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München - Luka Modric gewann in diesem Jahr den Ballon d'Or und alle anderen wichtigen Auszeichnungen - in Abwesenheit von Ronaldo und Messi. Den Kroaten ärgert das.

Zehn Jahre lang war beim Thema Ballon d'Or der Fall klar: Entweder holte Cristiano Ronaldo die Trophäe - oder Lionel Messi.

In diesem Jahr hat Vize-Weltmeister Luka Modric von Champions-League-Sieger Real Madrid den beiden die prestigeträchtige Auszeichnung als bester Fußballer der Welt weggeschnappt. Doch ein bitterer Beigeschmack ist für den kroatischen Mittelfeldspieler geblieben: Er ärgert sich, dass weder Ronaldo noch Messi bei der Zeremonie in Paris vor Ort war - und sagt das auch in aller Offenheit.

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Modric nennt Ronaldo und Messi "unfair"

"Ich kann nichts dazu sagen, warum jemand bei der Zeremonie nicht dabei war, das ist deren Sache", erklärt er zwar zunächst in einem Gespräch mit der kroatischen Zeitung Sportske Novosti - sagt dann aber doch klar seine Meinung: "Es ergibt keinen Sinn, oder? Es scheint, dass diese Abstimmungen und Preise nur bedeutsam sind, wenn sie sie gewinnen."

Modric wird dann noch deutlicher: "Es ist unfair den anderen Spielern und den Abstimmenden gegenüber, die sie in den vergangenen zehn Jahren aufgestellt haben, und auch dem Fußball und den Fans gegenüber. Aber jeder macht es so, wie er es für richtig hält."

Ronaldo und Messi hatten bereits bei der Weltfußballer-Wahl der FIFA - die mittlerweile losgelöst ist von der Ballon-d'Or-Abstimmung des Fachblatts France Football ist - und der Kür von Europas Fußballer des Jahres durch Abwesenheit geglänzt und schon damals Kritik ausgelöst. Der auch bei diesen beiden Abstimmungen siegreiche Modric hatte Ronaldo da noch in Schutz genommen ("Er ist mein Freund. Mich hat seine Abwesenheit nicht gestört").

"... dann muss man die Abstimmungen einstellen"

Ungerechtfertigt findet Modric seinen Sieg vor Ronaldo und Antoine Griezmann von Atletico Madrid übrigens nicht: "Ronaldo und Messi sind Phänomene, die in den vergangenen zehn Jahren dominiert haben, eine Klasse für sich waren. Aber hier geht es um die Leistungen und Errungenschaften in einer Saison und ich denke, dass es was bedeutet, wenn die Abstimmungen der Trainer, Manager, Fußball-Legenden, Journalisten und Spielerkollegen zum selben Ergebnis gekommen sind. Wenn es darum geht, wie gut ein Spieler allgemein ist, dann muss man Messi und Ronaldo bis zu ihrem Karriere-Ende alle Trophäen geben und alle Abstimmungen einstellen."

Ronaldo selbst hatte Modric zwar zum Sieg gratuliert, aber zugleich seine Meinung kundgetan, "dass ich jedes Jahr den Goldenen Ball verdiene".

Uneingeschränkte Empörung darüber, dass Ronaldo in diesem Jahr von der Fachwelt diesmal nicht als der Fußball-Welt betrachtet wurde, herrschte dagegen bei Familie und Freunden sowie bei seinem Berater Jorge Mendes.

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