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Nach seinem Gala-Auftritt gegen Toulouse ist plötzlich Eric Maxim Choupo-Moting der neue Hoffnunsgträger von PSG. Die Fans feiern ihn mit Sprechchören.

Thomas Tuchel ist gerade nicht zu beneiden.

Der deutsche Trainer von Paris Saint-Germain muss in der Offensive aktuell auf seine drei Superstars Neymar, der nach wie vor den Verein verlassen will, Edinson Cavani und Kylian Mbappé verzichten.

Dabei soll in dieser Saison endlich der Champions-League-Titel her. Und die französische Meisterschaft ist selbstredend ein Muss, auch wenn Neymar PSG noch den Rücken kehren sollte.

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Mbappé und Cavani fallen wochenlang aus

Tuchel steht immens unter Druck. Erst recht, nachdem der Saisonstart in der Ligue 1 mit zwei Siegen und einer Niederlage schlechter ausfiel als erwartet.

Ausgerechnet jetzt aber fallen Mbappé (Muskelfaserriss) und Cavani (Hüftverletzung) mehrere Wochen aus, sodass plötzlich alle Hoffnungen auf einem Spieler ruhen, der keinen so prachtvollen oder prominenten Namen hat wie die drei genannten Top-Stürmer: Eric Maxim Choupo-Moting.

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Slapstick-Einlage von Choupo-Moting

Rückblende: Viele rieben sich im Sommer 2018 verwundert die Augen, als der Deutsch-Kameruner von Stoke City zu PSG wechselte. Bezeichnenderweise war seine größte Schlagzeile aus der Vorsaison dann auch noch eine Slapstick-Einlage, die für viele Lacher sorgte.

Im Ligaspiel gegen Racing Straßburg lenkte der 30-Jährige auf der gegnerischen Torlinie einen Lupfer seines Teamkollegen Christopher Nkunku an den Pfosten und verhinderte so die vorzeitige Meisterschaft seines Klubs.

Dabei wäre der Ball von allein ins Tor gerollt. Stattdessen kassierte PSG wenig später das 1:2 und kam am Ende nicht über ein 2:2 hinaus - ein Sieg hätte den achten Meistertitel für den Hauptstadtklub bedeutet.

Der wurde zwar kurz darauf nachgeholt, doch für Choupo-Moting hagelte es Häme und Spott. Die französische Sportzeitung L'Équipe nannte den Fauxpax den "schlimmsten Fehlschlag in der Geschichte". Die spanische Marca schrieb von "dem Scherz des Wochenendes" und die englische BBC fällte das Urteil des "wahrscheinlich schlimmsten Misserfolgs in der Geschichte des Fußballs".

Plötzlich Liebling der Fans

Ein Jahr später ist Choupo-Moting zum Hoffnungsträger von PSG geworden. Für den Moment scheint es jedenfalls so.

Nachdem der gebürtige Hamburger am 3. Spieltag der Ligue 1 gegen Toulouse in der 14. Minute für Cavani eingewechselt worden war, legte er mit einem Doppelpack - darunter ein Traumtor - den Grundstein zum 4:0-Erfolg des Scheich-Klubs. Die PSG-Fans feierten ihn danach mit Sprechchören.

Seine drei Treffer aus der Vorsaison hat der Angreifer in dieser Spielzeit nach nur einem Spiel schon fast erreicht. Mit zwei Liga-Toren ist er gemeinsam mit Cavani der Top-Torjäger seiner Mannschaft.

Lob von Tuchel

Nach der Gala-Vorstellung fand Trainer Tuchel bei Canal+ daher nur lobende Worte für Choupo-Moting: "Er ist ein Spieler, der uns helfen kann. Er spielt zwar nicht auf seiner Lieblingsposition, hat aber Qualität und jetzt hoffe ich, dass er viel Vertrauen hat."

Der kamerunische Nationalspieler fühlt sich auf dem Flügel am wohlsten, muss aber aufgrund der Personalnot nun im Sturmzentrum ran, dabei ist er im eigentlichen Sinne kein Torjäger. In der Bundesliga stehen in 204 Spielen 45 Tore zu Buche, in 30 Premier-League-Einsätzen fünf und in der Ligue 1 in 23 Partien ebenfalls fünf Treffer. Er ist mehr Vorbereiter als Vollstrecker.

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Dass er aber auch vollstrecken kann, bewies Choupo-Moting in der 50. Minute, als er im Strafraum von Toulouse mit einem Zidane-Trick gleich drei Gegner vernaschte und sehenswert zum 1:0 traf. Nach der Partie bezeichnete er seinen stark ausgespielten Führungstreffer trocken als "Instinkt".

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Dabei galt der Flügelstürmer zuletzt sogar als Verkaufskandidat, US Lecce soll starkes Interesse gezeigt haben. "Einige Leute haben mich sogar gefragt: Aber bist du nicht schon in Lecce? Nun, ich werde nicht zu viel darüber reden", erklärte Choupo-Moting in der "L’Équipe".

Seit neuestem lässt er eben lieber Tore sprechen...

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