Darum kann Bale Ronaldo bei Real ersetzen
teilenE-MailKommentare

München - Gareth Bale soll bei Real Madrid nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo der Anführer werden. Die Form vor dem Supercup gegen Atletico Madrid stimmt.

Für Real Madrid beginnt diesen Mittwoch endgültig eine neue Zeitrechnung.

Im UEFA Super Cup gegen den Stadtrivalen Atletico (ab 21 Uhr im LIVETICKER) tritt Real erstmals seit 2009 in einem Pflichtspiel ohne Cristiano Ronaldo an, der bekanntlich bei Juventus Turin eine neue Herausforderung angeht.

Doch wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich bekanntlich eine andere: Vorhang auf für Gareth Bale!

Große Chance für Bale

Nicht nur die spanische Marca sieht den Moment für Bale gekommen. Der Waliser soll bei den "neuen" Königlichen der Stützpfeiler werden und mithelfen, Ronaldos Lücke zu schließen.

ANZEIGE: Jetzt ein neues Real-Trikot von Gareth Bale kaufen - hier geht es zum Shop

Der neue Trainer Julen Lopetegui schwört auf den 29-Jährigen als Anführer. Eine Wertschätzung, die Bale unter Vorgänger Zinedine Zidane nicht genoss, so dass eine vorzeitige Trennung häufig im Raum stand.

"Dies ist eine fantastische Gelegenheit, sein großes Können zu zeigen", sagte Lopetegui über den Neustart: "Gareth ist engagiert und hat Lust, eine großartige Saison zu spielen."

Der perfekte Assist! Bale zaubert für Real

Im Schatten von Cristiano Ronaldo

2013 wechselte Bale von Tottenham Hotspur für die damalige Rekordsumme von etwa 101 Millionen Euro – Real-Präsident Florentino Perez, der Bale ungemein schätzt, bezifferte diese auf 91 Millionen - zu den Madrilenen. Im Oktober 2016 wurde Bales Vertrag bis 2022 verlängert.

In 189 Pflichtspielen erzielte der Offensivspieler, der einst als linker Verteidiger agierte, satte 88 Treffer und 57 Vorlagen für Real – beeindruckende Werte. Und doch konnte Bale nur selten aus dem Schatten Cristiano Ronaldos treten. Besonders in der vergangenen Saison hatte man lange das Gefühl, Bale habe seine Qualitäten zu selten abgerufen.

So lässig trifft Ronaldo bei seinem Juve-Debüt

Zum einen lag es daran, dass Zidane Bale häufiger auf die Bank setzte, als diesem lieb war, zum anderen aber auch an Bales Verletzungsproblemen. Fast 70 Tage musste Bale in der Spielzeit 17/18 aussetzen und verpasste 14 Partien.

Mit 20 Toren und sechs Vorlagen stellte der Waliser seine Qualitäten in Liga, Pokal und Königsklasse aber dennoch unter Beweis – mit dem Höhepunkt des Champions-League-Finals.

Mann der wichtigen Momente

Wieder einmal hatte Bale zunächst mit der Bank Vorlieb nehmen müssen. In der 61. Minute durfte der Linksfuß gegen den FC Liverpool aber ran.

Nur zwei Zeigerumdrehungen später versetzte Bale die Fußballwelt mit einem Fallrückzieher in Erstaunen. In der 83. Minute sorgte er – unter gütiger Mithilfe von Loris Karius – für die Entscheidung.

Es war nicht das erste Mal, dass Bale ein entscheidendes Spiel prägte. Im Finale der Copa del Rey 2014 gegen Barcelona sorgte Bale mit einem Super-Solo in Abwesenheit Ronaldos für den Sieg.

Im Champions-League-Finale wenige Wochen später war es zwar Ronaldo vorbehalten, mit einem Elfmeter für den 4:1-Schlusspunkt zu sorgen. Zuvor hatte Bale allerdings, auch mit seinem Führungstreffer zum 2:1, für die Vorentscheidung gesorgt.

Starke Vorbereitung

Die Wechselgerüchte um Bale ebbten auch nach Reals dritten Champions-League-Coup in Serie nicht ab. Doch Lopetegui überzeugte den "alten neuen Star" vom Bleiben.

Und dieser ließ gemeinsam mit seinen Kollegen bereits in der Vorbereitung erkennen, dass Real auch ohne Ronaldo eine schlagkräftige Truppe beisammen hat. Statt BBC (Benzema, Bale, Cristiano) wirbeln nun häufig BBA (Benzema, Bale, Asensio) übers Feld.

Bale-Hammer trifft Ronaldos neue Liebe ins Herz

Drei Tore erzielte Bale in den Partien gegen den AS Rom, den AC Mailand und Juventus Turin – Ronaldos neue Liebe. Dazu kam eine traumhafte Außenrist-Vorlage auf Asensio. "Gareth ist ein außergewöhnlicher Spieler mit so vielen Qualitäten", schwärmte Lopetegui.

Nach Ronaldos Abgang hatte Präsident Perez "unglaubliche Verpflichtungen" angekündigt. Doch weder Neymar noch Robert Lewandowski oder Eden Hazard fanden bislang den Weg nach Madrid - und das wird wohl auch so bleiben. Dass bei Real trotzdem viele frohen Mutes sind, liegt besonders an einem Hoffnungsträger aus den eigenen Reihen: Gareth Bale.

-----

Lesen Sie auch:

Modric-Berater heizt Gerüchte um Real-Abschied an

Thiago nur ein Teil von Reals Transfer-Puzzle

Nächste Artikel
previous article imagenext article image