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Monaco verfolgt bei den Transfers einen klaren Plan
Monaco verfolgt bei den Transfers einen klaren Plan © iM Football
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München - Kylian Mbappe ist nur das prominenteste Beispiel: Der AS Monaco verfolgt bei seinen Transfers einen klaren Plan - und spielt mit seinen Talenten guten Fußball.

Kylian Mbappe trumpft gerade auf der großen Bühne - der WM 2018 - mit Frankreich auf und steht im WM-Finale. Dabei ist der Stürmer erst 19 Jahre alt.

Das Kicken lernte der Franzose beim AS Monaco und wechselt im Sommer 2018 nach einer einjährigen Leihe nun fest zu Paris Saint-Germain. Und zwar für 180 Millionen Euro.

Die Geschichte des Teenagers steht exemplarisch für die unterschiedlichen Transfer-Strategen der Monegassen und Pariser.

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Zwei Welten: PSG vs. Monaco

Denkt man an Spitzenfußball in Frankreich, steht natürlich an erster Stelle das Star-Ensemble aus Paris. PSG strotzt vor Geld, Stars und Erfolgen: Sechs Meisterschaften in den letzten sieben Jahren - mehr muss man nicht sagen.

Für Besitzer und Geldgeber Nasser Al-Khelaifi zählt nur der maximale Erfolg. Unai Emery musste am Ende der letzten Saison gehen, obwohl PSG alle Titel in Frankreich gewann. Thomas Tuchel wurde sein Nachfolger.

Doch nicht nur der Hauptstadt-Klub sorgt in Frankreich für Furore. Auch Monaco steht für attraktiven Offensiv-Fußball. Und trotz der Gemeinsamkeit - Investoren-Verein zu sein - verbindet die Klubs nicht viel.

Strategie und Planung statt Ausgaben ohne Ende

Nach Monacos Abstieg 2010/11 in die Ligue 2 wurde ein langfristiger Plan entwickelt, den Verein wieder nach oben zu führen. Junge Spieler sollten möglichst günstig verpflichtet werden, um sie dann gewinnbringend zu verkaufen. Mit Claudio Ranieri kam ein Trainer, der Spieler verbessern konnte.

Der Kader wurde ebenso mit Erfahrung wie mit Talenten bestückt. Ocampos, Carrasco & Kurzawa, damals alle unter 20 Jahren, nahmen eine erstaunliche Entwicklung.

Ranieri führte den Klub in die Ligue 1 und im Aufstiegsjahr 2013/14 sofort auf Platz 2. Ein Erfolg, der unmöglich wiederholt werden konnte, dachte sich auch der italienische Coach - und verließ das Fürstentum in Richtung Leicester.

Talente sind Trumpf

Doch anstatt in unbedachten Aktionismus zu verfallen, holte man Leonardo Jardim als Trainer und baute erneut um Stars wie Falcao, Moutinho und Carvalho ein Team aus vielversprechenden Talenten.

Fabinho (20), Bernardo Silva (19) und Bakayoko (19) waren in jungen Jahren bereits feste Größen. Mit Martial (18) hatte man sich einen Shooting Star aus der Jugend Lyons geangelt, der später für viel Geld zu ManUnited weiterzog.

Die Talente bekamen Spielzeit und konnten sich ohne überzogene Zielsetzung wunderbar entwickeln. Zweimal in Folge konnte der 3. Platz errungen werden. Eine bemerkenswerte Leistung.

Erfolg führt zu Verlust – zumindest auf dem Platz

Doch der Erfolg machte größere Vereine auf die Spieler aufmerksam. 2014/15 verlor man James an Real, 2015/16 verließen Martial, Kondogbia, Carrasco und Kurzawa den Klub. Einkaufspreis: 25,5 Mio. €. Verkaufspreis: 145,5 Mio. €.

Investiert wurden nur 50 Mio. € - vor allem in die Breite des Kaders. Man wollte sich nicht überwerfen. Der Plan ging voll auf: Monaco wurde 2016/17 Meister und erreichte das Champions-League-Halbfinale.

Wieder wilderten die Spitzenvereine bei Monaco, wieder wurden Rekord-Einnahmen erzielt. ManCity verpflichtete unter anderem Mendy und Bernardo Silva für 107,5 Mio. €.

"Jeder Spieler ist ersetzbar"

"Jeder Spieler ist ersetzbar. Wir haben genug Zeit, um auch seinen Abgang zu kompensieren", gab sich Jardim gewohnt überzeugt vom Weg der Monegassen.

Dies galt auch, als Mbappe den Verein verließ. Dass er zum Rivalen PSG wechselte hatte aber einen faden Beigeschmack.

Financial-Fairplay wird bei Paris zur Farce

Im Vergleich zu Paris wirtschaftet Monaco vernünftig - aus den Verkäufen von 2017/18 sowie 2018/19 kommt der Klub auf 520 Mio.€ - ausgegeben wurden 177 Mio.€!

Der Hauptstadt-Klub steht dagegen immer wieder in der Kritik, sich nicht an das Financial-Fairplay zu halten - Neymar und Mbappe, die zusammen 502 Mio.€ kosteten - lassen grüßen! Bis jetzt aber ohne Konsequenzen.

PSG ist allerdings der Erfolg in Frankreich nicht genug. Es geht nur noch um die Königsklasse. Um jeden Preis. Ob sich Monaco auch in den kommenden Jahren als Rivale positionieren kann, bleibt fraglich. Denn vom Jugend-Kurs wird nicht abgewichen.

Wie stark die Monegassen 2018 sind, zeigt sich am 4. August, wenn es im französischen Superpokal zum ersten Duell mit PSG kommt. Auf Seiten der Monegassen werden dann Geubbels (16), Pellegri (17), Diop (18), Mboula (19), Pierre-Gabriel (20) sowie Tielemans (21) auf dem Platz stehen. Namen, die man sich schon einmal merken sollte…

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