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Bruno Sammartino
Bruno Sammartino © WWE All Rights Reserved
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München - Er war die erste große WWE-Legende, regierte über zehn Jahre als Champion und Namenspate eines Weltstars: Nun ist Bruno Sammartino gestorben.

Die Wrestling-Liga WWE trauert um ihre erste echte Legende - und ihre wichtigste und populärste Figur aus der Zeit vor der Ära von Hulk Hogan und Co.

Bruno Sammartino, der zwischen 1963 und 1977 insgesamt rund elf Jahre als Champion der damaligen WWWF regiert hat, ist tot. Nach Angaben von CBS starb er im Alter von 82 Jahren nach längeren gesundheitlichen Problemen im Kreise seiner Familie.

Sammartino erlebte Nazi-Besatzung mit

Im Jahr 1936 im italienischen Pizzoferrato geboren, erlebte Sammartino als Kind noch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs mit. Seine Familie versteckte sich in den letzten Kriegsjahren - als sich das von den Faschisten befreite Italien gegen das vorher verbündete Nazi-Deutschland wandte - auf einem Berg vor der deutschen Wehrmacht, die Sammartinos Heimatstadt damals besetzt hielten.

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Sammartino wanderte 1950 in die USA aus und ließ sich in Pittsburgh nieder. Er wurde Gewichtheber und Bodybuilder und schließlich von einem Wrestling-Promoter entdeckt.

Im Jahr 1963 machte ihn Vince McMahon Sr., Vater des heutigen WWE-Bosses, zum Champion seiner frisch aus der Taufe gehobenen Liga, der im Raum New York operierenden World Wide Wrestling Federation (SPORT1 erklärt: So funktioniert die Showkampf-Liga WWE).

Über ein Jahrzehnt lang Champion

Der charismatische Sammartino regierte die Showkampf-Liga siebeneinhalb Jahre lang, wurde immens populär und war Headliner zahlreicher ausverkaufter Shows im berühmten Madison Square Garden. Erst im Jahr 1971 wurde Sammartino von Ivan Koloff abgelöst, ein Übergangs-Champion für den als Nachfolger Sammartinos aufgebauten Pedro Morales.

1973 rief McMahon Sammartino nochmal zurück, Sammartino gewann den Gürtel noch einmal und hielt ihn weitere dreieinhalb Jahre, ehe er ihn an "Superstar" Billy Graham verlor - der mit seinem schillernden Auftreten ein Vorbote der neuen, bunteren Zeiten war.

Sammartino blieb auch nach seinen Titelregentschaften eine umjubelte (Teilzeit-)Attraktion, in Erinnerung blieben vor allem noch seine Fehde mit Larry Zbyszko - einem seiner Schüler, der sich in der Story brutal gegen ihn wandte - und mit dem aufstrebenden "Macho Man" Randy Savage. 1988 trat Sammartino endgültig aus dem Ring zurück.

Kritiker der späteren WWE-Ausrichtung

Den Wrestling-Boom Mitte der Achtziger, nachdem Vince McMahon Jr. diverse regionale Ligen zur national agierenden WWF vereinte und mit Hulk Hogan als Topstar zur Weltmarke machte, erlebte Sammartino noch mit - sah die Entwicklung der späteren WWE jedoch sehr kritisch.

Sammartino missfiel die von vielen Fans bis heute verehrte "Attitude Era", in der McMahon Ende der Neunziger immer mehr auf kontroverse, oft nicht jugendfreie Entertainment-Effekte setzte. Auch war er ein massiver Kritiker der Steroid- und Drogenkultur, die bei WWE immer wieder für Schlagzeilen und Tragödien sorgte.

Sammartino lehnte es viele Jahre lang ab, in die WWE Hall of Fame aufgenommen zu werden. 2013 ging Sammartino doch noch auf das Angebot ein: Ein Gespräch mit McMahons Schwiegersohn, WWE-Vorstandsmitglied Paul Levesque (Triple H), überzeugte ihn. Die heutige, familienfreundlicher und sportlicher orientierte Ausrichtung von WWE und die Einführung eines Anti-Doping-Programms sorgten dafür, dass Sammartino wieder versöhnlich gestimmt wurde und sich die WWE-Shows auch wieder ansah.

Namenspate eines Weltstars

Wie bekannt Sammartino in den USA war, lässt sich unter anderem an einer kleinen Showbiz-Anekdote ablesen: Sammartino war der Lieblings-Wrestler des Vaters von Peter Gene Hernandez, der seinem Sohn - einem offenbar sehr kräftigen Baby - den Spitznamen "Bruno" gab.

Bruno Sammartino
Bruno Sammartino © instagram.com/brunomars/

Das Baby machte dann mit diesem Vornamen als Sänger Karriere: Bruno Mars.

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