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Neymar droht Ärger. Eine Frau stellt in Brasilien gegen den PSG-Star Strafanzeige wegen Vergewaltigung. Der wehrt sich in einem ausführlichen Instagram-Post.

Neymar spricht mit leiser, aber fester Stimme.

Der Blick des brasilianischen Fußball-Idols wirkt hingegen bedrückt und gequält - die schweren Vorwürfe gegen seine Person machen ihm sichtlich zu schaffen. "Ich werde der Vergewaltigung beschuldigt. Ein schwerwiegendes Wort, eine heftige Sache, aber das passiert gerade", eröffnete Neymar seinen rund 118 Millionen Followern in einem 7:01 Minuten langen Video auf Instagram. Nach Cristiano Ronaldo sieht sich der nächste Superstar mit Anschuldigungen einer Vergewaltigung konfrontiert.

Neymar beteuert Unschuld

Eine Frau, deren Identität geheim ist, erstattete gegen den 27-Jährigen Strafanzeige. Sie hatte am Freitagabend auf einer für Vergehen gegen Frauen spezialisierten Polizeistation in Sao Paulo gemeldet, bereits am 15. Mai im Hotel Sofitel Paris Arc de Triomphe vom "angetrunkenen" Stürmer des französischen Meisters Paris St. Germain gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden zu sein.

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Neymar reagierte am Samstagabend kurz vor Mitternacht in den Sozialen Netzwerken und beteuerte seine Unschuld. "Wegen einer Erpressung bin ich gezwungen, mein Leben und meine Familie bloßzustellen", klagte er: "Von dem, was gesagt und geschrieben wird, ist in Wirklichkeit genau das Gegenteil passiert." Nämlich, so der Beschuldigte, "eine Beziehung zwischen Mann und Frau, in den privaten vier Wänden, etwas, was mit jedem Paar passiert".

Am nächsten Tag habe er sich noch normal mit der Frau, die er über Instagram kennengelernt hatte, per Whatsapp ausgetauscht. "Ich bin in eine Falle getappt", sagte der Nationalspieler, der sich mit der Selecao in Teresopolis vor den Toren Rio de Janeiros auf die am 14. Juni beginnende Copa America in Brasilien vorbereitet, dann am Ende seiner 4:17 Minuten langen Verteidigungsrede.

Neymar von Vater unterstützt

Neymar ist nicht der erste Fußballstar, der in jüngerer Vergangenheit der Vergewaltigung beschuldigt wird. Ein Gericht in Mailand sprach Neymars Landsmann Robinho im November 2017 schuldig, im Januar 2013 zusammen mit fünf weiteren Tätern eine albanische Frau sexuell missbraucht zu haben. Der frühere Nationalspieler wurde erstinstanzlich zu neun Jahren Haft verurteilt, er bestritt die Tat aber weiter und focht das Urteil an.

Und dann eben Ronaldo. Gegen den fünfmaligen Weltfußballer von Italiens Rekordmeister Juventus Turin ermittelt die Polizei in Las Vegas. Die Texanerin Kathryn Mayorga behauptete Ende vergangenen Jahres, Ronaldo habe sie 2009 in der Glücksspielmetropole vergewaltigt. Auch der portugiesische Europameister wies alle Vorwürfe auf Schärfste zurück und schaltete eine Armada von Anwälten ein.

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Während Ronaldo die Anschuldigungen meist schmallippig kommentiert, legte Neymar seine Karten außergewöhnlich offen auf den Tisch und veröffentlichte im Anschluss an sein Statement den kompletten Chat - inklusive äußerst pikanter, freizügiger Fotos und frivoler Sprüche. "Wenn ich die täglichen Dinge preisgeben muss, dann mache ich das", sagte er entschlossen.

Öffentliche Unterstützung erhielt Neymar sogleich von seinem Vater. Vor wenigen Tagen habe ein Anwalt aus Sao Paulo gedroht, über Polizei und Medien den Vorwurf der Vergewaltigung zu verbreiten, falls nicht eine bestimmte Summe gezahlt werde, behauptete der Senior in einer brasilianischen Nachrichtensendung. Man habe jedoch Beweise für Neymars Unschuld, versicherte der Vater hoffnungsvoll.

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