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Der FC Arsenal befindet sich in einer Dauerkrise. Das Team von Mikel Arteta ist nur noch ein Schatten früherer Erfolgstage. Holt der Coach nun doch Mesut Özil zurück?

"Die Art und Weise, wie das Spiel verlief, die Dominanz, die wir hatten - das ist ist ein Spiel, das du unbedingt gewinnen musst."

So lautete das Fazit von Arsenal-Trainer Mikel Arteta nach der jüngsten Pleite in der Premier League gegen den FC Burnley (0:1).

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Für die Gunners war es schon die siebte Niederlage in dieser Saison, die dritte in Folge. Seit dem 1. November wartet Arsenal auf einen Sieg in der Liga.

Während ausgerechnet Erzrivale Tottenham Hotspur von der Tabellenspitze grüßt, dümpeln die Gunners im unteren Tabellenmittelfeld herum.

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Arsenal nicht wiederzuerkennen

Dabei schien Arsenal mit Arteta den richtigen Trainer gefunden zu haben. Der Spanier, der am 22. Dezember 2019 sein Amt bei den Londonern antrat, ließ sofort einen eigenen Spielstil erkennen, etwas, das man bei den Gunners unter Unai Emery vergeblich gesucht hatte.

Der Lohn: 33 Punkte aus den verbleibenden zwanzig Liga-Spielen, darunter vielversprechende Siege gegen den FC Liverpool und Manchester United.

In dieser Saison ist Arsenal allerdings nicht wiederzuerkennen. Lediglich in der Europa League präsentiert sich das Team noch ähnlich erfolgreich wie im Vorjahr. In der Liga stellt dagegen derzeit (fast) jeder Gegner ein schier unüberwindbares Hindernis dar. 

"Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, sich zu verstecken, sondern sich mit Gesicht und Körper in die Schusslinie zu stellen", gab sich Arteta am Dienstag vor dem nächsten Ligaspiel gegen Southampton (Premier League: FC Arsenal - FC Southampton, Mi., ab 19 Uhr im LIVETICKER) kämpferisch. "Es tut mir leid, aber im Moment müssen wir die Kugel einfach schlucken."

Rückendeckung erhielt der Spanier von Arsenals technischem Direktor. "Mikel leistet großartige Arbeit", sagte Edu. "Es ist normal und leicht, nur auf die Ergebnisse zu schauen. Aber ich kann eine große und schöne Zukunft sehen. Es klingt merkwürdig, das in diesem Moment zu sagen. Doch ich sehe es so." 

Arsenal ist zu undiszipliniert

Ein Grund für das Straucheln der Gunners ist die fehlende Disziplin. Seit Artetas Amtsantritt sammelte Arsenal doppelt so viele rote Karten (sechs) wie jede andere Mannschaft. Auch gegen Burnley beendeten die Londoner die Partie nur mit zehn Mann, weil sich Granit Xhaka einen Patzer leistete. "Er hat einen Fehler gemacht, der für uns sehr teuer war", urteilte Arteta.

Dass der stets aufopferungsvoll kämpfende Schweizer trotz diverser Fehler weiter Kapitän ist, gefällt nicht jedem, der es mit den Gunners hält. Wie Patrice Evra bei Sky Sports verriet, sagte Arsenal-Legende Thierry Henry einmal zu ihm: "Ich kann mir mein Team nicht anschauen, wenn Xhaka der Kapitän ist."

Der 28-Jährige musste in letzter Zeit immer wieder als Sündenbock herhalten. Dabei ist Xhaka bei weitem nicht der einzige Stammspieler, der nach seiner Topform sucht.

Aubameyang durchlebt Torflaute

Pierre-Emerick Aubameyang beispielsweise, der erst im September einen neuen hochdotierten Vertrag unterschrieben hat, hat seit Juli nicht mehr zuhause getroffen. Und als er gegen Burnley den Ball im heimischen Emirates Stadium endlich wieder im Kasten unterbrachte, war es das eigene Tor.

Die Torflaute des Gabuners macht sich auch in den Heim-Ergebnissen der Gunners bemerkbar. Zuhause hat Arsenal seine letzten vier Ligaspiele verloren und dabei nur ein Tor erzielt. Eine vergleichbare Serie legten die Londoner zuletzt 1959 hin.

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Daran änderte gegen Burnley auch die Rückkehr der Fans - 2000 an der Zahl - nichts. Mit Buhrufen verabschiedeten sie die Profis und Mikel Arteta in die Kabine.

Gibt Arteta Özil eine zweite Chance?

Einer der wenigen Fans, der trotz der anhaltenden Misere weiter bedingungslos zu den Gunners hält, ist ausgerechnet der von Arteta aussortierte Mesut Özil.

Der 32-Jährige meldete sich unter anderem vor dem Derby gegen Tottenham auf Twitter zu Wort, um Arsenal viel Glück zu wünschen. Dies zeigt, dass das Kapitel Arsenal für Özil trotz der Ausbootung und des im Sommer auslaufenden Vertrages lange noch nicht beendet ist. 

Dass der Mittelfeld-Maestro Arsenal doch noch helfen kann, scheint nun auch der schwer in die Kritik geratene Arteta erkannt zu haben.

Denn der Spanier schließt eine Rückkehr Özils nicht mehr aus, der in der Winterwechselperiode wieder für den Premier-League-Kader gemeldet werden kann. "Er ist gerade nicht im Aufgebot. Ich konzentriere mich nur auf die Spieler, die wir hier haben. Aber was auch immer im Januar passiert, wir haben etwas Zeit, um uns zu entscheiden."

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