamte Turnier würde ich uns eine 3+ bis 2- geben. Wir haben uns nach der Vorrunde gesteigert, haben unglücklich verloren gegen Kroatien, können uns jetzt aber mit Platz 5 noch belohnen", meinte Reichmann: "Portugal spielt eine starke EM, da müssen wir 60 Minuten Vollgas geben, damit wir da gewinnen.“

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