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München - Der FC Liverpool rutscht in der Premier League immer weiter ab. Das Team wirkt zunehmend platt. Die Entwicklung erinnert an eine frühere Station von Jürgen Klopp.

Das Feuer brennt noch immer in Jürgen Klopp. Der intensive Pausen-Disput mit seinem Gegenüber Sean Dyche am Donnerstag lieferte dafür den jüngsten Beweis.

Doch auch in sportlicher Hinsicht untermauerte das Spiel gegen den FC Burnley eine Erkenntnis aus der jüngeren Vergangenheit – und die spricht gegen den Coach des FC Liverpool.

Die 0:1-Niederlage gegen den Abstiegskandidaten aus der Grafschaft Lancashire war das fünfte Liga-Spiel in Folge, das die Reds nicht gewinnen konnten. Ein einziges Tor erzielten sie in diesen Partien, beim 1:1 kurz nach Weihnachten gegen West Bromwich Albion – danach blieb das Team viermal in Folge ohne Torerfolg. (Spielplan der Premier League)

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Liverpool rutscht in der Tabelle ab

In der Tabelle rutschte Liverpool in dieser relativ kurzen Zeit von Platz eins auf Platz vier ab, der Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United beträgt mittlerweile sechs Punkte. (Tabelle der Premier League)

Da ist es nur logisch, dass in England der Trainer immer mehr in den Fokus rückt – und bereits Vergleiche zu seinen früheren Stationen gezogen werden.

Der britische Datendienstleister Opta erinnert daran, dass ein Team von Klopp letztmals Ende 2006 in der Liga vier Spiele hintereinander das Tor nicht getroffen hat – das war Mainz 05. Am Ende der Saison stiegen die Rheinhessen aus der Bundesliga ab.

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Premier-League-Journalist Chris Williams zieht einen weiteren Vergleich zu einem früheren Verein des 53-Jährigen.

"Diese Mannschaft", so twittert er über den FC Liverpool, "macht denselben platten Eindruck wie das Team von Dortmund unter Klopp nach zwei außergewöhnlichen Spielzeiten."

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Klopp: Vergleich mit Zeit beim BVB

Dieser Vergleich hinkt zwar ein wenig, weil Klopps Dortmundern erst nach vier sensationellen Jahren mit zwei Bundesliga-Titeln, zwei Vize-Meisterschaften, einem Double und einem Champions-League-Finale in der Saison 2014/15 die Luft ausging.

Doch ein paar Parallelen zu dieser Spielzeit gibt es dennoch. Zwischen September und November 2014 konnte der BVB sieben Partien in Folge nicht gewonnen.

Auch in dieser Zeit gab es Pleiten, die Klopp - wie die jüngste gegen Burnley - als "unmöglich" bezeichnen würde: 0:2 in Mainz, 1:2 beim 1. FC Köln, 0:1 gegen Hannover 96.

Eine weitere Parallele ist die mangelnde Torausbeute. Liverpools einst in ganz Europa gefürchtetes Sturm-Trio ist derzeit nur ein laues Lüftlein. Mohamed Salah hat zwar in dieser Saison schon stattliche 13 Treffer auf seinem Konto. Sein letztes Tor aber – beim 7:0-Sieg über Crystal Palace – liegt schon über einen Monat zurück.

Auch Sadio Mané und Roberto Firmino konnten sich damals am Schützenfest beteiligen. Ansonsten aber blieb das Duo vieles schuldig. Mané brachte es bislang auf insgesamt sechs Liga-Treffer, Firmino auf fünf.

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Liverpool hat noch immer viele Verletzte

Da trifft es die Reds umso härter, dass Shootingstar Diogo Jota nach fünf Toren in den ersten zehn Spielen seit Dezember mit einer Knieverletzung ausfällt und frühestens im Februar sein Comeback feiern wird.

Mit langwierigen Ausfällen zu kämpfen hat Klopp freilich nicht nur im Sturm. In der Defensive sieht es da noch viel heftiger aus. Die beiden Stamm-Innenverteidiger Virgil van Dijk und Joe Gomez fallen noch mehrere Monate aus. Auch die beiden zentralen Mittelfeldspieler Naby Keita und Thiago verpassten verletzungsbedingt schon mehrere Wochen.

Mangelnde Torausbeute, gepaart mit Verletzungspech: Auch dieses Dilemma dürfte Klopp aus der Saison 2014/15 mit dem BVB bekannt vorkommen.

In der Hinrunde brachte es der damalige Vizemeister auf kümmerliche 18 Tore. Zum Vergleich: In den vier Spielzeiten davor waren es immer mindestens 35 Treffer, in der Saison 2010/11 sogar 39 Tore.

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Der eklatante Unterschied war auch damals zumindest teilweise mit Verletzungen zu erklären.

Zwar fiel damals kein Leistungsträger mit einer schweren Blessur länger aus. Doch die Ausfälle von Sven Bender, Mats Hummels, Henrikh Mkhitaryan und Marco Reus summierten sich, so dass Klopp immer wieder gezwungen war, seine Startformation zu ändern.

Klopp stand mit BVB auf Abstiegsplatz

Obwohl es damals nach einem indiskutablen 17. Platz zum Abschluss der Hinrunde am Saisonende immerhin noch zu Platz sieben reichte, war die Ära Klopp beim BVB zu diesem Zeitpunkt schon besiegelt. Schon im April 2015 vereinbarte der Trainer mit den Bossen die Trennung zum Ende der Saison.

So weit ist es in Liverpool selbstverständlich noch nicht. Klopp hat in Liverpool seit dem Champions-League-Titel 2019 und der ersten Meisterschaft 2020 nach 30 Jahren bereits jetzt Legenden-Status.

Unstrittig ist aber, dass er sich ergebnistechnisch in der schwersten Krise in Liverpool seit seiner ersten Saison befindet. Hält diese an, ist auch der mittlerweile zur Selbstverständlichkeit gewordene Einzug in die Champions League gefährdet.

Ein Makel, den sich auch Legenden nicht allzu häufig leisten sollten.

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