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München - Andreas Hinkel ist der neue Co-Trainer von Domenico Tedesco bei Spartak Moskau. Bei SPORT1 spricht der Assistent über seine neue Aufgabe und seinen Chef.

Plötzlich hat Andreas Hinkel seinem geliebten Stuttgart den Rücken gekehrt.

Seit 2013 arbeitete er als Trainer in den unterschiedlichsten Funktionen beim VfB. Seit Montag ist er nun in Russland - als Co-Trainer von Domenico Tedesco bei Spartak Moskau. Tedesco, der im März dieses Jahres beim FC Schalke seinen Stuhl räumen musste, wurde am Montagnachmittag bei Spartak vorgestellt, Schalke hatte zuvor die Auflösung des bestehenden Vertrags bekannt gegeben.

"Domenico und ich kennen und schätzen uns schon seit unserer gemeinsamen Zeit in der U17 des VfB Stuttgart. Der Kontakt ist nie abgerissen. Und uns war immer klar, dass wir gerne mal wieder zusammenarbeiten würden", sagt Hinkel zu SPORT1. Er war 2014/2015 bei der U17 der Schwaben Tedescos Assistent. 

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"Als die Anfrage kam, haben wir uns intensiv damit beschäftigt. Spartak ist ja nicht irgendein Klub, sondern der beliebteste Verein des Landes mit einer großartigen Historie und unglaublich vielen, leidenschaftlichen Fans", sagt der 37-Jährige.

"Wir harmonieren sehr gut"

Spartak sei ein Verein mit "großen Ambitionen". Im Sommer gab es einen Umbruch, man hat jetzt eine der jüngsten Mannschaften der Liga mit Potenzial. Doch Hinkel will nicht zu schnell zu viel - so dürfte es auch Tedesco sehen. "Es macht keinen Sinn, den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen", glaubt Spartaks neuer Co-Trainer. Aktuell gehe es erst einmal darum, "so schnell wie möglich Punkte zu sammeln und die Mannschaft zu stabilisieren."

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Zu Tedesco und Hinkel gesellt sich noch Torwarttrainer Max Urwantschky, der von Erzgebirge Aue kam - Tedescos erster Profi-Station als Fußballlehrer. "Wir harmonieren sehr gut. Klar ist Domenico der Chef, der am Ende das letzte Wort hat. Aber wir verstehen uns als Team, das auf Augenhöhe diskutiert und in das sich jeder mit seinen Stärken zu 100 Prozent einbringt", betont Hinkel.

Drei Tage waren Tedesco und Hinkel in der vergangenen Woche vor Ort, um sich alles anzuschauen. Natürlich wurden "viele Gespräche" geführt und die beiden haben sich den Klub sowie die Stadt angesehen. "Danach war uns klar, dass wir das gerne zusammen angehen würden", meint Hinkel. 

Für beide ist Moskau ein Abenteuer, wobei Hinkel in seiner Zeit als Fußballprofi schon einiges erlebt hat. Ich war auch als Spieler schon ein sehr offener Typ, der gerne neue Erfahrungen gesammelt hat. Ich hatte das Glück für so fantastische Vereine wie den FC Sevilla und Celtic Glasgow spielen zu dürfen. Jetzt die Chance zu haben, Russland kennenzulernen und für so einen großen Klub wie Spartak arbeiten zu dürfen - das empfinde ich als Privileg."

Sprachbarriere als Problem?

Könnte die Sprachbarriere zum Problem werden? "Es geht", findet Hinkel. Hilfestellung könnte es da von einem früheren deutschen Nationalspieler geben. Seit Sommer spielt nämlich auch André Schürrle, der aktuell von Borussia Dortmund an Spartak verliehen ist, in Moskau.

"Wir haben schon viele Jungs dabei, die Englisch können", sagt Hinkel. "Das ist auch die Sprache, in der wir auf dem Platz kommunizieren, ein Dolmetscher übersetzt dann parallel ins Russische."

Das Leben in Moskau müsse sich noch einspielen. Es gebe "unheimlich viel" zu tun. "Aktuell fahren wir morgens um 7.30 Uhr zu Spartak, bleiben dann bis 20 Uhr dort, fahren ins Hotel und arbeiten dort bis in die Nacht weiter", erklärt Hinkel den Tagesablauf des Trainerteams.

Die Umstellung wird dem Trainerteam leicht gemacht. "Die Verantwortlichen, der Betreuerstab, die Vereinsmitarbeiter haben uns überragend freundlich aufgenommen und machen es uns leicht, uns wohl zu fühlen." Das gleiche gelte auch für die Mannschaft, "die uns und unseren Ideen gegenüber ganz offen ist“. 

Auch ein ehemaliger Bundesliga-Profi konnte helfen: Hinkels ehemaliger Stuttgarter Mitspieler Kevin Kuranyi, der von 2010 bis 2015 bei Dynamo Moskau spielte. "Mit Kevin hatte ich mich schon in der Vergangenheit über die Stadt und den russischen Fußball ausgetauscht", erzählt Hinkel. "Er hatte eine tolle Zeit in Moskau und immer sehr geschwärmt. Ich kann ihn schon nach ein paar Tagen hier sehr gut verstehen."

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