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Der FC Barcelona steht vor einem komplizierten Umbruch. Kein Geld, eine schlechte sportliche Situation - und dann ist da ja noch die Unsicherheit um Lionel Messi.

Zuletzt enttäuschende Resultate, verblasster Glanz und ein horrender Schuldenberg - ob beim FC Barcelona derzeit sommerliche Gefühle aufkommen, ist fraglich.

Eines scheint klar: Nach dem Sommer wird bei den Katalanen nichts mehr sein wie zuvor. "Es ist ein Ende des Zyklus und ich werde Entscheidungen treffen", kündigte der neue Präsident Joan Laporta mit einem Knalleffekt an. Doch wie werden diese aussehen? 

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Barca steht Ausverkauf bevor 

Barca steht in jedem Fall vor dem Umbruch. Wie groß dieser ausfallen wird, das ist allerdings noch völlig unklar. Vor Kurzem schien es noch undenkbar, dass Ronald Koeman in der kommenden Saison noch auf der Trainerbank sitzt. Laporta kündigte vor einigen Tagen aber an, dass der Niederländer weitermachen darf. Das liegt wohl auch an der Absage von Klublegende Xavi. 

Das größte Problem, das die Katalanen bei dem Umbruch mit sich herumschleppen: Sie haben eigentlich kein Geld bzw. über eine Milliarde Euro Schulden. Barca erhielt zwar einen Mega-Kredit über 500 Millionen Euro, die finanzielle Lage ist aber trotzdem kritisch. 

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Daher steht dem FC Barcelona wohl auch ein großer Ausverkauf bevor. (Transfermarkt Die heißesten Gerüchte im Transferticker)

Griezmann und Coutinho vor dem Aus in Barcelona?

Ganz oben auf der Verkaufsliste steht laut der Marca Antoine Griezmann, was zwei Gründe hat: Erstens hat der Franzose seit seiner Ankunft in Barcelona nie komplett das halten können, was er versprach. Zweitens kann er wohl am meisten Geld einbringen, wenn man den Kader betrachtet. 

Neben Griezmann sollen Samuel Umtiti, Miralem Pjanic, Júnior Firpo, Matheus Fernandes und Martin Braithwaite gehen. Außerdem soll ein ewiges Missverständnis weichen: Philippe Coutinho. 

Unter Koeman blühte der Brasilianer phasenweise zwar wieder auf, im Sommer könnte seine Zeit im Camp Nou dann aber doch abgelaufen sein. Auch von ihm verspricht sich Barca eine hohe Ablöse - und würde sich außerdem ein stattliches Gehalt sparen. Die Frage ist, ob sich nun ein attraktiver Käufer findet - im letzten Sommer war das nicht der Fall. 

Was wird aus Dembélé?

Ein Fragezeichen stellt Ousmane Dembélé dar. Bei Barca geht bei dieser Personalie die Angst um. 

Der Grund: Die Klubführung fürchtet, dass der Franzose bereits mit anderen Klubs spricht. Der Hintergrund ist, dass der Vertrag von Dembélé im Sommer 2022 ausläuft und er dann ablösefrei wechseln könnte. Barca hat dem früheren Dortmunder daher ein Ultimatum auferlegt - verlängern oder noch in diesem Sommer gehen. 

Auch bei dem 24-Jährigen stellt sich aber die Frage, ob sich ein Klub findet, der eine zufriedenstellende Transfersumme zahlen will. Zur Not müsste Barca den hochveranlagten Offensivspieler verscherbeln, womit keinem geholfen wäre. 

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Transfer-Offensive trotz Schuldenberg? 

Um die vielen Abgänge zu verkraften, scheint der Klub trotz allen Widrigkeiten einige Neuzugänge holen zu wollen. Ungeachtet der finanziellen Situation, ist in Katalonien in diesen Tagen sogar von einer Transferoffensive zu hören. Das hat mit der schlechten sportlichen Lage zu tun, in der sich der Klub befindet. In den letzten zwei Jahren ging die Meisterschaft an die Konkurrenten aus Madrid. Das ist für den stolzen Klub nicht hinnehmbar. Hinzu kommen die Demütigungen in der Champions League. Die 2:8-Klatsche gegen die Bayern ist ebenso noch in frischer und schmerzlicher Erinnerung wie das Achtelfinal-Aus in der vergangenen Saison.

Tatsächlich stellte Barca bereits drei Neuzugänge vor: Kun Agüero (ablösefrei von Manchester City), Emerson (für neun Millionen Ablöse von Real Betis) und Eric Garcia (ablösefrei von Manchester City). 

Bei Emerson machten die Katalanen von einer Rückkaufklausel Gebrauch. Was die finanziellen Probleme von Barca in den Mittelpunkt rückt: Offenbar will Blaugrana mit dem Brasilianer schnelles Geld machen und Emerson direkt weiter zu Inter verkaufen. 

Auf der anderen Seite konnte das vielversprechende Talent Nico González aus der hauseigenen Jugend gebunden werden. Der 19-Jährige, der als der neue Sergio Busquets gilt, verlängerte im Mai seinen Vertrag bei der Blaugrana bis 2024 und wird ab der kommenden Saison Teil des Profikaders sein.

Die Ausstiegsklausel des Spaniers soll bei 500-Millionen-Euro liegen. Koeman ist nach spanischen Medienberichten eine großer Unterstützer von González, der nicht nur wegen seiner 1,88 Meter Größe in vieler Hinsicht an Busquets erinnert.

Genau das könnte der neue Weg von Barca sein - ablösefreie Verpflichtungen, die hauseigene Jugend und der ein oder andere Verkauf, der ordentlich Geld in die leeren Kassen spült. Das gelingt aber nicht immer, wie sich am Donnerstag bei Georginio Wijnaldum zeigte. 

Der Niederlande sollte eigentlich nach Katalonien wechseln, entschied sich dann aber für das deutlich lukrativere Angebot von Paris Saint-Germain. 

Dieser Fall zeigt, was der Nachteil an der Situation ist: Barca ist auf Spieler angewiesen, die wegen der Attraktivität des Klubs nach Barcelona wollen. Und da sind wir beim Namen Lionel Messi. 

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Verbleib von Messi noch nicht geklärt 

So mancher Spieler könnte nämlich wegen der Aussicht nach Barcelona kommen, noch einmal mit dem vielleicht größten Fußballer aller Zeiten zu kicken. Doch wie lange zaubert Messi überhaupt noch für seinen Herzensklub?

Der 33-Jährige hat noch keinen neuen Vertrag bei Barca unterschrieben. Mit seiner Entscheidung steht und fällt der komplette Umbruch.

Barca ist ohne Messi nicht das Barca, was die Fußball-Fans kennen und viele von ihnen lieben. Das gilt für den Klub aus sportlicher und kommerzieller Sicht. Stichpunkt: Trikotverkäufe.

Laporta ist dies bewusst, weswegen er Messi bereits ein lukratives Angebot unterbreitet hat. Seit er im Präsidentenamt ist, stehen die Zeichen zwischen Messi und dem FC Barcelona auch wieder auf Entspannung. 

Alles deutet darauf hin, dass der Argentinier in den kommenden Tagen oder Wochen einen frischen Kontrakt bei Barca unterschreiben wird. Die größte Baustelle wäre dann behoben - doch viele mittelgroße Baustellen warten in einem irren Transfer-Sommer in Katalonien.

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