Nach 22 Jahren: Wenger verlässt Arsenal
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Trainer-Legende Arsene Wenger wird den FC Arsenal zum Saisonende verlassen. Einen Nachfolger für den langjährigen Coach gibt es noch nicht.

Arsene Wenger wird den FC Arsenal zum Saisonende verlassen. Das bestätigte der Klub am Freitag. 

"Nach sorgfältiger Überprüfung und in Folge der Gespräche mit dem Klub, fühle ich, dass es der richtige Zeitpunkt für mich ist, am Saisonende zurückzutreten", wird Wenger in der Pressemitteilung der "Gunners" zitiert. Der Elsässer hatte Arsenal seit 1996 trainiert und war der Trainer mit der zweitlängsten Amtsdauer im englischen Profifußball nach Sir Alex Ferguson (27 Jahre bei Manchester United).

"Ich bin dankbar für das Privileg, dass ich dem Klub für so viele denkwürdige Jahre dienen durfte", erklärte Wenger des Weiteren. "Ich appelliere an die Fans, hinter der Mannschaft zu stehen, damit wir das Kapitel zu einem guten Abschluss bringen." Er rief die Anhänger auf, die Werte des Vereins weiter zu pflegen. Seine "ewige Liebe und Unterstützung" sei Arsenal gewiss.    

Arsenals Mehrheitseigner Stan Kroenke sprach "von einem der schwierigsten Tage, die wir in unserer gesamten Zeit des Sportengagements gehabt haben. Was Arsene dem Verein auf dem Feld und außerhalb gegeben hat, war einer der Hauptgründe, warum wir bei Arsenal eingestiegen sind."
Wengers Langlebigkeit und Beständigkeit auf dem höchsten Niveau werde "nie wieder erreicht". 

Fußball-Liebhaber "schulden Wenger Dankbarkeit"

Wenger habe eine einzigartige Klasse, meinte Kroenke weiter. "Jeder, der Arsenal und den Fußball liebt, schuldet ihm Dankbarkeit."

Der Trainer gewann mit den Londonern drei englische Meistertitel. In der Saison 2003/04 blieben seine "Invincibles" mit Torhüter Jens Lehmann ungeschlagen. Sieben Mal stemmte Wenger den FA Cup in die Höhe, 20 Mal am Stück qualifizierte sich der Klub unter ihm für die Champions League.

Der Respekt internationaler Fußballgrößen ist Wenger gewiss. "Er hat eine großartige Trainerlaufbahn hingelegt, mit großen Erfolgen und attraktivem Fußball", meinte Bayern-Trainer Jupp Heynckes.

"Vielleicht übernimmt er jetzt eine Manager-Funktion. Ob er nochmal bei einem anderen Verein Trainer werden wird, weiß ich nicht. Er hat den englischen Fußball sehr positiv beeinflusst. Aber irgendwann muss man auch sagen: Es war genug." 

Klopp bewundert Vorbild Wenger

Wengers Karriere sei fantastisch gewesen, sagte Jürgen Klopp über die "herausragende Persönlichkeit". "Er hatte und hat Einfluss im Fußball", sagte der Trainer des FC Liverpool über den Franzosen.

"Ich habe seine Arbeit immer bewundert, sie war stets brillant. Er hat seine Teams immer wundervollen Fußball spielen lassen." Wenger sei ein Vorbild gewesen. "Ich wünsche ihm alles Gute. Hoffentlich treffe ich ihn irgendwann wieder und kann ihm das persönlich sagen."

Weltmeister Per Mertesacker, der am Ende der Saison seine aktive Karriere beendet und danach Leiter des Arsenal-Nachwuchsleistungszentrums wird, erklärte: "Das ist sehr emotional. Er war so lange hier im Klub und hat mich immer unterstützt. Ein Hauptgrund, warum ich hier bin, ist er."

Erst im Mai hatte der zuletzt umstrittene Trainer von unter anderem Mertesacker, Mesut Özil und Shkodran Mustafi seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert.

Arsenal kündigte an, den Nachfolger des 68-Jährigen so bald wie möglich zu verkünden. Bei den englischen Buchmachern ist Thomas Tuchel heißester Kandidat, dessen Einstieg bei Paris Saint-Germain noch nicht offiziell bestätigt ist. Auch Bundestrainer Joachim Löw wird hoch gehandelt.

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