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Luis Suárez hat unter Ronald Koeman keine Chance mehr. Weil der Wechsel zu Juventus Turin nicht klappt, droht dem Uruguayer ein trauriges Ende bei den Katalanen.

Sechs Jahre lang war Luis Suárez fester Bestandteil des Barca-Sturmes.

Beeindruckende 147 Tore in 191 La-Liga-Spielen gelangen dem Uruguayer in diesem Zeitraum, sein Stellenwert hätte über all die Jahre kaum höher sein können.

Obwohl die vergangene Saison unter keinem guten Stern stand, zeigte Suárez weiterhin seine Klasse. Aufgrund einer Knie-OP und einer Wadenverletzung verpasste er zehn Ligaspiele, kam in 28 Einsätzen aber immer noch auf auf 16 Tore und acht Assists.

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Selbst beim 2:8-Debakel gegen die Bayern im Champions-League-Viertelfinale gelang Suárez noch ein kleines Highlight, als er beim zweiten Barca-Treffer Jérôme Boateng austanzte und den Ball in die Maschen setzte.

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Mit dem Scheitern der Katalanen, die zum ersten Mal seit 2014 eine Spielzeit ohne Titel abschlossen, wurde es aber auch für den mittlerweile 33-Jährigen eng. Weil sich Quique Setién nicht traute, seine Umbruch-Ankündigungen bei Barca wahrzumachen, blieb Suárez zunächst noch eine Degradierung erspart.

Luis Suárez' trügerische Hoffnungen

Mit dem Rauswurf des spanischen Trainers und Ronald Koemans Inthronisierung wurde aber schnell klar, dass die Zeit des Pistoleros in Barcelona abgelaufen ist.

Dabei schien er sich durchaus noch Hoffnungen zu machen, ein Teil der Barca-Kaders zu bleiben - wenn auch nicht mehr mit dem gleichen Stellenwert.

"Ich möchte so lange bleiben, wie sie auf mich zählen", sagte Suárez, dessen Vertrag noch bis Juni 2021 datiert ist. "Ich habe die Unterstützung der Fans seit meiner Ankunft gespürt, und das motiviert mich sehr. Ich hätte kein Problem, nächste Saison Ersatzspieler zu sein."

Diese Hoffnung, so viel scheint mittlerweile sicher zu sein, wird sich nicht erfüllen. Unter Koeman, der einen radikalen Verjüngungsprozess vorantreibt, wird der Torjäger keine Rolle mehr spielen - nicht einmal mehr als Ersatzspieler.

Keine Chance unter Ronald Koeman

Bereits beim ersten Testspiel gegen Club Gimnàstic de Tarragona ließ ihn der niederländische Coach links liegen und nominierte ihn auch für die zweite Partie gegen den FC Girona nicht, die Barca am Mittwochabend mit 3:1 gewann.

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Dabei dürfte es Suárez überhaupt nicht geschmeckt haben, dass er von Koeman in einem schnöden Telefonat abserviert wurde. Er werde nicht mehr gebraucht und könne sich einen anderen Klub suchen - so die Kurzfassung des Gesprächs. 

Nicht nur beim abgeschobenen Angreifer selbst, auch bei Lionel Messi kam der harsche Marschbefehl dem Vernehmen nach gar nicht gut an - schließlich hatte der Superstar mit seinem kongenialen Sturmpartner seine größten Erfolge gefeiert.

Selbst der neue Betis-Coach Manuel Pellegrini fühlte sich bemüßigt, seinen Trainerkollegen zu kritisieren. "Ich persönlich halte dies nicht für richtig", erklärte der Argentinier. "Wenn Sie als Trainer arbeiten, müssen Sie die Überzeugung und den Mut haben, mit dem Spieler persönlich zu sprechen und ihm sagen, dass er nicht spielen wird."

Wechsel zu Juventus Turin geplatzt

Noch vor einigen Tagen sah es so aus, als könnte es für Suárez einen Ausweg geben - einen, der seinem Ruf als Stürmerstar auch gerecht wird. Juventus Turin, das einen Nachfolger für Gonzalo Higuain sucht, hatte angefragt und war bei Suárez auf offene Ohren gestoßen.

Weil die Bianconeri ihr Kontingent an Nicht-EU-Ausländern aber schon ausgeschöpft hatten, wurde schnell klar, dass es einen Haken gibt: Der Uruguayer, der mit einer italienischen Frau verheiratet ist, musste den italienischen Pass beantragen - und dafür eine Sprachprüfung bestehen. 

Laut RAC 1 wäre der Ausweis aber nicht vor dem 6. Oktober verfügbar, selbst wenn Suárez den Test bestanden hätte. Zu spät für Juventus, um den Stürmer für die Gruppenphase der Champions League melden zu können.

Auch mit Atlético Madrid soll es Kontakt gegeben haben, doch das astronomische Gehalt von über 20 Millionen Euro erweist sich als zu großes Hindernis. Lediglich die finanzstärksten Vereine sind in der Lage, einen Transfer des Barca-Stürmers zu stemmen. Koeman sah es am Mittwochabend leidenschaftslos. "Wir warten ab, ob er bleibt oder nicht. Wenn er am Ende keinen Verein findet und bleibt, haben wir eben einen Spieler mehr im Kader."

Und so dürfte Luiz Suárez noch eine ganze Weile seine Bezüge vom FC Barcelona bekommen. Wenn seine Kollegen allerdings auf dem Platz stehen, dann wird der Pistolero nur auf der Tribüne sitzen.

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