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München - Lionel Messi gewinnt beim FC Barcelona den Machtkampf mit Präsident Josep Maria Bartomeu. Dessen Abgang setzt Messi aber auch unter Druck. SPORT1-Kommentar.

Am Ende ist alles wie immer - und doch ganz anders, als man es zwischenzeitlich erwarten durfte.

Lionel Messi ist immer noch beim FC Barcelona, Vereinspräsident Josep Maria Bartomeu hingegen nicht mehr. Genau wie seine komplette Führungsmannschaft.

Die Katalanen haben unter Bartomeus Führung in den vergangenen Jahren des Öfteren kein gutes Bild abgegeben: Da war die offensichtliche Streik-Aufforderung an die späteren Barca-Transfers Ousmane Dembélé bei Borussia Dortmund und Philippe Coutinho beim FC Liverpool.

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Dazu die als "Barcagate" in die Schlagzeilen geratene Social-Media-Affäre, weil eine vom Verein beauftragte Firma in den sozialen Netzwerken aktuelle und ehemalige Spieler diffamiert hatte. Oder auch der jüngste Streit um einen Gehaltsverzicht, den Mannschaft und Vereinsführung öffentlich komplett unterschiedlich darstellten.

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Außenstehende fragen sich schon seit geraumer Zeit, welche Krise bei Barca aktuell die größere ist: jene auf dem Rasen oder doch die in der Führungsetage?

Messi und Koeman sind gefragt

Einer der beiden Brandherde ist mit Bartomeus Abgang vorerst gelöscht. Der andere jedoch brennt nicht zuletzt nach der ernüchternden Clásico-Niederlage gegen Real Madrid immer noch lichterloh.

Neben dem neuen Trainer Ronald Koeman ist Messi der Hauptverantwortliche für die Löscharbeiten auf dem Platz. Er ist der Kapitän und Anführer eines Teams, das aktuell noch weit weg vom Glanz vergangener großer Barca-Mannschaften ist.

Aber Messi ist noch mehr als das. Der gewonnene Machtkampf mit Bartomeu hat einmal mehr gezeigt, dass der 33-Jährige hinter den Kulissen der uneingeschränkte König von Barcelona ist.

Ganz sicherlich wird Messis Wort auch bei der Bartomeu-Nachfolge eine gewichtige Rolle spielen - und dann gibt es eigentlich auch keinen Grund mehr, warum der Argentinier seinen Vertrag nicht noch einmal verlängern sollte.

Stellt Messi sein Können noch mal unter Beweis?

Es wäre ein schwacher Zug, sollte Messi im kommenden Sommer dennoch das Weite suchen und sich einem anderen europäischen Top-Klub anschließen - und käme dem Eingeständnis eines sportlichen Scheiterns gleich.

Es sei denn natürlich, er führt Barca noch in dieser Saison zurück auf Europas Thron.

Der sechsmalige Weltfußballer muss unter Beweis stellen, dass er nicht nur hinter den Kulissen der König von Barcelona ist, sondern auch immer noch auf dem Rasen des Camp Nou.

Ausreden gibt es für Messi jetzt keine mehr.

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