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Köln - Bob Hanning ist nach dem emotionalen Sieg gegen Kroatien begeistert. Im SPORT1-Interview schwärmt der Vizepräsident des DHB von der Abwehr und von Fabian Wiede.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat in einem nervenaufreibenden Hauptrunden-Spiel Kroatien geschlagen und vorzeitig das Halbfinale erreicht.

Auch DHB-Vize-Präsident Bob Hanning erlebte beim 22:21 eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Im SPORT1-Interview berichtet Hanning über seine Emotionen, schwärmt von der deutschen Abwehr und lobt insbesondere auch Fabian Wiede.

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SPORT1: Herr Hanning, Glückwunsch zum Sieg! In der Schlussphase war Deutschland auf drei Tore weg, dann einen hinten. Mit welchen Gefühlen haben Sie die letzten Minuten erlebt?

Bob Hanning: Das ist das Großartige an unserer Sportart. Dass es genauso ist, wie es ist. Dass es Herzschlag ist. Dass immer was passiert. Wenn du mit dafür verantwortlich bist, dann wünscht du dir ein 30:20, damit du ein bisschen ruhiger gucken kannst. Aber das sind die Momente, für die man jeden Tag arbeitet. Wenn man sieht, was dann dabei rauskommt, mit dem Resultat - verdienten Resultat - dann macht das besonders Spaß. Jetzt kann man auch nicht mehr von mangelnder Cleverness sprechen.

SPORT1: Hatten Sie Zweifel, dass es wie gegen Frankreich und Russland am Ende nicht zum Sieg reichen könnte - oder waren sie überzeugt?

Hanning: Das war ich. Weil wir überragend gedeckt haben. Ich habe immer gesagt: Wir können die beste Abwehr der Welt stellen. Und jetzt sage ich: Wir haben die beste Abwehr der Welt. Mit Peke vorne und Bam-Bam im Zentrum - das war einfach nicht zu besiegen. Das hat auch den Sieg ausgemacht.

SPORT1: Am Ende setzte Christian Prokop auf das 7 gegen 6, das in der Vergangenheit und auch zuletzt ja nicht immer den gewünschten Erfolg gebracht hat. Diesmal hat es geklappt.

Hanning: Wir müssen uns ja auch selbst vertrauen. Ich glaube, dass die Mannschaft sehr wohl an das 7 gegen 6 glaubt, auch wenn wir das gegen Serbien wirklich schlecht gespielt haben. Aber nicht mit der Aufstellung, mit der wir es heute probiert haben.

SPORT1: Zu Beginn der zweiten Hälfte stand eine Formation auf der Platte, die wenig mit der eigentlichen Stammformation zu tun hat (u.a. mit Musche, Böhm, Wiede, Häfner, Anm. d. Red.). Hat das auch erneut Deutschlands Stärke bewiesen?

Hanning: Ja, genau. Ich habe gesagt, wir sind in der Breite spitze. Wir haben vielleicht nicht den überragenden Spieler, den, der aus zehn Metern ein einfaches Tor machen kann, aber eine Mannschaft. TEAM heißt bei uns eben nicht "Toll, ein anderer macht's." Sondern wir haben das totale Engagement all unserer Mitspieler. Und das haben wir heute auch gesehen.

SPORT1: Jetzt geht es sicher nach Dänemark (auch das Spiel um Platz 3 findet in Herning statt, Anm. d. Red.). Aber dort will man sicher nicht das erste Spiel machen ...

Hanning: Wir sind Sportler. Wir wollen auf jeden Fall eine Medaille. Denn nur eine Mannschaft kriegt keine. Jetzt machen wir hier Köln zu Ende. Dann überlegen wir weiter, gucken, wie die Ausgangssituation ist. Ich habe noch keine Mannschaft erlebt, die ein Halbfinale nicht gewinnen will.

SPORT1: Inwieweit sind Sie persönlich stolz auf Fabian Wiede? (Hanning ist Füchse-Manager und war dort Wiedes Jugendtrainer, Anm. d. Red.)

Hanning: Ich bin heute schon mächtig stolz. Das war schon für mich persönlich insgesamt auch ein ganz besonderer Tag.

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