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München - Ousmane Dembélé verweigert sich einem Wechsel weg vom FC Barcelona. Bei Trainer Ronald Koeman hat er einen schweren Stand. Doch er will sich offenbar durchbeißen.

148 Millionen Euro. Diese Zahl dürfte Verantwortliche des FC Barcelona wohl immer noch verfolgen.

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Auf diesen Betrag kann die Ablöse, die die Katalanen 2017 für Ousmane Dembélé an den BVB zahlten, nach SPORT1-Informationen noch steigen. Nicht erst seit diesem Sommer lässt sich festhalten: eine Fehlinvestition.

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Der 23 Jahre alte Franzose machte mehr abseits als auf dem Platz auf sich aufmerksam. Schon der Wechsel nach Barcelona erfolgte mit Nebengeräuschen, der Flügelspieler streikte sich aus Dortmund weg. Nur 75 Partien absolvierte er in drei Jahren für den spanischen Vizemeister, erzielte 19 Tore und gab 16 Vorlagen. Dembélé ist sehr verletzungsanfällig, fiel fast die komplette vergangene Saison aus.

Dembélé mit langer Akte von Disziplinplosigkeiten

Das ist aber nur die eine Seite: Der Weltmeister von 2018 machte regelmäßig mit Disziplinlosigkeiten von sich reden. Ob Zockersessions bis tief in die Nacht oder einfach nur Unpünktlichkeit: Die Akte Dembélé in Barcelona ist lang. Laut der Zeitung Sport soll es 2018 sogar fast zu einer Prügelei mit dem damaligen Barca-Trainer Ernesto Valverde im Training gekommen sein.

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Auch die Ernährung des Franzosen war ein Thema. Für Kritiker soll Dembélés Einstellung mitschuldig an den immer wiederkehrenden Verletzungen sein. Daher soll es mehrfach die Überlegungen gegeben haben, ihn zu verkaufen.

Zum Start der aktuellen Saison ist Dembélé zwar wieder fit, spielt aber dennoch kaum eine Rolle. Gegen Villarreal zum Auftakt der La Liga durfte er zwar 20 Minuten spielen, in den beiden darauffolgenden Spielen schmorte er jedoch 90 Minuten auf der Bank. (Service: Ergebnisse und Spielplan von La Liga)

Während Rückkehrer Philippe Coutinho unter Koeman aufblüht und eine wichtige Rolle beim Barca-Umbruch einnehmen soll, ist die Sache bei Dembélé anders gelagert.

Depay-Wechsel scheitert wegen Dembélé

Für Koeman spielt der Franzose aktuell kaum eine Rolle, zumal der Spieler Ende September erneut zu spät zum Training gekommen sein soll. Stars wie Luis Suarez, Ivan Rakitic oder Arturo Vidal fielen dem Sparkurs der Katalanen bereits zum Opfer. Durch einen Verkauf Dembélés erhoffte sich Barcelona, Geld für Koemans Wunschspieler Eric Garcia und Memphis Depay generieren zu können.

Mit Letzterem soll sich Barca laut Juninho, dem Sportdirektor von Depays Klubs Olympque Lyon, einig gewesen sein. Der Transfer scheiterte am letzten Tag der Transferperiode dennoch – weil Barcelona Dembélé nicht loswurde.

Auf der Zielgeraden des Transferfensters wurde der mit Manchester United in Verbindung gebracht, das sich nach dem gescheiterten Transfer von Jadon Sancho nach Alternativen umsah. Während Barcelona Dembélé verkaufen wollte, pochte United auf ein Leihgeschäft. Doch für dieses hätte Dembélé seinen 2022 auslaufenden Vertrag zunächst verlängern müssen, was der Franzose offenbar ablehnte.

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Kein Wunder also, dass Koeman auf den Ex-Dortmunder nicht besonders gut zu sprechen sein dürfte. Laut der Sport will Barcelona im Winter einen neuen Versuch unternehmen, seinen eigenwilligen Außenstürmer an den Mann zu bringen.

Der Weltmeister kämpft um seine letzte Chance

In den kommenden Wochen will der Klub dem Dembélé-Berater demnach ein Ultimatum unterbreiten, das da lautet: Verlängert er seinen Vertrag nicht vorzeitig, wird er verkauft. So will der Klub sich schützen, seinen Spieler aufgrund kurzen Restlaufzeit des Vertrages im kommenden Sommer günstiger verkaufen zu müssen.

Doch bei Dembélé selbst hat offenbar ein Umdenken stattgefunden. Wie Radio Catalunya berichtet, schob der technisch versierte Flügelspieler in der Länderspielpause Extraschichten auf dem Trainingsgelände, obwohl die Mannschaft trainingsfrei hatte. Wie es scheint, will er Koeman von seinen Qualitäten überzeugen und sich wieder ins Gespräch für die Startelf bringen. 

Dort hatte ihm zuletzt Ansu Fati den Rang abgelaufen. Der 17-Jährige erzielte in drei Saisonspielen bisher drei Tore, bildet mit Coutinho und Antoine Griezmann derzeit die Dreierreihe, die hinter Superstar Lionel Messi wirbelt. In drei Spielen holte Barcelona sieben Punkte. "Wir haben in der Offensive viel Konkurrenz und viel Qualität. Er kann auf beiden Flügeln spielen, aber wir haben viele Spieler", erklärte Koeman vor einigen Tagen in Bezug auf Dembélé und stellte klar: "Ansu Fati ist vor ihm."

Koeman machte keinen Hehl daraus, dass Dembélé sich ihm bisher nicht sonderlich aufgedrängt habe. "Ich versuche immer das Beste aus der Mannschaft herauszuholen, und wenn es Veränderungen gibt, dann aus gutem Grund", erklärte der Niederlänger und fügte an. "Wenn Pedri in beiden Spielen zum Einsatz kam, dann deshalb, weil er es sich aufgrund seiner Arbeit im Training verdient hat. Trincão verdient es ebenfalls."

Koemans Ansage: Dembélé muss sich jeden weiteren Einsatz bei den Blaugrana erarbeiten. Diese Botschaft scheint bei dem 23-Jährigen angekommen zu sein. Er kämpft um seine allerletzte Chance in Barcelona und damit auch ein Stück weit um seine Karriere. Viel Geduld dürfte in Barcelona nicht mehr vorhanden sein. Vor allem beim Blick auf die Summe, die die Katalanen vor drei Jahren für das einstige Supertalent bezahlten.

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