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München - Die Verletzungen von Edinson Cavani und Neymar zwingen PSG-Coach Thomas Tuchel in der Offensive zum Improvisieren. Profitieren könnte ein alter Bekannter aus der Bundesliga.

Noch vor wenigen Monaten hätte es wohl nicht den Hauch eines Zweifels gegeben, wer den Champions-League-Kracher zwischen Paris Saint-Germain und Manchester United für sich entscheidet. (Champions League: Manchester United - Paris St. Germain am Dienstag ab 21 Uhr im LIVETICKER, alle Infos dazu auch ab 20.15 Uhr im Fantalk im TV auf SPORT1)

Während PSG in der Liga souverän an der Tabellenspitze thronte, zog United die Reißleine und trennte sich im Dezember nach dem schlechtesten Saisonstart seit 28 Jahren von Trainer Jose Mourinho.

Exakt acht Wochen später hat sich das Blatt gewendet. United ist seit elf Spielen ungeschlagen (zehn Siege), PSG musste Anfang des Monats in Lyon die erste Liga-Niederlage hinnehmen und verabschiedete sich blamabel aus dem französischen Pokal. 

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Nach Neymar fällt auch Cavani aus

Zudem wurde zuletzt das traumhafte Sturm-Trio um Neymar, Kylian Mbappe und Edison Cavani ausgerechnet in der vielleicht vorentscheidenden Phase der Saison auseinandergerissen.

Neymars lädierter Mittelfuß wird zur Achillesferse und zwingt den Superstar zu einer zehnwöchigen Pause, zudem verletzte sich beim 1:0-Erfolg gegen Girondins Bordeaux auch noch Cavani während des Siegtreffers an der Hüfte.

Im Hinspiel gegen United fällt der Top-Stürmer (19 Tore) definitiv aus - ob er im Rückspiel eine Option ist, hängt von der Entwicklung in den kommenden Tagen ab.

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Tuchel: "Ich bin besorgt"

"Ich bin besorgt, weil Schlüsselspieler fehlen. Für die großen Spiele in der Champions League ist es absolut notwendig, auf solche Spieler mit viel Erfahrung zurückgreifen zu können", sagte Trainer Thomas Tuchel.

Im Achtelfinale ist Tuchel deshalb zum Improvisieren gezwungen - was zur Folge hat, dass mit Eric Maxim Choupo-Moting ein Spieler, den zu Saisonbeginn wohl die wenigsten auf dem Zettel hatten, immer mehr in den Fokus rückt.

Als der Kameruner im vergangenen Sommer ablösefrei von Stoke City an die Seine wechselte, wurde klar kommuniziert, dass ihm lediglich die Rolle des Ergänzungsspieler bleiben wird.

Der gebürtige Hamburger ließ sich die Chance, bei einem internationalen Spitzenklub um Titel mitspielen zu können, dennoch nicht nehmen.

Choupo-Moting bleibt gegen Bordeaux blass

In 19 Einsätzen (sechs Mal Startelf) gelangen ihm allerdings lediglich ein einziger Treffer und eine Vorlage, in der gesamten Champions-League-Gruppenphase stand der frühere Bundesliga-Stürmer nur 50 Minuten auf dem Platz. 

Gegen Bordeaux durfte sich Choupo-Moting erst zum zweiten Mal in der Ligue 1 über die gesamte Spielzeit empfehlen. Verglichen mit der fußballerischen Eleganz, die die Zuschauer im Parc des Princes von ihren Stürmerstars normalerweise gewohnt sind, wirkte Choupo-Moting irgendwie unbeholfen - teilweise sogar überfordert. 

Nur ein mickriger Torschuss nach 90 Minuten spricht eine deutliche Sprache. Eine Sprache, die den PSG-Fans mit Blick auf den Champions-League-Schlager nur wenig Hoffnung machen dürfte. Zumal dem 29-Jährigen in den wichtigen Spielen teilweise nicht mal mehr die Joker-Rolle blieb.

Greift Tuchel in die Trickkiste?

"Heute hatte er eine oder zwei hochkarätige Chancen. Aber aktuell fällt es ihm schwer zu treffen. Er muss weiter dran arbeiten und positiv bleiben. Er kann uns in großen Spielen mit seiner Erfahrung als Bankspieler helfen", sagte Tuchel nach dem Spiel gegen Girondins.

Eine Startelfgarantie gegen United hört sich zunächst definitiv anders an, und dennoch könnte es an Choupo-Moting liegen, die Kohlen am Dienstag aus dem Feuer zu holen. Denn nach der Verletzung von Cavani ist er der einzige verbliebene Mittelstürmer im Kader. 

Wer auch immer um 21 Uhr im Old Trafford auf dem Feld stehen wird: Tuchel wird zuvor ganz tief in die Trickkiste greifen müssen, um die Ausfälle seiner beiden Stürmer-Stars halbwegs kompensieren zu können.

Eine denkbare Variante wäre, dass Mbappe von der Außenbahn ins Sturmzentrum rückt - dann würde Choupo-Moting nach zuletzt zwei Startelfeinsätzen in Folge doch wieder der Platz auf der Ersatzbank drohen.

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