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Der FC Liverpool und Manchester United waren die treibenden Kräfte hinter Project Big Picture
Der FC Liverpool und Manchester United waren die treibenden Kräfte hinter Project Big Picture © Imago
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Die Big Six in der englischen Premier League müssen eine klare Niederlage hinnehmen. Ihr Plan wird von den anderen Erstligisten klar abgewiesen.

Project Big Picture ist krachend gescheitert. 

Die sechs größten Klubs der Premier League, angeführt vom FC Liverpool und Manchester United, erlitten bei einem Treffen aller 20 englischen Erstligisten am Mittwoch eine eindeutige Absage für ihren kontroversen Plan. Dies berichten diverse englische Medien übereinstimmend. Starker Widerstand unter den restlichen Klubs habe das Projekt zum Scheitern gebracht. 

In einem Statement ließ die Premier League wissen: "Die Anteilseigner der Premier League haben sich heute einstimmig darauf geeinigt, als ein Zusammenschluss aller 20 Klubs an einem Plan für die zukünftige Finanzierung und Strukturierung des englischen Fußballs zu arbeiten. Die Premier-League-Klubs haben auch beschlossen, dass das Project Big Picture weder von der Premier League, seinen Klubs oder dem englischen Fußball-Verband unterstützt wird".

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Man werde den Ansatz auch nicht weiter verfolgen. 

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Zum Hintergrund: Die "Big Six" des englischen Fußballs, also Manchester United, FC Liverpool, FC Arsenal, Tottenham Hotspur, Manchester City und Chelsea, sind schon länger darauf erpicht, die Premier League von 20 auf 18 Vereine zu verkleinern. Um die Belastungen herunterzuschrauben, sollten auch der League Cup und das Spiel um den Community Shield abgeschafft und die Abstiegsfrage neu geregelt werden. 

Daher riefen die Spitzeklubs einen Plan ins Leben, das so genannte "Project Big Picture". Dieses sah vor, den Big Six (und drei weiteren Klubs) bei wichtigen Entscheidungen und Abstimmungen mehr Power als den restlichen Liga-Teilnehmern zu gewähren. 

Unterstützung hatten die Klubs dabei von Rick Parry erhalten. Der Vorstandsboss der EFL (Englisch Football League, Englands Ligen zwei, drei und vier) warb für den Plan, weil er auch ein Hilfspaket in Höhe von 275 Millionen Euro für die EFL vorsah. Jährlich sollten die Erstligisten außerdem rund 25 Prozent ihrer Einnahmen an die unteren Ligen abtreten. 

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Die großzügigen Pläne für die Verteilungen an die unteren Ligen sollen laut Medien aber nur ein Alibi gewesen sein. Hinter den Plänen habe vielmehr die Absicht gesteckt, die Entscheidungsgewalt in der Premier League an die neun Teams zu übergeben, die am längsten in der Liga spielen - das wären neben der Big Six auch noch Everton, Southampton und West Ham. Für Änderungen in den Regularien der Liga wären dann nur noch Stimmen von nur sechs dieser Klubs erforderlich gewesen. 

Den Berichten zufolge hat sich der Rest der Liga nun in äußerst entschiedener Manier gegen die Pläne der Großen ausgesprochen. 14 von 20 Klubs hätten für das Project stimmen müssen. 

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