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Markus Weise springt als Herren-Bundestrainer ein
Markus Weise springt als Herren-Bundestrainer ein © Getty Images
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Die deutschen Hockey-Herren haben einen neuen Bundestrainer. Mit Markus Weise übernimmt ein alter Bekannter das Amt - allerdings nur vorübergehend.

Zurück in die Zukunft: "Goldschmied" Markus Weise kehrt nach vier Jahren zumindest vorübergehend als Herren-Bundestrainer zum Deutschen Hockey-Bund (DHB) zurück.

Einziger Auftrag für den Kurzzeit-Nachfolger des erfolglosen Stefan Kermas ist nach drei großen Turnieren ohne Medaille in Serie zunächst alleine die wichtige Olympia-Qualifikation in den Tokio-Play-offs Anfang November gegen Österreich. 

"Wir sind unglaublich froh, diese Lösung jetzt erstmal für diese wichtige Qualifikationsaufgabe gefunden zu haben", kommentierte DHB-Sportdirektor Heino Knuf den Zeitgewinn für die Suche nach einer langfristigen Lösung der Bundestrainer-Frage.

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Der Plan mit Weise erschien der DHB-Führung außer clever offenbar auch sicher: In seiner ersten Amtszeit von 2007 bis 2015 hatte der 56-Jährige die DHB-Herren nach einem Olympiasieg 2004 mit dem deutschen Damen-Team bei den Sommerspielen 2008 und 2012 ebenfalls zu Olympia-Gold geführt und außerdem zwei EM-Titel gewonnen.

DHB-Boss Knuf: "Weise bringt alles mit"

Aufgrund seiner Erfolgsbilanz ist Weise für Knuf trotz einer vierjährigen Tätigkeit für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Idealbesetzung zur Sicherung der geradezu existenziellen Olympia-Teilnahme: "Markus bringt alles mit, was man für solch ein wichtiges kurzfristiges Engagement braucht. Er kennt die Mannschaft bestens, kennt das Umfeld des Teams und hat die höchste fachliche Expertise, die ich mir vorstellen kann."

Fachwissen können die deutschen Hockeyspieler auch durchaus brauchen. Nach Olympia-Bronze 2016 in Rio und Kermas' anschließendem Amtsantritt verpassten die DHB-Herren bei der EM 2017, der WM 2018 und zuletzt im vergangenen Monat in Belgien wieder bei der EM angestrebte Podiumsplatzierungen, ohne auch nur ein einziges K.o.-Spiel gewonnen zu haben.

Kermas trat daraufhin zu Monatsbeginn zurück, sodass der DHB wie 2015 nach Weises Abgang ein Jahr vor einem Olympia-Turnier einen neuen Herren-Bundestrainer benötigte.

Die Olympia-Ausscheidungsspiele in Mönchengladbach gegen das international zweitklassige Österreich (2./3. November) sollten in Normalfall keine allzu große Hürde für Weises Mannschaft darstellen. Der Hauptansatz des Rückkehrers dürfte ohnehin die Wiederherstellung des etwas abgerissenen Anschlusses an die Weltspitze sein.

Insbesondere auch wegen einer notorisch-eklatanten Strafecken-Schwäche hat Knuf schon eine Erhöhung der Trainingsumfänge durch mehr Lehrgangstage und eine Ausweitung des dezentralen Stützpunkttrainings angekündigt.

Weise: "Gern bereit, den Neuanfang mitzugestalten"

Weise ist sich des Handlungsbedarfes auch durchaus bewusst. "Ich bin gern bereit, den Neuanfang mitzugestalten", sagte der gebürtige Mannheimer zu seiner Verpflichtung. 

Die langfristige Besetzung des Bundestrainer-Postens ist zwar noch offen, aber Weise will offenbar sein eigenes Vermächtnis von 2015 auch über die Duelle mit Österreich hinaus erfolgreich weiterentwickeln: "Ich kann mir für die Neuausrichtung im Anschluss an die Olympia-Qualifikation eine unterstützende Rolle im System durchaus vorstellen."

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