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Wien - Nikola Bilyk tritt mit Österreich heute zum "Spiel des Jahres" gegen Deutschland an. Im SPORT1-Interview spricht der Rückraum-Star über die Bedeutung des Duells.

Welche Bedeutung das Nachbarschaftsduell mit Deutschland für Österreich in der Hauptrunde der Handball-EM hat, schienen die deutschen Verantwortlichen am Sonntag genau zu wissen. (Handball-EM: Österreich - Deutschland am Montag um 20.30 Uhr im LIVETICKER)

Bundestrainer Christian Prokop sprach vom "Spiel des Jahres", laut DHB-Vizepräsident Bob Hanning gehe es für Österreich gar "im sportlichen Sinne um Leben und Tod".

Klar ist: Die Alpenrepublik spielt noch um ein Ticket für ein olympisches Qualifikationsturnier, während sich das DHB-Team "nur" anständig aus dem Turnier verabschieden und Platz 5 erreichen möchte, wenngleich das Prokops Zukunft beeinflusst.

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Vor dem Kracher traf SPORT1 Österreichs Nikola Bilyk zum Interview. Der 23 Jahre alte Rückraum-Star vom THW Kiel ist mit 34 Treffern zweitbester Torschütze des Turniers und hat große Lust, Deutschland zu ärgern.

SPORT1: Herr Bilyk, Ihre Mannschaft hat am Samstag gegen Spanien (26:30) gut mitgehalten. Aber wäre nicht sogar noch mehr drin gewesen?

Nikola Bilyk: Ich würde auf keinen Fall widersprechen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber da war Potenzial nach oben. Wenn an dem Tag drei, vier Spieler besser funktionieren und ein bisschen über Form spielen, wäre mehr drin gewesen. Wir haben in der ersten Halbzeit leider viele gute Möglichkeiten vergeben, hätten da vielleicht mit drei, vier Toren vorne sein können. Dann wäre das ein anderes Spiel geworden. Leider ist das nicht so gewesen. Aber wir werden weiter Gas geben und versuchen, Deutschland zu ärgern und eine große Nation zu schlagen.

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Bilyk stolz auf Österreich

SPORT1: Wie bewerten Sie generell Österreichs Turnier?

Bilyk: Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft. Wir geben Gas, wir spielen mit viel Herz und viel Mut und versuchen, für Euphorie im Land zu sorgen. Da haben wir einen guten Schritt nach vorne gemacht. Das Schönste wäre noch, einen Großen zu schlagen. Das wäre eine Sensation und für das Land etwas ganz Besonderes. Wenn das Deutschland wäre, wäre das noch schöner für unsere Zuschauer und Fans. Wir werden alles daran setzen, die zwei Punkte zu holen. Das Turnier bewerte ich bis jetzt positiv. Aber wir haben noch zwei Spiele vor uns, die wir hoffentlich erfolgreich bestreiten werden.

SPORT1: Welche Bedeutung hat das Duell mit Deutschland?

Bilyk: Klar ist da eine Rivalität. Da braucht man nicht viel drumherum reden. Aber es wird von den Medien noch mehr gepusht, als es dann tatsächlich ist. Das verstehen wir auch, in unseren Köpfen ist es auch drin. Aber wenn der Pfiff ertönt, ist das einfach ein weiterer Gegner, den wir schlagen wollen. (Spielplan und Ergebnisse der Handball-EM)

Spiel des Jahres? "Wir freuen uns riesig"

SPORT1: Es sind aber nicht nur die Medien - Christian Prokop sprach aus Ihrer Sicht vom "Spiel des Jahres".

Bilyk: Ja klar. Wir spielen in Österreich zuhause. Ich habe nicht sagen wollen, dass es nichts Besonderes ist, gegen Deutschland zu spielen. Wir freuen uns riesig, wir spielen zuhause und wollen die Deutschen bis zum Schlusspfiff ärgern und wenn möglich zwei Punkte holen.

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SPORT1: Gab oder gibt es im Vorfeld Kontakt mit den deutschen Kollegen aus der Bundesliga?

Bilyk: Der Umgang ist sehr respektvoll. Man hat Kontakt, spricht über einige Sachen, fragt, wie es einem geht, wie der körperliche Zustand ist. Da wird aber nicht versucht, sich gegenseitig zu ärgern.

Triple mit Kiel? "Wir wollen ganz vorne mitspielen"

SPORT1: Deutschland ist mit dem Ziel Halbfinale angetreten und kann das nach zwei Spielen in der Hauptrunde abhaken. Überrascht?

Bilyk: Sie hatten in der Gruppe mit Spanien den amtierenden Europameister und haben da leider nicht den besten Tag erwischt. Spanien hat wirklich sehr, sehr stark gespielt. Mit null Punkten in die Hauptrunde zu gehen, ist einfach schwer. Dann hast du noch Kroatien als Top-Mannschaft und verlierst dieses Spiel in der Hauptrunde ganz knapp. Es ist sicherlich schade für sie, da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Aber sie haben in der Hauptrunde wieder sehr guten Handball gezeigt.

SPORT1: Zum Abschluss eine Frage zu Ihrem Verein, dem THW Kiel. Sie stehen an der Spitze der Handball-Bundesliga, haben im Pokal das Final Four erreicht und auch in der Gruppenphase der Champions League läuft es blendend. Was ist in diesem Jahr noch möglich?

Bilyk: Ich konzentriere mich jetzt auf die Europameisterschaft, aber mit dem THW Kiel sind die Ziele klar gesteckt: Wir wollen in allen Wettbewerben ganz vorne mitspielen.

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