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Der Brasilianer verletzt sich im Pokalspiel gegen Racing Straßburg am vorgeschädigten Mittelfuß. Nun droht dem Tuchel-Team eine längere Zeit ohne den Superstar.

Superstar Neymar droht eine längere Verletzungspause.

Der Brasilianer vom französische Meister Paris St. Germain verletzte sich beim 2:0-Erfolg gegen Racing Straßburg erneut an jenem Mittelfußknochen, der im vorigen Jahr operiert wurde - und sorgte für erhitzte Gemüter auf der Gegenseite.

Nach rund einer Stunde humpelte Neymar vom Platz und musste ausgewechselt werden. Mit erhobener Hand und Tränen in den Augen hatte der Brasilianer seinem Trainer Thomas Tuchel signalisiert, dass es nicht mehr weitergehe. 

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Paris bestätigt erneute Mittelfußverletzung

"Der Doktor ist besorgt, 'Ney' ist besorgt, weil es der gleiche Fuß und die gleiche Stelle ist", sagte Tuchel. Vor elf Monaten hatte sich Neymar einen Haarriss im Mittelfußknochen zugezogen und wurde deswegen operiert. Dabei war ihm eine Schraube eingesetzt worden. Neymar musste drei Monate lang pausieren.

Ähnliches ist anscheinend auch diesmal zu befürchten. 

Am Donnerstagmittag gab PSG die vorläufige Diagnose bekannt: "Die ersten durchgeführten Untersuchungen ergaben eine neuerliche schmerzhafte Läsion des fünften rechten Mittelfußknochens", erklärten die Pariser. "Die Behandlung hängt von der Entwicklung in den kommenden Tagen ab. Alle therapeutischen Optionen werden in Betracht gezogen."

Zoff um Neymar: "Sind nicht seine Marionetten"

Zuvor hatte Neymar in der wenigen Spielzeit, die er hatte, bei seinen Gegenspielern für Ärger gesorgt. Während Tuchel Straßburg vorwarf, Neymar kurz vor der Verletzung dreimal gefoult zu haben und die ruppige Gangart des Außenseiters kritisierte, stieß den Straßburger Spielern die provokante Spielweise des PSG-Stürmers sauer auf.

In der Tat hatte Straßburgs Moataz Zemzemi drei zunehmend brutale Versuche innerhalb weniger Sekunden gebraucht, um Neymar zu Fall zu bringen.

Wie zur Strafe legte Neymar unmittelbar danach den Ball mit der Hacke über Zemzemi. Doch da humpelte er schon nur noch. Das Mitleid der Straßburger hielt sich deswegen in überschaubaren Grenzen.

Straßburg ist "nicht beim Ballett"

"Das ist sein Stil. Er ist ein großartiger Spieler. Aber wenn er so spielt, muss er sich nicht wundern, wenn er Tritte abbekommt", sagte Mittelfeldspieler Anthony Goncalves. "Wir sind nicht dazu da, dass er seinen Spaß hat. Wir sind nicht seine Marionetten. Wir antworten mit unseren Waffen."

Straßburgs Trainer Thierry Laurey zeigte Verständnis für seine Mannschaft: "Jeder spielt mit seinen Mitteln. So böse war es nicht, wir sind nicht beim Ballett. Er ist ein Genie, aber wenn man die Grenzen überschreitet, muss man auch einstecken können", erklärte der ehemalige Spieler von PSG.

"Ich verstehe, dass meine Spieler es satt haben zu sehen, wie er versucht, sie zu locken und zu verspotten. Ich habe nichts dagegen, Spieler zu schützen. Aber es gibt auch Grenzen."

Die deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer standen bei PSG in der Startformation. Draxler bereitete das 2:0 von Angel di Maria vor, die Vorlage zum 1:0 durch Edinson Cavani gab der ehemalige Bundesligaprofi Eric-Maxim Choupo-Moting.

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