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Leipzigs Neuzugang Alexander Sörloth hat in seiner Laufbahn schon einige Hochs und Tiefs erlebt
Leipzigs Neuzugang Alexander Sörloth hat in seiner Laufbahn schon einige Hochs und Tiefs erlebt © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/RB Leipzig/iStock
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München - Mit Alexander Sörloth hat RB Leipzig einen Spieler geholt, den hierzulande nicht viele kennen. In der Premier League war der Norweger schon gescheitert.

Kurz bevor Erling Haaland mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam machte, war ein anderer Stürmer Norwegens Hoffnungsträger gewesen: Der gut vier Jahre ältere Alexander Sörloth, der mit 20 Jahren sein Debüt in der Nationalmannschaft gefeiert hatte. 

Gleich in seinem zweiten Länderspiel traf der gebürtige Trondheimer beim 3:2-Sieg gegen Island, Klubs aus Europas Top-Ligen waren da wohl schon auf den 1,95 Meter großen Mittelstürmer aufmerksam geworden. 

Nun ist der Norweger in der Bundesliga angekommen - bei RB Leipzig. Doch bis es so weit kam, drehte seine Karriere eine Runde auf einer Achterbahn. 

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Vom Top-Talent zum Missverständnis bei Crystal Palace

Nach Stationen bei Bodö Glimt und Rosenborg in Norwegen, dem FC Groningen in den Niederlanden und dem FC Midtjylland in Dänemark machte Sörloth Ende 2018 den großen Karrieresprung. Crystal Palace sicherte sich seine Dienste. Neun Millionen Euro überwies der Londoner Klub an Ablöse nach Dänemark. "SOR-ely needed", titelte das Boulevard-Blatt Sun nach der Verpflichtung des Norwegers. Und da war was dran. 

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Crystal Palace benötigte nämlich dringend Verstärkung für den Angriff, der Klub steckte mitten im Abstiegskampf der Premier League. Sörloth kam mit der Empfehlung von 15 Toren in 26 Saisonspielen und reichlich Talent. 

Trainer Roy Hodgson brachte Sörloth schon nach zehn Tagen von Beginn an. Bei der 1:3-Pleite im Debüt beim FC Everton und auch im Heimspiel eine Woche später gegen Tottenham Hotspur (0:1) schaffte er allerdings nicht das, wofür er geholt wurde: Tore schießen. 

Das änderte sich auch in seinen zwei weiteren Startelfeinsätzen gegen Manchester United (2:3) und beim FC Chelsea (1:2) nicht. Dann war Schluss. In den letzten sieben Ligaspielen der Saison stand Sörloth keine einzige Minute mehr auf dem Feld. 

Durchbruch in der Türkei für Sörloth

Hodgson hatte bei Crystal Palace keine Zeit mehr für Experimente. Er brauchte Siege, und die fuhr er ohne den Norweger dann auch ein. Die Londoner hielten doch noch die Klasse hielten. In der folgenden Spielzeit kam Sörloth trotz einer guten Vorbereitung nur zu Kurzeinsätzen - schließlich wurde er zunächst bei KAA Gent geparkt und dann für zwei Jahre zu Trabzonspor in die Türkei verliehen.

Crystal Palace hatte den Norweger prinzipiell abgeschrieben. Es ging nur noch darum, den finanziellen Verlust in Grenzen zu halten.

Zu diesem Zeitpunkt hätten die Verantwortlichen wohl niemals geglaubt, dass Sörloth ein Jahr später mehr als den doppelten Preis dessen einbringen würde, was sie selbst gezahlt hatten - nämlich 20 Millionen Euro. Auch wenn sich die Engländer die Erlöse nun mit Trabzonspor teilen müssen, hat sich der Nottransfer aus dem Januar 2018 nun doch noch gelohnt. 

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Haaland Sturmpartner in Norwegens Auswahl

Grund für die ordentliche Transfersumme ist, dass sich Sörloth in der Türkei zum eiskalten Torjäger entwickelt hat. In 49 Pflichtspielen erzielte der 24-Jährige bärenstarke 33 Treffer. Nachdem seine Karriere auf Abwege geraten war, ist ihm nun der große Durchbruch gelungen. Besonders bestechend ist sein Antritt. "Ich war in meiner Jugend neben dem Fußball auch im Eisschnelllauf und Handball aktiv. Das hat mir geholfen, einen schnellen Antritt zu entwickeln", erzählte Sörloth bei seiner Vorstellung in Leipzig.

In Leipzig unterschrieb der Norweger am Dienstag nun einen langfristigen Vertrag. "Es war kein einfacher Transfer, weil mit Trabzon und Crystal Palace zwei Vereine beteiligt waren, die beide zustimmen mussten. Das zusammenzubringen, war ein schwierige Aufgabe", schilderte RB-Sportdirektor Markus Krösche die besondere Herausforderungen des Sörloth-Transfers, der sich über mehrere Tage hinzog.

Mit der Bundesliga spielt der Stürmer nun wieder einer Top-Liga. Es ist Sörloths zweite Chance auf höherem europäischen Niveau - und die will er nutzen. 

"Der Offensiv-Fußball, den Julian Nagelsmann spielen lässt, passt ideal zu meinem Spielstil", freut sich der 24-Jährige auf seine neue Aufgabe in Leipzig. "Die Liga passt zu mir, es wird mit hohem Tempo gespielt, die Teams wollen Tore schießen, es macht großen Spaß zuzuschauen und hoffentlich macht es auch Spaß zu spielen." 

Erling Haaland (l.) und Alexander Sörloth gehen für Norwegen gemeinsam auf Torejagd
Erling Haaland (l.) und Alexander Sörloth gehen für Norwegen gemeinsam auf Torejagd © Imago

Mit seinem Kumpel und Nationalmannschaftskollegen Haaland habe er nur "kurz gesprochen", meinte Sörloth. Der BVB-Star habe ihm zum Wechsel gratuliert. Vielleicht startet Sörloth bei RB ähnlich durch wie Haaland in Dortmund. "Ich habe ein bisschen aufzuholen", sagte er der norwegischen Zeitung Verdens Gang mit Blick auf Haalands Torbilanz. "Doch hungrige Wölfe sind die besten Jäger."

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